Maulwurf
Der Frust des Roberto Fregno

Erinnern Sie sich an Roberto Fregno? An den Mittelfeldspieler, der mit dem FC Aarau 1985 Cupsieger wurde?

Ruedi Kuhn
Ruedi Kuhn
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Die Spieler des FC Aarau bejubeln 1985 im Berner Wankdorfstadion ihren Cupsieg – mitten drin: Roberto Fregno.

Die Spieler des FC Aarau bejubeln 1985 im Berner Wankdorfstadion ihren Cupsieg – mitten drin: Roberto Fregno.

Keystone

Fregno war ein Kreativspieler, die unumstrittene Nummer 10 in der so erfolgreichen Mannschaft von Trainer Ottmar Hitzfeld.

Nicht nur das: Der Italiener war wohl einer der selbstbewusstesten und coolsten Typen, die je im Brügglifeld gespielt haben. Heute ist Fregno Vater von vier Kindern und Kundenberater einer Versicherungsgesellschaft.

In seiner Freizeit ist der 58-Jährige als Sportchef des Drittligisten Juventina Wettingen tätig und vorübergehend auch Assistenztrainer der ersten Mannschaft.

Liebe zum Fussball

Fregno liebt den Fussball im Allgemeinen, Juventina Wettingen im Speziellen. Er fühlt sich im Amateurbereich wohler als im Profibetrieb. «Geld ist nicht alles», sagt er. Fregno ist ein Gerechtigkeitsfanatiker. Der Fairplay-Gedanke ist ihm wichtig. Das ist auch der Grund, warum ihm unlängst der Kragen geplatzt ist. Was passiert ist, lässt ihm keine Ruhe.

Fregno ruft mich an. Seine Stimme klingt aufgeregt. Sehr aufgeregt. «Die ‹Aargauer Zeitung› muss wissen, welche Ungerechtigkeit Juventina Wettingen widerfahren ist», sagt ein hörbar enttäuschter, ja frustrierter Fregno. Dann erzählt er mir, was geschehen ist.

«Fussball ist nur ein Spiel»

Es geht um das Meisterschaftsspiel zwischen Juventina Wettingen und Niederwil,
das Anfang September in Wettingen angesetzt war. Auf Wunsch der Niederwiler wurde das Heimrecht getauscht und die Partie um einen Tag vorverlegt. Fregno war damit sofort einverstanden. «Fussball ist nur ein Spiel», sagt er. «Wir kamen dem FC Niederwil gerne entgegen.»

Vier Tage vor dem Aufeinandertreffen bat Fregno Niederwil-Präsident Ralf Meier wegen Verletzungssorgen und Ferienabwesenheiten um die Verschiebung der Partie. «Wir hätten für das Spiel nicht einmal elf Spieler zusammengebracht», blickt Fregno zurück. «Also bat ich die Niederwiler um eine Neuansetzung. Vergeblich!

Fairplay ein Fremdwort?

Und das, obwohl wir kurz zuvor auf das Heimrecht verzichtet hatten. So kassierten wir eine Forfait-Niederlage und mussten noch eine Busse von 400 Franken bezahlen.» Bleibt die Frage: Ist Fairplay für den FC Niederwil ein Fremdwort?