Drei Spiele, null Punkte. Das vor der Saison nicht für möglich gehaltene Horrorszenario ist eingetreten. Optimisten erwidern: Ruhig Blut, noch sind 33 Spiele zu absolvieren, noch sind 99 Punkte zu vergeben. Mag sein. Doch der Glaube an die Trendwende schrumpft nach jedem Nackenschlag.

In allen drei Spielen hätte der FC Aarau, gemessen an der Qualität der Torchancen, in Führung gehen müssen. Doch spätestens bei Marco Schneuwlys Slapstick-Aktion gegen Kriens, als er vor dem Tor über den Ball statt diesen ins Tor haut, erreichen den Beobachter die Gedanken an übernatürliche Kräfte: Wenn nicht mal einer der besten Schweizer Stürmer der vergangenen Jahre helfen kann – wer dann? Liegt ein Fluch über dem Brügglifeld?

Challenge League, 2018/19, 3. Runde, FC Aarau– Kriens, 0:2, Highlights

Challenge League, 2018/19, 3. Runde, FC Aarau– Kriens, 0:2 – die Highlights

    

Seit zehn Jahren wartet der Verein auf das sicher geglaubte neue Stadion. Halb so lange dauert das Warten auf Erfolg: Fünf Trainer verschiedensten Typus wurden verschlissen – mit keinem erreichte der FC Aarau die letztmals unter René Weiler dagewesene Stabilität und Identität. Nach jeder missratenen Saison wurden fleissig Spieler ausgetauscht und der Neustart ausgerufen, der dann spätestens im Winter wieder verpufft war.

Erinnerungen an die Berner Young Boys kommen auf, wo sich 30 Jahre lang die Akteure die Türklinke in die Hand gaben, aber keiner das Verlierergen aus der Hauptstadt jagen konnte. Pech, Unvermögen, Ungerechtigkeit – jahrelang suhlten sich die Berner im Selbstmitleid. Die Wende zum Guten kam erst mit dem Eingeständnis: Nicht die Fussballgötter, nicht die Verbände, nicht die Fans, nicht die Medien, nicht die Schiedsrichter – nein, nur wir sind schuld am Versagen. Diese Demut wünschen wir auch dem FC Aarau.

«Wenn es gegen Kriens keinen Sieg gibt, sieht es für den FC Aarau ganz schlecht aus» – so diskutierten die AZ-Sportreporter Ruedi Kuhn und Sebastian Wendel vor dem Spiel gegen Kriens über die Krise beim FC Aarau:

«Wenn es gegen Kriens keinen Sieg gibt, schaut es für den FC Aarau ganz schlecht aus»