Sven Christ ist ein Mann mit Selbstvertrauen. Der Trainer des FC Aarau weiss genau, was er will. Um seine Ziele zu erreichen, geht er an Grenzen. Berührungsängste kennt er keine. Er sagt was er denkt, direkt und ohne Umschweife. Eines hat ihm beim mitreissenden Spiel in St. Gallen (2:2) nicht gefallen. Es waren die Sekunden nach Juan Pablo Garats Kopfball zum 2:0 für die Aarauer. „Nach unserem zweiten Tor schauten sich viele Spieler nur ungläubig an“, erklärt Christ seinen Unmut. „Sie fragten sich, was da wohl passiert ist. Sie konnten es nicht fassen, dass es plötzlich 2:0 steht. Das kann ich so nicht akzeptieren.  Der FC Aarau muss den Anspruch haben, gegen Teams wie St. Gallen zu gewinnen.“ Christ appelliert also an den Stolz und ans Selbstwertgefühl der Spieler. „Wir sind nicht einfach nur der kleine FC Aarau“, fügt der 40-Jährige hinzu. „Wir sind ein starkes Team, das sehr viel erreichen kann. Das müssen die Spieler erkennen und entsprechend selbstbewusst auftreten.“

Ein gutes Händchen gezeigt

1:2 gegen Basel, 1:0 gegen Sion, 1:1 gegen YB und Vaduz und 2:2 gegen St. Gallen – nicht schlecht! Wie sagte Christ vor der Saison: „Nach fünf Spielen mache ich eine Analyse, ziehe erstmals Bilanz und schaue, ob ich die von mir verlangte Punktzahl erreicht habe.“ Wie viele Zähler sich Christ zum Ziel gesetzt hat, will er nicht verraten. Fakt ist, dass der FC Aarau sechs Punkte aus fünf Spielen geholt hat. Fakt ist auch, dass Christ vieles richtig gemacht hat. Christ hat auf junge Spieler wie Torhüter Joël Mall, Innenverteidiger Olivier Jäckle und Newcomer Marco Thaler gesetzt. Sie haben das Vertrauen mit guten Leistungen rechtfertigt. Christ hat auf Sandro Burki als Chef auf und als Chef neben dem Spielfeld gesetzt. Burki hat diese Dirigentenrolle voll und ganz ausgefüllt. Und Christ lässt sein Team offensiv, ja sogar mit Hang zum Risiko spielen.

Erstes Etappenziel erreicht

Fünf Spiele, sechs Punkte: Ein erstes Etappenziel ist erreicht. Am nächsten Samstag empfängt der FC Aarau die Grasshoppers. Ein Unentschieden wäre ein weiterer Schritt nach vorne. Und vielleicht hat Christs Team mit dem Schiedsrichter mehr Glück als in St. Gallen mit Alain Bieri. Zum Ersten schlug St. Gallen-Stürmer Dzengis Cavusevic dem bedauernswerten Thaler ungestraft ein ums andere Mal den Ellbogen ins Gesicht. Thaler hingegen wurde nach seiner ersten unsauberen Aktion schon verwarnt. Zum Zweiten hätten die Aarauer nach einer halben Stunde und einem Foul von Stéphane Besle an Stephan Andrist einen Penalty bekommen müssen. Und zwar zwingend.