Mit André Richner ein neuer Verwaltungsratspräsident und Mäzen, mit Adrian Meyer ein neuer Verantwortlicher der Sport-Kommission, mit dem Brasilianer Piu ein neuer Trainer, mit dem Argentinier Dario Galbarini ein neuer Assistenz-Trainer und eine grösstenteils neue Mannschaft: Der FC Wohlen Ausgabe Saison 2018/19 ist auf und neben dem Spielfeld mit dem FC Wohlen Ausgabe 2017/18 nicht mehr zu vergleichen.

Gefordert vor dem Startschuss in die Meisterschaft war vor allem Meyer. Noch vor einem halben Jahr hätte sich der frühere Abwehrchef des FC Wohlen nicht im Traum vorstellen können, einen Grossteil seiner Freizeit für den Verein zu opfern.

«Zu Beginn meiner Tätigkeit war gerade mal klar, dass Piu neuer Trainer ist und Routinier Alain Schultz die Rolle des Captains übernehmen wird», blickt Meyer zurück. «Ich musste also innert ein paar Wochen ein völlig neues Team zusammenstellen. Glücklicherweise hatte ich mit Alessio Passerini und Urs Bächer zwei Fachleute an meiner Seite, die mich tatkräftig unterstützten.»

Saisonziel: «Abstieg verhindern»

Kurz vor dem Saisonauftakt kann man feststellen: Meyer ist es gelungen, eine Mannschaft zu bilden, die sich in der Promotion League aller Voraussicht nach nicht verstecken muss. Und das mit einem bescheidenen Budget von rund 350 000 Franken.

Das Ziel für die erste Meisterschaft in der dritthöchsten Spielklasse ist klar: «Wir wollen den Abstieg verhindern», sagt Meyer. «Eines muss ich allerdings festhalten. Ich weiss nicht, was uns in dieser Liga erwartet. Ein Wunder darf man von unserem jungen Team mit Sicherheit nicht erwarten. Wir müssen Geduld haben, nehmen zu Beginn Spiel für Spiel und ziehen erst nach der Vorrunde eine Zwischenbilanz.»

Verwaltungsratspräsident André Richner: «Die Fans sollen wieder gerne an ein Spiel des FC Wohlen kommen.»

Verwaltungsratspräsident André Richner: «Die Fans sollen wieder gerne an ein Spiel des FC Wohlen kommen.»

André Richner schaut nicht nur zuversichtlich in Richtung Abenteuer Promotion League, sondern spricht auch von einer positiven Stimmung im Umfeld des Vereins: «Ich wünsche mir, dass sich die herzliche Atmosphäre auf die Zuschauerinnen und Zuschauer übertragen wird», sagt der Verwaltungsratspräsident.

«Die Fans sollen wieder gerne an ein Spiel des FC Wohlen kommen. Sie sollen die Nähe der Mannschaft, die Nähe der Spieler und die Nähe der Funktionäre spüren. Es wäre schön, wenn der FC Wohlen für die Anhänger zu einer Herzensangelegenheit würde.»

Um dieses Ziel zu erreichen, sind Richner und die Verwaltungsratsmitglieder bereit, einen ersten Schritt zu machen. «Wir haben uns entschieden, dass der Eintritt fürs Startspiel gegen Bavois gratis ist», sagt Richner. «Ab dem zweiten Spiel werden die Preise im Vergleich zur vergangenen Saison halbiert. Ein Stehplatz kostet zehn Franken, ein Tribünenplatz ist für zwanzig Franken zu haben.»

Sorgenkind ist der Angriff

Wenn das mal keine Werbung in eigener Sache ist! Bleibt ein Blick auf die neue Mannschaft des FC Wohlen mit einem Durchschnittsalter von knapp über 22 Jahren: Im Tor kommt es zum Duell zwischen dem einheimischen Dominik Stutzer und dem früheren Aarauer Oliver Joos, der in der vergangenen Saison beim SC Cham gespielt hat. Sie liefern sich momentan ein Duell auf Augenhöhe.

Das Abwehrzentrum bilden Stefano Milani und das bald 18-jährige Talent Jan Burkard. Burkard ist der einzige Profi im Kader und trainiert nicht nur mit dem FC Wohlen, sondern auch mit dem FC Aarau. Im Mittelfeld sind wohl Alain Schultz. Momo Seferi, Yannik Wiget und Guto Cappelini erste Wahl. Das grösste Sorgenkind ist der Sturm – hier ruhen die Hoffnungen vor allem auf Giovanni La Rocca und Jordi Nsiala.

Mal schauen, wie sich der freiwillige Absteiger aus der Challenge League in der neuen Liga schlagen wird. Zum Auftakt empfängt der FC Wohlen am nächsten Samstag, 17.30 Uhr, im Stadion Niedermatten den FC Bavois.

Am Mittwoch, 8. August, folgt die Reise zum Aufstiegsfavoriten Nyon. Anpfiff im Stadion Colovray ist erst um 20 Uhr. Das wird eine sehr lange Nacht für die Amateure des FC Wohlen. Gut möglich, dass der eine oder andere Spieler am Donnerstag etwas später als üblich und nicht ganz ausgeschlafen zur Arbeit kommt.