Fussball

Der FC Wohlen wandelt auf den Spuren von José Mourinho

Thomas Jent, Trainer beim FC Baden, sagt: "Das Trainingslager hat sich gelohnt."

Thomas Jent, Trainer beim FC Baden, sagt: "Das Trainingslager hat sich gelohnt."

Der FC Wohlen leistete sich den Luxus eines Trainingslagers in Portugal – und bereitete sich an einem ganz speziellen Ort vor.

Es ist nicht so, dass der FC Wohlen das Geld aus dem Fenster werfen kann. Schliesslich beträgt das Budget für den Gesamtverein nur 900000 Franken. Die Kosten für die erste Mannschaft samt Trainerstab belaufen sich auf knapp 400000 Franken.

Für Erstliga-Verhältnisse ist das ein durchschnittlicher Betrag. Klar ist: Bei Transfers und Lohnverhandlungen muss die Führungscrew um Verwaltungsratspräsident André Richner und den für den sportlichen Bereich verantwortlichen Adrian Meyer jeden Rappen zweimal umdrehen, bevor er ausgegeben wird.

Gut für den Teamgeist

Einen kleinen Luxus leistete sich der Freiämter Erstligist während der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte aber trotzdem: ein Trainingslager in Portugal. Der FC Wohlen bereitete sich während einer Woche im Trainingscenter «One Troia José Mourinho» in Setubal vor.

Auf dem riesigen Trainingsgelände, das eine halbe Autostunde von Lissabon entfernt liegt, befand man sich auf den Spuren des portugiesischen Startrainers. Das moderne Trainingszentrum auf der Halbinsel Troia wurde nach Ideen von Mourinho gebaut. Der Startrainer, der in Setubal geboren ist und momentan den englischen Topverein Tottenham trainiert, ist in seiner Freizeit oft auf dem nach ihm benannten Trainingsgelände anzutreffen.

Der FC Wohlen war einer von zahlreichen Amateurvereinen, der Setubal für die Vorbereitung auf die Rückrunde dieser Saison nutzte. Angesprochen auf die Trainingsbedingungen gerät Thomas Jent ins Schwärmen: «Die Verhältnisse waren sowohl auf als auch neben dem Spielfeld optimal», sagt der Trainer des FC Wohlen. «Wir hatten zwei Plätze, die jeden Tag für uns reserviert waren. Dieses Trainingslager hat sich nicht nur in sportlicher Hinsicht, sondern auch bezüglich Teamgeist und Kameradschaft gelohnt.»

Die Rückkehr von Muhamed Seferi

Der FC Wohlen scheint bereit für den Startschuss in die zweite Saisonhälfte. Das Prunkstück des 20-Mann-Kaders ist zweifellos das Mittelfeld. Die zentrale Aufbaureihe mit Davide Giampa, Ronny Minkwitz und Adijan Keranovic ist gut besetzt. Dank der Rückkehr von Muhamed Seferi von Rapperswil-Jona zu Wohlen verschärft sich der Konkurrenzkampf zusätzlich.

Eine neue Ausgangslage gibt es auch auf der Position des Torhüters: In der Vorrunde war Olivier Joos gesetzt. Mit dem Zuzug von Luca Thaler, dem Zwillingsbruder von Aarau-Innenverteidiger Marco Thaler, bekommt Joos nun Konkurrenz. Man darf gespannt sein, wer beim Saisonstart morgen Samstag im Heimspiel gegen Solothurn zwischen den Pfosten stehen wird. Pikant: Acht Tage später folgt das Spitzenspiel in Delémont.

Bleibt ein Blick auf das Saisonziel: Die Favoriten und heissesten Anwärter auf die Aufstiegsrunde der Erstliga-Gruppe 2 sind Delémont und Biel. Und der FC Wohlen? Er ist dank Offensivgeist, spielerischer Klasse und Ausnahmespielern wie Abwehrchef Marko Muslin, Abräumer Esat Balaj, Regisseur Giampa und Energiebündel Minkwitz durchaus in der Lage, im Kampf um die Qualifikation für die Aufstiegsspiele ein Wörtchen mitzureden.

Eines steht jetzt schon fest: Rund anderthalb Jahre nach dem Ausstieg der während Jahrzehnte erfolgreichen Crew um Ehrenpräsident René Meier ist das kurzzeitig ins Wanken geratene Schiff FC Wohlen dank dem neuen starken Mann und Verwaltungsratspräsidenten Richner auf Kurs. Momentan scheint sogar ein Aufstieg in die Promotion League im Bereich des Möglichen.

Verwandtes Thema:

Autor

Ruedi Kuhn

Ruedi Kuhn

Meistgesehen

Artboard 1