Fussball
Der FC Wohlen verteilt gegen Biel Geschenke und Maulkörbe

Der FC Wohlen kommt nicht vom Fleck und bleibt nach dem 2:4 gegen Biel das Schlusslicht in der Challenge League. Erklärungen für die Pleite gab es nach Spielschluss keine, da Wohlens Verwaltungsrat Trainer und Spielern einen Maulkorb verpasste.

Hannes Hurter
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Augen zu und durch: Nenad Bijelic mit einem spektakulären Fallrückzieher, Joao Paiva mag nicht hinsehen.

Augen zu und durch: Nenad Bijelic mit einem spektakulären Fallrückzieher, Joao Paiva mag nicht hinsehen.

GERRY FREI

Der FC Wohlen kommt nicht vom Fleck und bleibt nach dem ärgerlichen 2:4 gegen Biel das Schlusslicht in der Challenge League. Erklärungen für die vielleicht dümmste Pleite in der Ära Sesa gab es nach Spielschluss keine, da Wohlens Verwaltungsrat dem Trainer und sämtlichen Spielern einen Maulkorb verpasste. Weder zur «Causa Wellington» noch zur Partie gegen Biel gab es Auskunft.

«Sorry, wir wurden heute vor der Partie über das Redeverbot informiert», meinte FC-Wohlen-Coach David Sesa nach Spielschluss beinahe entschuldigend. Auch die Spieler liefen wortlos an den Journalisten vorbei. Wohlen-Präsident Andy Wyder erklärte in der FCW-Lounge: «In einer aussergewöhnlichen Situation braucht es aussergewöhnliche Massnahmen. Das Redeverbot gilt ab sofort und für alle Medien. Es wurde scharf auf uns geschossen, wir müssen nun einen Riegel schieben.»

615 Zuschauer: Saison-Minususrekord

Natürlich war «Wellington» omnipräsent und schwebte wie ein dunkler Geist über dem Stadion Niedermatten. Im ersten Heimspiel nach der Bekanntmachung des Falles und den Verhaftungen von Ex-Spieler Wellington und Wohlen-Präsident Wyder blieb die unrühmliche Geschichte im Freiamt Gesprächsthema Nummer eins. Nur 615 Zuschauer, so wenige wie noch nie in dieser Spielzeit, wollten sich das Wohler Heimspiel noch anschauen. Ein Freiämter Bekenntnis zum FCW sieht anders aus.

Die Abwesenden verpassten ein in der ersten Hälfte spektakuläres Torfestival mit stürmenden Wohlern und extrem effizienten Bielern in den Hauptrollen. Wohlen gehörte die Startphase, der FCW ging beherzt in den Angriff. Nach Paivas Pfostenkopfball schoss Bijelic die Kugel zum 1:0 unter die Latte. Wohlen führte, aber lediglich für 50 Sekunden. Im direkten Gegenstoss markierte der Ex-Wohler Osmani den Ausgleich (1:1/12.). Eine Viertelstunde später überläuft Challandes auf der linken Seite Bühler und schiesst Biel in Front, Wohlen antwortet mit Pavias hochverdientem 2:2 auf Zuspiel von Ebipi. Der FC Wohlen powert weiter, Bijelic trifft nur die Latte (33.). Bitter: Statt 3:2 heisst es kurz darauf 2:3. Mit dem dritten Abschluss und dem dritten Treffer durch Topskorer Morello (2:3/35.) skort Biel eiskalt.

Wohlen Biels Lieblingsgegner

Die Freiämter spielten ordentlich, ernteten jedoch viel zu wenig Ertrag und verteilten in der Defensive Geschenke. Im zweiten Umgang war auf beiden Seiten Vorsicht angesagt, bis auf Rapps Abschluss (68.) entstand kaum noch Torgefahr. Siegrist sicherte Biels Auswärtssieg aus spitzem Winkel (2:4/84.). Damit kassierte Wohlen in den letzten drei Direktduellen mit Biel sage und schreibe 17 Gegentreffer und behält die nächsten zwei Wochen die rote Laterne.