Challenge League
Der FC Wohlen und seine Suche nach dem Glück

Beim 0:0 zu Hause gegen Le Mont holen sich die Freiämter ihren zweiten Punkt der Rückrunde – trotzdem sind sie mehr als unzufrieden.

Dean Fuss
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foto-net/Alexander Wagner

Für den FC Wohlen war es bisher eine Rückrunde zum Vergessen. Das dritte Viertel der laufenden Saison ist beinahe vorbei – und gerade einmal zwei Punkte haben sich die Freiämter in den acht Partien seit der Winterpause geholt.

Beiden Zählern lag jeweils ein torloses Remis zugrunde. So auch vor gestern, als sich der FC Wohlen und der FC Le Mont vor der kläglichen Saisonminusrekord-Kulisse von gerade einmal 578 Zuschauerinnen und Zuschauern 0:0 unentschieden trennten.

«Nur zwei Punkte aus acht Spielen – das ist schwierig. Zufrieden kann man so nicht sein», sagt Sead Hajrovic nach der Partie in den Katakomben des Stadions Niedermatten. «Ich bin überzeugt, dass es weder jetzt gegen Le Mont noch in den vergangenen Spielen an unserer Leistung gelegen hat, dass wir nicht mehr geholt haben.»

Angesprochen auf die Gründe, weshalb man denn trotzdem seit dem 11. Dezember und dem 4:0-Sieg gegen den FC Schaffhausen auf einen Vollerfolg wartet, lächelt der 23-jährige Aargauer gequält, bevor er ausholt: «Momentan will es einfach nicht. Aber wenn wir weiter hart arbeiten, dann wird sich das Blatt zu unseren Gunsten wenden. Wir dürfen den Glauben nicht verlieren. Irgendwann wird das Glück wieder auf unserer Seite sein. Irgendwann wird der Ball wieder ins Tor gehen. Und irgendwann wird der Penalty auch wieder gepfiffen», sagt Hajrovic.

In die gleiche Kerbe schlägt auch sein Trainer Francesco Gabriele. Der sich erst einmal darüber enerviert, dass seinem Team gleich zwei Penaltypfiffe von Schiedsrichter Urs Schnyder verwehrt geblieben seien. Natürlich gab es diese beiden Szenen in der ersten Halbzeit, in denen Wohlens Stürmer Marko Dangubic, der erstmals in der Rückrunde in der Startformation stand, im gegnerischen Strafraum zu Fall kam. Und ja, beide Male fiel Dangubic nicht freiwillig. Trotzdem: Für einen Penaltypfiff braucht es in der Regel schon etwas mehr. «Aber ich bin überzeugt: Wäre es ein FCZ-Spieler gewesen, der im Strafraum so zu Fall gebracht wird, dann hätte das Penalty gegeben. Aber das ist nun halt so. Das ist die Realität», sagt Gabriele mit säuerlicher Miene.

Irgendwann, irgendwann ...

Er ärgert sich aber auch darüber, dass es nicht zum Sieg gereicht hat, obwohl sein Team gemäss Statistik 16 Mal Richtung gegnerisches Tor geschossen hat, während Le Mont nur vier Abschlüsse in Richtung des tadellosen Wohlen-Hüters Joël Kiassumbua gebracht hat. «Der eine Punkt ist zu wenig, deren drei wären verdient gewesen», sagt Gabriele. «Wir haben das Spiel klar dominiert. Der Aufwand, den wir betreiben, wird einfach zu wenig belohnt.»

Und dann gerät auch beim Trainer – wie zuvor schon bei Hajrovic – das fehlende Glück in den Fokus. «Das Glück ist uns nicht gut gesinnt. Irgendwann wird es kommen. Irgendwann werden wir für unseren Aufwand belohnt werden. Anders kann es gar nicht sein», sagt Gabriele. Die Hoffnung jedenfalls lebt also auch beim Trainer. Dabei darf einfach nicht vergessen gehen, dass man das Glück zuweilen auch erzwingen muss.

Nach dem letzten Wechsel des Heimteams in der 90. Minute (Pagliuca kam für Pacar) vergisst der Wohler Stadionspeaker, wie so oft, sein Mikrofon auszuschalten – und kommentiert die darauffolgende Aktion für alle Anwesenden gut hörbar: «Das bringt doch nichts, das sind alles nur Alibi-Übungen!»

Kurz darauf kommt der FC Wohlen in der Nachspielzeit aber noch zu zwei hochkarätigen Chancen. Alibi-Übungen sind das nicht, aber das nötige Glück haben weder Captain Alain Schultz noch Marko Bicvic, die mit ihren Abschlüssen am Aussenpfosten beziehungsweise Le-Mont-Goalie Anthony Favre scheitern. Und so bleibt es halt beim torlosen und letztlich auch trostlosen Unentschieden.

Der FC Wohlen hat an diesem Wochenende zwar einen Punkt gefunden, die Suche nach dem Glück geht für ihn aber weiter.

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