FC Wohlen
Der FC Wohlen und die totale Verunsicherung gegen den Tabellenletzten

Nach dem 1:1 gegen den Tabellenletzten Brühl spitzt sich der Abstiegskampf in der Challenge League für die Freiämter zu

Ruedi Kuhn
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Enttäuschung bei Matteo Tosetti, der als einer der wenigen Wohler eine gute Leistung zeigte. Alexander Wagner

Enttäuschung bei Matteo Tosetti, der als einer der wenigen Wohler eine gute Leistung zeigte. Alexander Wagner

Der Wohler Challenge-League-Verantwortliche René Meier traf in seiner Analyse kurz nach dem Schlusspfiff den Nagel auf den Kopf: «Wer gegen den Tabellenletzten Brühl von sechs möglichen Punkten nur einen holt und wer gegen eine solche Mannschaft erst in den letzten zwanzig Minuten voll auf Sieg spielt, der hat in der Challenge League nichts verloren. Das ist bitter, aber das ist so.»

Tatsächlich. Der SC Brühl St. Gallen hat in 22 Spielen gerade mal sechs Zähler geholt. Vier davon gegen Wohlen. Und die Krux aus Sicht der kriselnden Freiämter: Die St.Galler haben den Punktgewinn in einer mässigen Partie mit vielen Fehlpässen und Missverständnissen nicht einmal gestohlen.

Nach einer Stunde legte Team die Hemmungen ab

Was ist bloss mit dem FC Wohlen los? Es dauerte mehr als eine Stunde, ehe ein Ruck durch die bis zu diesem Zeitpunkt völlig verunsicherten Spieler ging. Dann endlich legte das Team die Hemmungen ab. Dann endlich brachen alle Dämme. Nun war ein Hauch von Willensstärke, von Leidenschaft zu spüren.

Gaspar, Pascal Renfer und Matteo Tosetti kamen zu hochkarätigen Chancen, aber der Ball wollte ganz einfach nicht ins Tor. Und hätten die Brühler ihre Konterangriffe nicht zu überhastet vorgetragen, so wären die Freiämter am Ende sogar als Verlierer vom Platz gegangen. So aber blieb es beim 1:1. Ein 1:1, welches aus Wohler Sicht allerdings einer gefühlten Niederlage gleichkommt. Umso mehr, als Stade Nyonnais das Auswärtsspiel bei Etoile Carouge mit 1:0 gewonnen und jetzt bereits vier Punkte Vorsprung auf Wohlen hat.

Komornicki war sehr enttäuscht

Da versteht es sich von selbst, dass der Wohler Trainer Ryszard Komornicki sehr enttäuscht war. Der 52-jährige Pole geizte nicht mit kritischen Worten und sagte: «Die erste Halbzeit war eine Katastrophe. Wir waren offensiv harmlos. Wir haben keinen einzigen Mittelfeldspieler, der für Gefahr sorgen kann. Wir haben nur Akteure, die gemütlich Fussball spielen.»

Und wie beurteilt er die Ausgangslage im Abstiegskampf? Komornicki bleibt diesbezüglich gelassen und sagt: «Es ist klar, dass wir in dieser Liga nichts gratis bekommen. Die Ausgangslage im Kampf am Strich ist aber nach wie vor offen. Entscheidend werden die direkten Duelle gegen Locarno und Stade Nyonnais sein.»

Mag sein. Das Spiel gegen Brühl gibt im zähen Ringen um den Ligaerhalt allerdings zu keinen grossen Hoffnungen Anlass. Wohlens Freude über den frühen Führungstreffer von Gaspar dauerte gerade mal eine knappe Minute: dann erzielte Samel Sabanovic mit einem Schuss aus kurzer Distanz und nach einem Kollektivschlaf der FCW-Abwehr den Ausgleichstreffer. Was die 810 Zuschauer bis zur Pause zu sehen bekamen, spottet jeder Beschreibung. In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel etwas besser. Wohlen drückte vehement auf den Ausgleichstreffer. Vergeblich.

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