Schweizer Cup

Der FC Wohlen und die 45000 Franken für die Sicherheit

Am Sonntag kommt es in Wohlen zum Cupfest gegen den FC Luzern.

Der FC Wohlen empfängt am kommenden Wochenende den FC Luzern. Ein riesiges Cupfest ist garantiert. Denn der FC Luzern ist auf den ersten Blick ein Traumlos. Trotzdem wartet auf den FC Wohlen eine grosse Herausforderung.

Sinn und Zweck des Schweizer Cups für die Grossklubs? Sie wollen den Pokal! Sinn und Zweck des Schweizer Cups für die Kleinklubs? Sie wollen einen attraktiven Gegner, sportlich eine gute Falle machen, viele Zuschauer und einen Gewinn erwirtschaften.

Der FC Luzern ist für Wohlen zweifellos ein attraktiver Gegner. Sogar ein Traumlos? Auf den ersten Blick ja. Auf den zweiten Blick wird der Traum relativiert. Der Aufwand für die Freiämter vor dem Spiel des Jahres ist gross. Verwaltungsratspräsident André Richner ist extrem gefordert. Um den administrativen und organisatorischen Kram bewältigen zu können, stellte der Verwaltungsratspräsident kurz nach der Auslosung ein Organisationskomitee zusammen, in dem unter anderem Vereinspräsident Alp Gürsu und Sportchef Alessio Passerini mitarbeiten.

Die grösste Herausforderung ist die Sicherheit vor, während und nach dem Spiel. Obwohl es zwischen den Fangemeinden Wohlens und Luzerns kein Konfliktpotenzial gibt, ist der Aufwand riesig. Ausserhalb des Stadions liegt die Verantwortung für die Sicherheit in den Händen der Aargauer Polizei. Involviert ins Sicherheitskonzept sind der Schweizerische Fussballverband als Veranstalter des Schweizer Cups, der FC Wohlen als Heimklub sowie die Kantons- und Regionalpolizei. Sie setzten gemeinsam den Spieltermin fest. Die Freiämter hätten gerne am Samstag gespielt. Weil an diesem Tag im Stadion Niedermatten ein Leichtathletik-Anlass stattfinden wird, war das nicht möglich.

Zwischenfälle aus vergangenen Jahren 

So werden die Spiele zwischen Wohlen und Luzern und zwischen Aarau und Sion am Sonntag, 16 Uhr, also am gleichen Tag und zur gleichen Zeit angepfiffen. Das ist für all jene schade, die sich gerne beide Spiele angeschaut hätten. Für Roland Pfister, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, ist der Termin alles andere als ein Nachteil: «Weil es in den vergangenen Jahren zwischen den Fans des FC Aarau und des FC Luzern Zwischenfälle gab, kommt uns die Spielansetzung entgegen. Damit ist gewährleistet, dass sich die beiden Fanlager nicht in die Quere kommen.»

Für die Sicherheit innerhalb des Stadions ist die ACE Security verantwortlich. Der FC Wohlen arbeitet seit Jahren erfolgreich mit der Sicherheitsfirma zusammen. Bleibt zu guter Letzt die Feuerwehr, die für einen geordneten Ablauf des Parkplatzdienstes sorgt. Die Vorzeichen für ein friedliches Cupspiel sind also gegeben.

Dass dieser Sicherheitsapparat seinen Preis hat, versteht sich von selbst: der FC Wohlen rechnet mit Kosten von rund 45 000 Franken. Davon gehen zirka 35 000 Franken an die Polizei. Um unter dem Strich vielleicht doch noch ein paar Tausender in die Kasse zu spülen, erhöhte man die Ticketpreise für die 640 Plätze auf der Haupttribüne von 20 auf 40 Franken und für die Stehplätze von 10 auf 20 Franken.

Zwei Cup-Saisons gleichzeitig im Menü

Der FC Wohlen ist bereit für den Cupknüller. Pikantes Detail am Rande: Bis zum nächsten Auftritt der Freiämter im Schweizer Cup dauert es nur drei Wochen. Am Samstag, 5. Oktober, bestreiten die Freiämter Runde eins für die Qualifikation der ersten Hauptrunde des Cup-Wettbewerbs 2020/21. Sie empfangen Ligakonkurrent Red Star.

Gewinnt der FC Wohlen, trifft er im März des kommenden Jahres auf den Sieger der Partie Kosova gegen Linth 04. Sollte die Mannschaft von Trainer Thomas Jent die Überraschung gegen Luzern schaffen, ist sie also im Schweizer Cup gleich zweimal vertreten. Einmal in den Achtelfinals des laufenden Wettbewerbs, einmal in der Vorqualifikation des nächsten Wettbewerbs. Kurios, nicht wahr?

Autor

Ruedi Kuhn

Ruedi Kuhn

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