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Der FC Wohlen ist wieder mittendrin, im Abstiegskampf

Die Freiämter waren den Bielern bis zur 60. Minute durchaus ebenbürtig. Trotzdem mussten die Wohler den Seeländern in der Folge die drei Punkte ohne grosse Gegenwehr überlassen. Damit droht dem FC Wohlen bereits am Montag wieder die rote Laterne.

Dean Fuss
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Samir Ramizi (r.) war in der ersten Halbzeit ein Aktivposten und bereite die einzige Chance der Freiämter vor

Samir Ramizi (r.) war in der ersten Halbzeit ein Aktivposten und bereite die einzige Chance der Freiämter vor

Christian Boss

Es läuft die 57. Minute auf den Niedermatten. Nach einem Wohler Eckball springt der Ball an den linken Arm von Biels André Pazeller. Penalty oder nicht? Die Pfeife von Schiedsrichter Luca Gut bleibt stumm. Wohlens Trainer Ciriaco Sforza rudert an der Seitenlinie mit den Armen, seine Spieler reklamieren lautstark in Richtung des Schiedsrichters.

Es ist dieser eine Aufreger, der am Anfang von Wohlens Ende in diesem wichtigen Spiel gegen die Seeländer steht. Im Gegenzug muss der im gesamten Spiel wenig überzeugende Mario Bühler Biels Stürmer Gaëtan Karlen an der Strafraumgrenze mit einem Foul stoppen. Weil er dabei nicht hinterster Mann ist, sieht er dafür nur Gelb.

Den folgenden Freistoss verwandelt Giuseppe Morello in der 60. Minute in die Torhüter-Ecke zur 1:0-Führung für den FC Biel. Trotzdem mag Sforza nicht über den ausgebliebenen Penaltypfiff lamentieren: «Es bringt nichts, zurückzuschauen. Wir müssen vorwärts schauen und das Ganze positiv angehen», sagt er nach dem Spiel.

Wohlens Branislav Nikic nach dem Spiel: Sinnbild für die Wohler Enttäuschung.
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Nicht besser geht es Verteidiger Marijan Urtic.
Auch Joao Paiva (r.) ist beim Handshake mit Biels Emiliano Etchegoyen sichtlich geknickt.
Yannick Kakoko (l., gegen Mustafa Sejmenovic) wurde von Sforza in der 55. Minute eingewechselt, konnte aber auch nichts mehr gross ausrichten.
Wohlens Mergim Brahimi (l.) im Zweikampf mit Biels Torschütze zum 3:0, Christian Miani.
Joao Paiva (M.) wird von Emiliano Etchegoyen (l.) und Kaua Safari ins Sandwich genommen.
Wohlens Trainer Ciriaco Sforza weist seine Spieler vergeblich an.

Wohlens Branislav Nikic nach dem Spiel: Sinnbild für die Wohler Enttäuschung.

Christian Boss

Wohlen kann nicht auf 0:1 reagieren

Es ist Szene, die das Spiel zwischen Wohlen und Biel entscheidet. Obwohl das Heimteam bis zu dieser 60. Minute den Ball gut laufen liess, war Sforzas Team kaum zu nennenswerten Offensivaktionen gekommen. Nach dem 0:1 war keine Reaktion der Freiämter auszumachen. Im Gegenteil: Die Bieler erhöhen bis Spielschluss durch Jérémy Manière (64.) und Christian Miani (80.) auf 0:3.

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff beordert Trainer Sforza sein Team in die Garderobe. Es folgt eine gut viertelstündige Aussprache. «Wir haben darüber gesprochen, wie wir dieses Spiel so verlieren konnten», sagt Sforza. «Die Spieler sind nach den harten Wochen platt, sowohl mental, als auch körperlich. Das verwundert mich nicht - gerade auch in unserer Situation kann ich das nachvollziehen.»

Der bange Blick ins Tessin

Was bleibt Sforza auch anderes übrig. «Nun ist es an mir und meinem Staff, das Team wieder aufzubauen.» Auf die Frage eines Journalisten, ob der Zusammenhalt im Team noch vorhanden sei, reagiert Sforza erbost: «Das Team ist komplett intakt. Wir werden den Ligaerhalt alle zusammen schaffen.» Vorerst bleibt Sforza allerdings morgen nur der Blick ins Tessin: Je nach Ausgang des Duells Chiasso (8.) gegen Locarno (10.) droht dem FC Wohlen wieder die rote Laterne in der Challenge League.

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