FC Wohlen
Der FC Wohlen ist heute im Heimspiel gegen den FCZ auch neben dem Platz extrem gefordert

Wenn der Match des FC Wohlen gegen den FCZ heute um 15:00 Uhr angepfiffen wird, leisteten die Helfer im Hintergrund bereits viel Arbeit. Auch deshalb wollen die Freiämter dem Leader ein Bein stellen.

Ruedi Kuhn
Merken
Drucken
Teilen
Im Cup-Duell 2015 konnte der FCZ in Wohlen einen Minimal-Sieg einfahren.

Im Cup-Duell 2015 konnte der FCZ in Wohlen einen Minimal-Sieg einfahren.

Keystone

Erinnern Sie sich an den 19. September 2015? An das Spiel der zweiten Hauptrunde im Cup zwischen dem FC Wohlen und dem FCZ? Die Zürcher gewannen dank eines Treffers von Oliver Buff in der 77. Minute mit 1:0. 3100 Zuschauer kamen damals ins Stadion Niedermatten. Ausschreitungen gab es keine.

Dunkle Wolken zogen auf beim letztjährigen Duell.

Dunkle Wolken zogen auf beim letztjährigen Duell.

Keystone

Der organisatorische Aufwand in den Tagen vor dem grossen Spiel und die daraus entstehenden finanziellen Aufwendungen waren allerdings nichts anderes als Wahnsinn. Die folgenden Zahlen machen deutlich, welch immense Kosten damals auf die Klubverantwortlichen des FC Wohlen zugekommen sind.

Rund 67 000 Franken für das Polizeiaufgebot mit weit mehr als 100 Mann, rund 7500 Franken für die zirka 20 Leute von der Security und rund 3500 Franken für den Parkdienst: Wenn man bedenkt, dass der FC Wohlen für ein Spiel von etwas mehr als 90 Minuten alleine für die Sicherheit rund 80 000 Franken zu bezahlen hatte, muss man sich wohl oder übel die Sinnfrage stellen.

«Der Aufwand ist tatsächlich riesig», sagt Lucien Tschachtli, Verwaltungsratspräsident des FC Wohlen. «Wenn ich mich recht erinnere, dann blieb dem FC Wohlen unter dem Strich gerade mal ein kleiner Gewinn von 1500 Franken. Und weil es ein Cupspiel war, mussten wir die Hälfte dieses Betrags erst noch nach Zürich schicken.»

Ein Jahr später treffen der David aus der Provinz und der Goliath aus der Grossstadt erneut aufeinander. Diesmal nicht im Cup, diesmal in der Meisterschaft: Und natürlich wiederholt sich der Wahnsinn bezüglich Organisation. Erneut werden wohl weit mehr als 100 Polizisten und eine stattliche Anzahl weiterer Sicherheitskräfte im Einsatz sein.

Tschachtli rechnet erneut mit über 3000 Zuschauern, davon etwa 2000 FCZ-Anhänger. Er geht allerdings davon aus, dass die Partie ohne Störmanöver über die Bühne gehen wird. «Die Problematik mit den FCZ-Hooligans hat sich in den vergangenen Monaten deutlich entschärft», sagt Tschachtli. «Im Verlauf dieser Saison haben sich die Fans der Zürcher immer friedlich verhalten. Das wird hoffentlich auch jetzt so sein.»

Die Zürcher Fans bleiben hoffentlich ruhig.

Die Zürcher Fans bleiben hoffentlich ruhig.

Keystone

Kommen wir zum sportlichen Aspekt: Um die Rollenverteilung aufzuzeigen, reichen zwei Zitate. «Wir haben keine Chance, also nützen wir sie», sagt Tschachtli. «Es ist für mich viel schwieriger, die Mannschaft auf Le Mont und Wohlen vorzubereiten als auf Spiele in der Europa League», sagt FCZ-Trainer Uli Forte nach der starken Leistung und dem 2:1-Erfolg gegen den türkischen Vertreter Osmanlispor. «Schliesslich will sich jeder Spieler auf der internationalen Bühne präsentieren. Trotzdem gibt es für uns gegen Wohlen nur eines: drei Punkte!»

Alles andere als ein Sieg des FCZ wäre eine sportliche Sensation. Wohlens Trainer Francesco Gabriele spricht mit grossem Respekt von den Überfliegern der Challenge League, glaubt aber durchaus an eine Chance gegen den auf dem Papier übermächtigen Kontrahenten. «Wenn wir als Einheit auftreten und die Fehlerquote tief halten, dann ist etwas möglich», sagt der 39-Jährige.

Bitter für die Wohler ist die Tatsache, dass mit Florian Stahel ausgerechnet der Abwehrchef gegen seinen früheren Verein eine Sperre absitzen muss. Gut möglich, dass der beim 1:0-Sieg in Schaffhausen vor einer Woche im Mittelfeld eingesetzte Marko Muslin den Part von Stahel übernehmen muss. Ob das gut gehen wird?