Challenge League

Der FC Wohlen holt sich mit einem 0:0 in Chiasso den ersten Punkt der Rückrunde

Die Rückrunden-Bilanz des FC Wohlen sieht nicht gut aus.

Die Rückrunden-Bilanz des FC Wohlen sieht nicht gut aus.

Wohlen holt sich beim 0:0 in Chiasso trotz mässig prickelndem Auftritt den ersten Punkt im Kalenderjahr 2017. Der erste Punkt der Rückrunde ist nicht zuletzt Torhüter Joël Kiassumbua zu verdanken.

Da thront der Mond über den Berggipfeln am Horizont und es kommt die Frage auf, ob denn schon wieder Vollmond sei. Da zieren schöne Bauten den nahegelegenen Hügel, die als Zweitwohnung doch so schön wären. Und da kurvt die Polizei durchs Quartier und verteilt Bussen. Arme Automobilisten. Ja, die Gedanken sind lange anderswo. Erstens, weil die Aussicht von der Tribüne im Stadion Riva IV in Chiasso schlichtweg einiges bietet.

Und zweitens, weil das, was sich auf dem Rasen unten abspielt, vieles ist: nur keine Werbung für den Fussball. Der FC Chiasso duelliert sich mit dem FC Wohlen. Zwei Mannschaften, die am Tabellenende angesiedelt sind und nur eines nicht eingehen wollen: Risiko. Weil Chiasso mehr Zuschauer ins Stadion locken will, ist der Eintritt an diesem Samstagabend frei. Es kommen 680 Fans. Etwa so viel wie sonst auch immer.

Und insofern kommt es gerade recht, dass für diese Darbietung niemand Eintritt bezahlen muss – denn selten wäre es angebrachter gewesen, sein Eintrittsgeld zurückzufordern. Torchancen gibt es praktisch keine, Fehlpässe dafür zuhauf. Es ist die ungeschminkte Zusammenfassung der ersten Halbzeit. Nur etwas stimmt aus Sicht des FC Wohlen nach 45 Minuten noch immer positiv: das Resultat. 0:0.

Chiassos Unvermögen

Nochmals 45 Minuten später stehen die Nullen auf beiden Seiten noch immer. Die Wohler können gut damit leben, die Tessiner nicht. Weil die Südschweizer dazwischen viel Aufwand betreiben, viele Chancen erhalten und alle ungenutzt lassen. 16 Schüsse sind es am Ende des Abends. Entweder gehen diese aber über das Wohler Tor oder die Tessiner finden ihren Meister in Joël Kiassumbua. Was der kongolesische Nationalspieler in Chiasso alles pariert, ist schlicht brillant.

Die Leistung des Wohler Schlussmanns kontrastiert jedoch stark mit jener seiner Vorderleute. Die Abwehr ist anfällig, das Mittelfeld mit überschaubarer Ordnung und der Sturm ohne Durchschlagskraft. Einzig in den Schlussminuten kommt der FC Wohlen dem Lucky Punch einmal doch noch ziemlich nahe. Dann ist Schluss. Das 0:0 in Chiasso fühlt sich für die Freiämter in etwa so an, wie wenn ein Bauer auf seinem Feld plötzlich etwas ernten kann – ohne zuvor etwas gesät zu haben.

«Wir haben in gewissen Situationen Glück gehabt», gibt Wohlen-Trainer Francesco Gabriele nach dem Spielschluss zu. Er schiebt aber nach, dass sich seine Mannschaft dieses auch erzwungen habe. Damit hat er nicht unrecht. Auch wenn ihr Auftritt mässig prickelnd war, so haben die Freiämter eines bis zum Schluss nicht missen lassen: ihre Kampfbereitschaft. «Wir wissen, dass heute nicht alles gut war», ergänzt Gabriele. Man könne nach fünf Niederlagen aber auch keinen FC Wohlen erwarten, der wie der FC Barcelona aufspielt. Auch wenn dieser Abend keiner für Fussball-Ästheten war, so ist dieser Punkt für den FC Wohlen vor allem ein psychologisch wichtiger. 

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker von Calvin Stettler:

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