Challenge League
Der FC Wohlen gewinnt auswärts gegen den FC Winterthur 4:1

Die Mission Klassenerhalt beginnt für den FC Wohlen mit einem Sieg. Die Aargauer gewinnen auf der Schützenwiese in Winterthur 4:1.

Calvin Stettler, Winterthur
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Der FC Wohlen kann gegen Winterthur jubeln.

Der FC Wohlen kann gegen Winterthur jubeln.

KEYSTONE

Die Gefahr der Imagination ist gross. Die Versuchung, von einem perfekten Nachmittag für den FC Wohlen zu sprechen, ebenso. «Natürlich war das perfekt», sagt Trainer Rueda in der Nachbetrachtung. Doch während der 52-Jährige seine Mannschaft für den Output in Winterthur lobpreist, unterstreicht er mehrmals, dass er sich nur auf das Resultat beziehe. «So perfekte 90 Minuten waren das dann auch nicht.»

Auch wenn das Wort an diesem Nachmittag inflationär verwendet wird, so war wenigstens der Einstieg in die zweite Hälfte der Saison perfekt. Nach zwei Minuten entwischt der agile Samir Ramizi – aus abseitsverdächtiger Region – der Winterthur-Abwehr und sorgt für die frühe Freiämter Führung – wenn auch erst im Nachschuss.

Neues System überzeugt

Ein frühes Tor, das suggeriert die ideale Lancierung eines Fussballspiels. Wunschdenken. Was aus Halbzeit eins wirklich hängen bleibt, ist einzig etwas, das man im Freiamt vor der Winterpause noch bemängelte: die Effizienz. Für einmal war diese schlicht formidabel.
Denn kurz vor der Pause präsentiert die Rueda-Elf den 1800 Zuschauern auf der Schützenwiese die Vorzüge des neuen Freiämter Systems: Captain Schultz, auf der heimischen Zehner Position orchestrierend, gewinnt im Zentrum einen Zweikampf und setzt den wirbligen Samir Ramizi per Absatz sehenswert in Szene. Letzterer nützt den freien Raum auf der rechten Seite und schlägt eine butterweiche Flanke, die der zuvor matte Christian Ianu unbehelligt verwertet. Ein Knipser eben. Die im Rhombus interpretierte 4-4-2-Formation des FC Wohlen erfordert zwar noch grösseren läuferischen Aufwand, bietet dafür noch mehr Raum für Rochaden und Kreativität.

Doch Trainer Martin Rueda verweist auch auf die neuen Schwachstellen, die sich zum Rückrundenstart offenbarten: «Im Zentrum sind wir zwar kompakter, dafür fehlt uns das Spielmaterial auf den Aussenbahnen.» Die Anzahl zugelassener Flanken ins Zentrum ist gegen Winterthur deswegen gestiegen. Umso wichtiger ist nun die Organisation der eigenen Abwehrreihe.

Auf der Schützenwiese bleibt diese gestern nicht frei von Missverständnissen. Winterthur gibt sich aber viel Mühe, diese ungenutzt zu lassen. Wohlen bleibt unbestraft. Zumindest bis zur 67. Minute, als der 1.73 Meter kleine Joaõ Paiva aus dem Nichts den Anschlusstreffer für die Gastgeber herbeiführt, per Kopf notabene.

Es beginnt jene Phase des Spiels, die auch Martin Rueda nicht so perfekt empfand. Winterthur schöpft Hoffnung und Wohlen verpasst es derweil, den Ball genügend zu verwalten. Jegliche Gefahr verebbt aber spätestens, wenn Goalie Kiassumbua eingreift. Dazu sieht sich der 23-Jährige im neuen System regelmässiger gezwungen. «Das kommt mir entgegen», findet dieser. Wer ihn zuvor beobachtete, nickt zustimmend.

«Das alles kann blenden»

Weil der FC Wohlen in der heiklen Schlussphase abermals wirkungsvolle Konter vorträgt, gewinnen die Freiämter letztlich mit 4:1. FCZ-Verpflichtung und Joker Marvin Graf veredelte sein Debüt mit einem Doppelpack in den letzten 120 Sekunden der Partie.
Winterthur, das erstmals von Ex-Aarau-Coach Sven Christ dirigiert wurde, wartet somit schon seit sechs Spielen auf einen Sieg gegen Wohlen. Die Aargauer werden längst als Angstgegner bezeichnet. «Das alles kann blenden», weiss Rueda. Letztlich gibt dieser Nachmittag den Angstmachern aus dem Freiamt nämlich nur eines: Luft im Abstiegskampf.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker: