Challenge League

Der FC Wohlen befindet sich wieder in «Schweizer Händen»

Monquez Alyousef bleib Mitglied im Verwaltungsrat des FCW.

Monquez Alyousef bleib Mitglied im Verwaltungsrat des FCW.

Nach 196 Tagen gibt Wohlen-Investor Monquez al-Yousef seine Aktienmehrheit der FC Wohlen AG wieder ab – auf Wunsch der Freiämter.

Der 31. Mai 2016 geht als Zäsur in die Geschichte des FC Wohlen ein. Der finanziell angeschlagene Verein präsentiert einen Mäzen. Mit Monquez al-Yousef übernimmt ein saudischer Geschäftsmann die Aktienmehrheit der FC Wohlen AG. Es heisst, nur dank seiner Unterstützung könne der Freiämter Fussballklub langfristig im Profifussball überleben.

Begleitet wird al-Yousefs Engagement vor allem von Zweifeln. Weil es vor ihm im Schweizer Fussball eben genügend ähnliche Beispiele gab, die im Debakel endeten. Al-Yousef aber habe sich nie im operativen Geschäft eingemischt, beteuern die Verantwortlichen in Wohlen stets.
So auch am Montagabend, als an der ordentlichen Generalversammlung der FC Wohlen AG die nächste Überraschung verkündet wird: Die FC Wohlen AG und der Mehrheitsaktionär Monquez al-Yousef haben sich darauf geeinigt, dass sein Aktienpaket wieder in Schweizer Hände übergeht.

«Ich mache das für mein Wohlbefinden»

«Ich mache das für mein Wohlbefinden»

Monquez al-Yousef im Interview mit Tele M1 über seine Gründe für das Investment in den FC Wohlen und über seine Ziele mit dem Club. (Juni 2016)

Nach nur 196 Tagen zieht sich der saudische Geschäftsmann als Klubmäzen zurück. Auf Begehren des FC Wohlen notabene. Der Wunsch, als Klub wieder eigenständig walten zu können, wurde in den letzten Wochen immer grösser. Oder wie der Klub in einer Medienmitteilung schreibt: «Wir wollten wieder gut schweizerisch werden.»

Schuldenfreier FCW

Offenbar habe sich die Unterstützung al-Yousefs zuletzt mehr als Bürde statt als Entlastung herauskristallisiert. Nicht in Bezug auf die Bilanz, sondern auf die öffentliche Wahrnehmung. Jegliche Investitionen wie zum Beispiel das Wintertrainingslager wurden zuletzt schliesslich mit dem Portemonnaie des Mäzens assoziiert.

Der in Dubai wohnhafte Saudi verschwindet aber nicht ganz aus dem Freiamt. Monquez al-Yousef und seine Frau Denise Dobbin al-Yousef werden Mitglieder im Verwaltungsrat sowie Minderheitsaktionäre bleiben.

Dieser Schritt, zurück zu den Wurzeln, sei nur möglich, weil dank al-Yousefs Engagement die Bilanz der FC Wohlen AG so gut wie noch nie aussehe, lässt FCW-Ehrenpräsident René Meier verlauten. «Wir sind schuldenfrei und schleppen keine Verpflichtungen gegenüber Dritten mehr mit.» Deshalb tritt der 52-Jährige sein Aktienpaket nun grösstenteils ab.

Al-Yousef habe mit seinem erheblichen finanziellen Engagement die Möglichkeit zu diesem Schritt geschaffen. «Wir haben jetzt aber die berechtigte Hoffnung, den FC Wohlen auch «gut schweizerisch» – und über diese Saison hinaus – in der Challenge League halten zu können», sagt Meier weiter.

Der Ehrenpräsident des FC Wohlen wird es auch sein, der dafür sorgt, dass die abgetretenen Aktien demnächst auf mehrere Schultern verteilt werden. Bleibt nur zu hoffen, dass man in Wohlen die stets steigenden finanziellen Anforderungen nicht unterschätzt. Fest steht: Das Dorf im Freiamt soll sich wieder mit seinem Fussballklub identifizieren können. Ein Fakt, der für die im Februar anstehende Abstimmung um den Kunstrasen nicht unterschätzt werden darf.

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