Fussball
Der FC Oftringen will zurück zu den eigenen Wurzeln

Der FC Oftringen verpflichtet Hansruedi Birrer und Sven Lüscher als Trainerduo. Schrittweise wollen sie den Verein in der 3. Liga aufbauen und jene Dinge zurechtrücken, die in den letzten drei bis vier Jahren kaputt gegangen seien.

Pascal Kamber
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Nach sechs Jahren beim SC Schöftland soll Hansruedi Birrer den FC Oftringen als Trainer wieder auf die Erfolgsspur zurückführen.

Nach sechs Jahren beim SC Schöftland soll Hansruedi Birrer den FC Oftringen als Trainer wieder auf die Erfolgsspur zurückführen.

Otto Lüscher

Hansruedi Birrer steht auch in der nächsten Saison bei einem Fussballklub aus der Region Zofingen an der Seitenlinie. Der 46-Jährige, dessen Vertrag nach sechs Jahren beim SC Schöftland nach dem Ende der letzten Spielzeit nicht verlängert wurde, übernimmt das Traineramt beim FC Oftringen. Die Verpflichtung Birrers, der gestern Abend der Mannschaft präsentiert wurde, soll den Anfang zur Rückbesinnung zu den eigenen Wurzeln markieren.

«Seit ich hier im Amt bin, wollte man den FC Oftringen auf Teufel komm raus in der 2. Liga halten», begründet Sportchef Enzo Iannuzzelli den Entscheid. «Das führte dazu, dass man Trainer mit Namen engagierte, die nicht um die Ecke wohnten – und die Spieler mitbrachten, für die das Gleiche galt», so Iannuzzelli weiter. Die Folge waren jeweils mehrere Wechsel in der Sommerpause, was auch nach dem kürzlich erfolgten Abstieg in die 3. Liga eingetroffen ist. «Wir waren uns einig, dass dieses Vorgehen ein Ende haben muss», sagt Iannuzzelli.

Statt nach jeder Saison von vorne zu beginnen, «wollen wir ein Verein sein, der zusammen wächst.» Für den FCO-Sportchef ist Hansruedi Birrer deshalb die ideale Besetzung. «Er kommt aus Oftringen und kennt viele Spieler», sagt Enzo Iannuzzelli, «zudem spricht die Erfahrung für ihn. Ein A-Trainerdiplom kriegt man nicht geschenkt.»

Unterstützung erhält Hansruedi Birrer von Sven Lüscher. Der 31-jährige Mittelfeldspieler des FC Aarau, der den Posten des Assistenztrainers übernimmt, und Birrer kennen sich privat schon seit längerer Zeit. «Viel mehr kann man einem Spieler in der 3. Liga nicht bieten», freut sich Enzo Iannuzzelli über das neue Trainerduo, das dem FC Oftringen zu neuem Glanz verhelfen soll. «Wir wollen wieder mehr Leute und auch Sponsoren auf den Sportplatz Im Feld locken», sagt er, «zudem sollen sich die Spieler mit dem Verein identifizieren.» Die Rückkehr in die zweite Liga geniesse vorerst zweite Priorität – auch wenn Enzo Iannuzzelli betont, dass «wir Anlauf nehmen und hoffen, dass es bis zum Sprung in die 2. Liga nicht zu lange dauert.»

Neustart statt Pause

Hansruedi Birrer schlägt gleiche Töne an. «Als Erstes müssen wir uns in dieser Liga konsolidieren und darauf achten, nicht durchgereicht zu werden», warnt der neue FCO-Trainer. Schrittweise will er den Verein in der 3. Liga aufbauen und jene Dinge zurechtrücken, die in den letzten drei bis vier Jahren kaputt gegangen seien. «Ich kann hier unvoreingenommen etwas in der Region starten und werde versuche, den Weg einzuschlagen, der zu Rosen führt», sagt Birrer, der sein Engagement beim FC Oftringen als interessantes, aber nicht einfach umzusetzendes Projekt bezeichnet. Den Gedanken, nach dem Ende seiner Tätigkeit beim SC Schöftland eine Pause einzulegen, verwarf er rasch. «Ich merkte, dass ich nach wie vor vom Fussball angefressen bin», so Birrer.

In den nächsten Tagen stehen für ihn Gespräche mit den Spielern und das Kennenlernen des Teams auf dem Programm. Bei der Kaderplanung schwebt ihm vor, auswärtige Oftringer Fussballer auf den Sportplatz «im Feld» zurückzuholen, die seine Lust auf einen Neustart teilen. «Dazu braucht es aber viel Überzeugungsarbeit», ist sich Hansruedi Birrer bewusst. Zudem müsse das Projekt erst einmal anlaufen, «damit der FC Oftringen zu einer guten Adresse werden könnte.»