FC Muri

Der FC Muri vor Relegation in die 2. Liga Inter – Präsident Weiss geht

Präsident Jörg Weiss zieht den Hut.

Präsident Jörg Weiss zieht den Hut.

Für den FC Muri ist der Abstieg in die 2. Liga interregional noch kaum zu verhindern. Präsident Jörg Weiss zieht die Konsequenz und verlässt den Klub.

Der Effekt eines Trainerwechsels? Ganz einfach: Es soll ein Ruck durch die Mannschaft gehen. Sie soll sich von einer besseren Seite zeigen. Im Klartext: Sie soll nicht mehr verlieren, sie soll gewinnen. Das war der Grund, warum die Verantwortlichen des FC Muri fünf Runden vor Schluss die Reissleine zogen und den erfolglosen Trainer Carmine Pascariello durch René van Eck ersetzten.

Die erhoffte Wirkung blieb aus – die Resultate nach dem Trainerwechsel sind ernüchternd: Der FC Muri verlor im heimischen Stadion Brühl gegen Zug 94 2:4 und am vergangenen Samstag in Bassecourt 2:5. Und weil die Konkurrenten am Tabellenende der Gruppe 2 der 1. Liga momentan fleissig Punkte sammeln, ist für Muri vor der drittletzten Runde mit dem Heimspiel gegen den FC Luzern II am Sonntag der Abstieg in die 2. Liga interregional kaum noch zu vermeiden.

Und was sagt René van Eck zum sportlichen Absturz? Nichts! «Ich gebe keine Interviews», sagt der 51-jährige Holländer. Warum nicht? «Ganz einfach. Ich habe keine Lust. Nur so viel: Solange der Ligaerhalt rechnerisch möglich ist, werden wir weiter kämpfen.» Der Trainer hat also keine Lust, die schlechten Leistungen seines Teams zu erklären. Keine Lust auf Fussball scheinen die Spieler zu haben. Anders ist es nicht zu erklären, dass sie gegen Bassecourt schon nach acht Minuten mit 0:2 in Rückstand lagen und dann 2:5 verloren.

Keine Katastrophe

Vor den Partien gegen die Talentauswahl des FC Luzern, den SC Buochs und den FC Baden ist die sportliche Lage des FC Muri trostlos, ja fast aussichtslos. «Für die Rettung brauchen wir neun Punkte», sagt Präsident Jörg Weiss. «Schaffen wir das Punktemaximum, wäre es ein kleines Wunder. Aber als Präsident ist es meine Pflicht, positiv in die Zukunft zu blicken.» Was aber, wenn der FC Muri tatsächlich absteigt? «Ein Abstieg wäre bitter, aber keine Katastrophe», sagt Weiss. «Es ist nun mal so, dass die 1. Liga für den FC Muri das höchste der Gefühle ist. Mehr können wir mit unseren finanziellen Möglichkeiten nicht erreichen.» Auf das Budget hätte eine Relegation in die 2. Liga interregional keinen grossen Einfluss. «Wir würden die Kosten für die erste Mannschaft von 140 000 auf rund 120 000 Franken runterfahren», sagt Weiss.

Der drohende Abstieg ist das eine Problem, der Abgang des Präsidenten das andere: Weiss wird Ende Juni zurücktreten. Der Geschäftsleiter eines Baugeschäfts stand während mehr als 14 Jahren an der Spitze des Klubs. «Ich spüre, dass es nach so vielen Jahren genug ist», sagt er. «Es macht sich bei mir eine gewisse Amtsmüdigkeit bemerkbar. Ich glaube aber auch, dass dem FC Muri ein Wechsel an der Spitze guttut. Wer Präsident wird, ist noch offen.» Weiss wird zum Abschluss seiner Tätigkeit noch die Generalversammlung im September leiten. Ob er Ehrenpräsident wird, bleibt abzuwarten. Verdient hätte er es allemal.

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Autor

Ruedi Kuhn

Ruedi Kuhn

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