Seit der FC Wohlen Anfang Jahr seinen Rückzug aus der Challenge League angekündigt hat, scheint klar: Der Profifussball verschwindet aus dem Dorf. Doch nun kommt raus: Beinahe wäre das Märchen weitergeschrieben worden.

Der Reihe nach: Weil das neue Stadion «Kleinfeld» erst im Herbst einzugsbereit sein wird, braucht der Challenge-League-Aufsteiger SC Kriens für die erstendrei bis vier Heimspiele der kommendenSaison ein Ausweichstadion. Geografisch am nächstgelegenen ist die Swisspor Arena, Heimstadion des FC Luzern. Doch der finanzielle Kraftakt für die Miete sowie die Sicherheits- und Personalkosten ist für den Kleinklub Kriens mit seinem 1,7-Millionen-Budget nur schwer stemmbar.

Wohin sonst ausweichen? Bei der Suche bekam der SC Kriens Hilfe von der Swiss Football League (SFL). Und diese, man lese und staune, schlug ausgerechnet das Stadion Niedermatten in Wohlen vor! Sowohl der SC Kriens als auch der FC Wohlen bestätigen dies gegenüber der «Aargauer Zeitung».

SFL bekommt kalte Füsse

Zur Erinnerung: Das Stadion Niedermatten genügt den Anforderungen der SFL nicht; das Flutlicht ist zu schwach und auf der Tribüne müssten die Schalen- durch Klappsitze ausgetauscht werden. Für die vergangene Saison erhielt der FCWohlen die Challenge-League-Lizenz nur unter der Auflage, die notwendigen Sanierungen schnellstmöglich zu erledigen. Unter anderem deswegen gaben die FCW-Verantwortlichen den Überlebenskampf auf. Für sie muss es ein Hohn sein, dass die SFL dem Aufsteiger empfahl, die Zeit bis zum Einzug ins neue Stadion in der Niedermatten zu überbrücken. Im Stadion, das die Liga in der vergangenen Saison noch für ungenügend befand.

Die Auflösung der Geschichte: In Krienswar man wegen der Vorgeschichte zwar auch erstaunt über den Vorschlag aus Bern, fand Wohlen aber eine passende Alternative. Doch als man die Niedermatten als temporäre Heimspielstätte beider SFL eingab, bekam diese kalte Füsse.Wegen der Absurdität und des drohenden Spotts? Kriens-Präsident Baumgartner: «Wohlen wurde plötzlich nicht mehr als Ausweichort akzeptiert. Nun spielen wir doch in der teuren Swisspor Arena und hoffen, dass unser neues Stadion so schnell wie möglich fertig ist.»