Fussball
Der FC Aarau will mit Talenten und Transfers mit Köpfchen an die Spitze

Der FC Aarau will aus der katastrophalen letzten Saison seine Lehren gezogen haben. Der Traditionsverein hat sich auf diese Saison hin gezielt verstärkt und strebt in der Saison 2011/12 einen Platz in den Top 5 an.

Ruedi Kuhn
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FC Wohlen gegen FC Aarau

FC Wohlen gegen FC Aarau

Alexander Wagner

Drei Namen standen weit oben auf der Wunschliste. Die Dienste des früheren Lausanne-Stürmers Silvio, von Lausanne-Innenverteidiger Frédéric Page und von FCZ-Abwehrspieler Heinz Barmettler hätte man sich auf- seiten des FC Aarau allzu gerne gesichert. Mit diesen Transfernkrachern hat es aus finanziellen Gründen nicht geklappt.

Dennoch ist Kritik fehl am Platz. Der Sportausschuss mit Präsident Alfred Schmid, Vizepräsident Roger Geissberger, Sport-Koordinator Urs Bachmann und den Experten Fredy Strasser und Roger Hegi hat vor dieser Saison vieles richtig gemacht.

Mitreski abgelöst

Das Kader wurde vernünftig und geschickt verstärkt. Die Stürmer Moustapha Dabo und Alain Schultz ersetzen die biederen Samel Sabanovic und Patrick Bengondo. Die robusten, kopfballstarken Verteidiger Juan Pablo Garat und Igor Nganga lösen die fehlerhaften Aleksandar Mitreski und Giuseppe Rapisarda ab.

Mit Remo Staubli kommt ein interessanter Spieler mit Offensivpotenzial hinzu, der zuletzt allerdings viel Verletzungspech beklagte. Erfreulich ist die Tatsache, dass mit Silvan Widmer und Yves Scherrer zwei Talente aus dem Team Aargau Aufnahme in die erste Mannschaft finden.

Rechtsverteidiger Widmer dürfte gegen Winterthur sogar in der Startaufstellung stehen. Dies deshalb, weil André Gonçalves noch Trainingsrückstand hat. Einen Wermutstropfen gibt es aber doch: Die zwei wohl grössten Hoffnungsträger im Aargauer Fussball haben den Verein vom Brügglifeld verlassen: Daniele Romano spielt neu beim FC Wohlen, Joël Geissmann bei GC.

Verschärfter Konkurrenzkampf

Die Qualität des FCA-Kaders ist trotzdem unbestritten. 16, 17 Spieler kämpfen momentan um die 11 Startplätze. Damit wird der Konkurrenzkampf im Vergleich zur letzten Saison verschärft. Umstritten ist in erster Linie die Position des Linksverteidigers. Loris Benito wird seinen hohen Ansprüchen zurzeit nicht gerecht. Konkurrent David Marazzi würde allerdings lieber im Mittelfeld spielen. Jungtorhüter Sascha Studer steht vor der Reifeprüfung und ist fürs Erste gesetzt.

Wenn er seine Fangtechnik verbessert und die Blackouts vermeidet, hat er das Zeug zum Super-League-Goalie. Im Offensivbereich spricht vieles für eine Dreierkette mit Marco Aratore, Alain Schultz und Shkelzen Gashi. Als Mittelstürmer ist Dabo die Nummer eins.

Wie macht sich Stojkov?

In Winterthur wohl nicht von Beginn an dabei ist der mazedonische Internationale Aco Stojkov. Infolge Klubsuche ging er während der kurzen Sommerpause nach Kasachstan, kam verspätet aus den Ferien zurück und hat noch Trainingsrückstand. Für 300000 Franken Ablösesumme hätten die Aarauer Stojkov ziehen lassen. Diese Summe wollte kein Verein bezahlen. Zeigt Stojkov endlich die für einen Profi selbstverständliche Solidarität zum Arbeitgeber, macht er seinen Weg. Dass es Urs Bachmann gelungen ist, den Vertrag mit Problemspieler Michele Polverino aufzulösen, ist erfreulich. Der Liechtensteiner Internationale wechselt wohl zu einem Klub im Ausland.

Aufstieg ist unrealistisch

Nimmt man den neuen FC Aarau unter die Lupe, so müsste ein Platz in den Top 5 möglich sein. Primäres Ziel ist jedoch der Ligaerhalt. Vom Aufstieg zu träumen oder sich als Geheimfavoriten zu bezeichnen, ist unrealistisch. Den grössten Erfolg will der Verein in dieser Saison so oder so neben dem Spielfeld feiern. Läuft alles nach Plan, bekommt man im Frühling oder Sommer 2012 die Baubewilligung fürs neue Stadion im Torfeld Süd. Dann gäbe es eh nur eine Marschroute: vorwärts, marsch!

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