Fussball
Der FC Aarau verliert den Poker um Gilles Yapi

Der Ligakonkurrent FC Zürich hat Gilles Yapi für ein Jahr mit Option auf eine weitere Saison unter Vertrag genommen. Diese Nachricht kam am Sonntag eher unerwartet – nicht so für die Verantwortlichen des FC Aarau.

Patrick Haller
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Gilles Yapi wird ein Zürcher.

Gilles Yapi wird ein Zürcher.

KEYSTONE

In den letzten Tagen hatten zwei Verhandlungsrunden mit Gaetano Giallanza, dem Berater von Yapi, stattgefunden. Am Samstagabend stand fest, dass sich der Mittelfeldspieler mit Vergangenheit beim FC Basel und den Young Boys gegen Aarau entschieden hatte.

Beim Testspielgegner angeheuert

Der 32-jährige Ivorer – zuletzt beim Dubai Sports Club tätig – hatte zuvor zwei Wochen auf dem Brügglifeld mittrainiert. In den beiden Aarauer Vorbereitungsspielen erwies sich Yapi als ruhiger, zuverlässiger Ballverteiler im zentralen Mittelfeld. Dies dürfte auch der Vereinsführung des FC Zürich, dem zweiten Testspielgegner, aufgefallen sein – und so machte sich der 46-fache Nationalspieler der Elfenbeinküste gestern mit der FCZ-Mannschaft bereits auf den Weg ins Trainingslager nach Oberstaufen im Allgäu.

Einmal mehr hielt der FC Aarau im Poker um einen Wunschspieler nur ein allzu schlechtes Blatt in den Händen – sowohl in finanzieller als auch infrastruktureller Hinsicht. Dass Yapi sein Gastrecht in Aarau als «Sprungbrett» nutzte, vermag charakterlich zweifelhaft sein, doch am Pokertisch zählen Loyalität und Sentimentalitäten bekanntlich wenig.

Erinnerungen an den «Fall Pouga»

Der «Fall Yapi» weckt Erinnerungen an Christian Pouga: Vor acht Jahren stand Aarau vor der Verpflichtung des damals 20-jährigen Stürmertalents aus dem Kamerun, als der FC Zürich – ebenfalls nach einem Testspiel gegen Aarau – mit einem besser dotierten Vertrag lockte. Beim FCZ kam Pouga jedoch nicht über die Reservistenrolle hinaus, sodass er später sogar nach Aarau ausgeliehen wurde – ebenfalls ohne Spuren zu hinterlassen.

Fokus auf die Offensive

Als herber Dämpfer in der Aarauer Transferplanung wird Yapis Wechsel zu Zürich von den Verantwortlichen aber nicht gesehen: «Er wäre eine tolle Geschichte gewesen», so Sportchef Urs Bachmann. Allerdings sei die zentrale Position vor der Abwehr mit Captain Sandro Burki und Neuzugang Sandro Wieser schon gut besetzt. «Unser Fokus liegt weiterhin auf der Offensive», sagt Bachmann. Gegen Ende dieser Woche werden einige Testspieler aus dem Ausland erwartet. (pha)