Challenge League
Der FC Aarau verliert auch in Chiasso – Besle kassiert schon den zweiten Platzverweis

Nachdem das Team von Trainer Marco Schällibaum die letzten zwei Spiele verloren hat, soll gegen Chiasso die Wende her. Wüthrich (20.) stellt mit seinem Kopfballtreffer die Weichen früh auf Sieg. Monighetti (35.) sorgt mit einem direkten Freistoss für den Ausgleich. Nach der Pause sieht Besle Rot und schwächt so sein Team. Padula (79.) und Simic (82.) treffen in der Schlussphase für die Tessiner.

Ruedi Kuhn
Merken
Drucken
Teilen
Veljko Simic grätscht Patrick Rossini gerade noch ab.
9 Bilder
Marco Schällibaum feuert sein Team trotz Unterzahl und Ausgleich an, doch...
Susnjar, hier im Duell mit Oliver Jäcke, provozierte den Platzverweis von Besle.
Zwei Torschützen im direkten Duell: Wüthrich und Monighetti
Chiasso Aarau
...am Ende jubelt aber Chiasso und das - weil auch der FC Wohlen verliert - gleich doppelt.
Ivan Audino glänzt mit der Vorlage zum 1:0 für den FCA...
...welches von Sébastien Wüthrich per Kopf erzielt wurde.
Hier erkämpft Pascal Thrier das Leder gegen Chiasso-Torschütze Monighetti.

Veljko Simic grätscht Patrick Rossini gerade noch ab.

Freshfocus

Je ein Lattenschuss von Pascal Thrier, Ivan Audino und Sébastien Wüthrich, zahlreiche hochkarätige Möglichkeiten und eine rote Karte gegen Abwehrchef Stéphane Besle: Der FC Aarau sorgte am Samstagabend im weiten Rund des Stadio Riva IV in Chiasso für viel Stimmung und beste Unterhaltung. Am Ende aber jubelten die Tessiner. Und zwar gleich zweimal: Zuerst über den überraschenden 3:1-Sieg gegen die Aarauer, dann über die 0:1-Niederlage des FC Wohlen. Der härteste Konkurrent von Chiasso im Abstiegskampf verlor gegen Le Mont vor heimischer Kulisse 0:1.

Der Reihe nach: Aarau-Trainer Marco Schällibaum, Assistent Andy Ladner, Sportchef Raimondo Ponte und Vizepräsident Roger Geissberger hatten sich Anfang Woche zu einer Sitzung des Sportausschusses getroffen. Der für die erste Mannschaft verantwortliche Geissberger verlieh dabei seiner Unzufriedenheit über die Leistungen gegen Servette (0:1) und Wil (0:1) Ausdruck. Er wollte vom Trainerstab wissen, warum das Team zuletzt so saft- und kraftlos aufgetreten ist.

Majestätsbeleidigung

Wie Schällibaum die Frage von Geissberger beantwortet hat, wissen wir nicht. Fakt ist, dass der Trainer reagierte und im Vergleich zur Startformation gegen Wil gleich vier Änderungen vornahm. Mit Patrick Rossini, Ivan Audino, Michael Perrier und Denis Markaj spielten vier Neue. Das mit Sandro Burki sogar der Captain auf der Ersatzbank Platz nehmen musste, grenzte schon fast an Majestätsbeleidigung. Das Ziel der Umstellungen war klar: Der Trainer wollte nach den zuletzt harmlosen Auftritten mehr Aggressivität ins Spiel seines Teams bringen.

An Aggressivität fehlte es dem FC Aarau wahrlich nicht. Das ging so weit, dass Abwehrchef Stéphane Besle zu Beginn der zweiten Halbzeit nahe der Mittellinie nach einem rüden Einsteigen gegen Dorde Susnjar die rote Karte sah. Es war bereits der zweite Platzverweis für Besle in dieser Saison. «Ich kann diese rote Karte nicht nachvollziehen», sagte der Franzose. «Es war ein normaler Zweikampf. Natürlich habe ich den Gegenspieler getroffen. Aber dafür gleich rot zu zeigen, ist für mich unverständlich. Natürlich tut mir die ganze Sache leid. Ich möchte mich dafür bei den Verantwortlichen des FC Aarau entschuldigen. Es ist für den Klub und für mich eine ganz bittere Pille, dass ich am Mittwoch im Cupschlager gegen Lugano fehlen werde.»

Wieder einmal Besle

Besle glich nach dem Schlusspfiff einem Häuflein Elend. Dass der Innenverteidiger Selbstkritik übte, ist aller Ehren wert. Dass das Raubein gegen Susnjar nahe der Mittellinie aber voll zur Sache ging, ist schlicht und einfach nur dumm. Mehr noch. Zu zehnt stand der FC Aarau auf verlorenem Posten. «Der Platzverweis für Besle war der Knackpunkt in diesem Spiel», sagte Schällibaum. «Bis zu diesem Zeitpunkt waren wir die klar bessere Mannschaft. Was wir in der ersten Halbzeit zeigten, war ganz stark. Wir hätten zur Pause mindestens zwei Tore Vorsprung verdient gehabt.» Spielerisch war der FC Aarau dem Gegner aus der Südschweiz tatsächlich klar überlegen. Aber auch wenn diesmal mit drei Schüssen an die Latte eine gehörige Portion Pech mit im Spiel war, ist die Chancenverwertung nach wie vor ungenügend. Die Mannschaft macht sich das Leben momentan selbst schwer. Das Fazit nach dem kleinen Desaster in Chiasso fällt kurz und bündig aus: Der FC Aarau steckt nach drei Niederlagen in Folge und einem neuerlichen Blackout von Besle so richtig im Elend.

FC Chiasso - FC Aarau 3:1 (1:1)

Comunale Riva IV. - 510 Zuschauer. - SR: Schärli. - Tore: 22. Wüthrich 0:1. 35. Monighetti 1:1. 79. Padula 2:1. 82. Simic 3:1.

Chiasso: Guatelli; Ivic, Lurati, Kaufmann, Urtic (90. Gui Inters); Rauti (61. Padula), Milosavljevic, Monighetti; Simic, Regazzoni (85. Delli Carri); Susnjar.

Aarau: Bucchi; Thrier, Besle, Thaler, Markaj; Wüthrich (81. Josipovic), Jäckle, Perrier, Audino (83. Da Silva); Rossini (57. Burki), Ciarrocchi.

Bemerkungen: Chiasso ohne Abedini, Felitti, Guarino, Hiwat, Mujic und Reymond (alle verletzt). Aarau ohne Garat, Peralta, Romano, Tréand (alle verletzt), Hammerich und Hunn (beide U21). - 38. Lattenschuss Thrier. 44. Lattenschuss Audino. 64. Lattenschuss Wüthrich. - Verwarnungen: 38. Lurati (Reklamieren), 54. Rauti, 57. Ciarrocchi (beide Unsportlichkeit), 59. Simic (Foulspiel), 74. Audino, 74. Ivic, 93. Guatelli (alle Unsportlichkeit). - Platzverweis: 51. Besle (Tätlichkeit).

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker von Patrick Haller: