Challenge League
Der FC Aarau und die Reise ins Ungewisse – was taugt Hellseher Andrist?

Um sich optimal auf das Spiel in Chiasso vorzubereiten, ist der FC Aarau einen Tag vor dem Anpfiff ins Tessin gefahren – vergeblich?

Ruedi Kuhn
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Dürfen die FCA-Profis wie im Hinspiel gegen Chiasso (2:1) auch heute jubeln? Oder sind sie gar vergeblich ins Tessin gereist?

Dürfen die FCA-Profis wie im Hinspiel gegen Chiasso (2:1) auch heute jubeln? Oder sind sie gar vergeblich ins Tessin gereist?

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Corona stellt die Fussballwelt auf den Kopf: Spielverschiebungen gehören mittlerweile genauso dazu wie Siege und Niederlagen. Doch seit einigen Tagen gibt es eine zusätzliche Unsicherheit für den Terminkalender: das Wetter. Nach dem Wintereinbruch im Tessin mit Schnee und Regen in rauen Mengen während des ganzen Wochenendes steht das Auswärtsspiel in Chiasso am Dienstag auf der Kippe. Wohlgemerkt handelt es sich dabei bereits um einen Nachholtermin, nachdem am 20. November wegen Coronafällen bei den Tessinern nicht gespielt werden konnte.

Optimale Vorbereitung nur möglich bei frühzeitiger Anreise

Findet die Partie im Stadio Riva IV trotz des schlechten Wetters und der misslichen Terrainverhältnisse statt oder muss sie ein zweites Mal verschoben werden? Eines ist klar: Der FC Aarau muss flexibel bleiben. Wenn überhaupt, wird die Swiss Football League die Partie wegen der zahlreichen Verschiebungen in den vergangenen Wochen und Monaten erst am Spieltag, ja wohl erst Stunden vor dem Anpfiff absagen. Nach der Platzbegehung eines im Tessin ansässigen Schiedsrichters fällt die definitive Entscheidung.

Eine solche hätte sich der FC Aarau bereits am Montag gewünscht. Denn um am Spieltag unnötigen Stress zu vermeiden, sind Aarau-Trainer Stephan Keller und seine Mannschaft schon am Montag in Richtung Südschweiz abgereist. «Wir wollen uns optimal auf die Partie gegen Chiasso vorbereiten», sagt Keller. «Das ist nur dann möglich, wenn wir einen Tag vor dem Anpfiff im Tessin sind.»

Positive Stimmung im Team dank der Übernachtung im Tessin?

Nach dem Montagstraining am frühen Nachmittag fuhr der FC Aarau mit dem Mannschaftsbus nach Lugano und logierte dort in der Nacht von Montag auf Dienstag im Dreisternehotel Delfino – mit Seeblick.

Keller geht es bei seinen Überlegungen aber nicht nur um eine optimale Vorbereitung, sondern auch um den Zusammenhalt und den Teamgeist. «Wir werden im Dezember wegen Corona kein Weihnachtsessen und Anfang Jahr auch nicht den üblichen Teamevent haben», sagt er. «Und ein Trainingslager im Januar wird der FC Aarau auch nicht organisieren. Die zwei Tage rund ums Chiasso-Spiel sind eine gute Gelegenheit, auf und neben dem Spielfeld für eine positive Stimmung innerhalb des Kaders zu sorgen.»

Ein Ex-Aarauer nimmt den Platz unter die Lupe und meldet: «Alles gut»

Bleibt abzuwarten, ob die Partie zwischen dem FC Chiasso und Aarau am Dienstagabend gestartet wird oder ob die Reise von Kellers Mannschaft ins Tessin für die Katz ist. Falls das Worst-Case-Szenario eintrifft, also die Absage in den Stunden vor dem um 19 Uhr geplanten Anpfiff, wäre der Ärger bei den FCA-Verantwortlichen gross. Ihr Standpunkt ist: Am Montagabend musste klar sein, ob das Spiel angepfiffen wird oder nicht. Denn die Platzverhältnisse werden sich im Verlauf des Dienstags nicht mehr verändern – im Tessin ist die Fortsetzung des seit Freitag anhaltenden Dauerniederschlags angesagt.

Der Ex-Aarauer Stephan Andrist.

Der Ex-Aarauer Stephan Andrist.

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Chiasso-Stürmer Stephan Andrist spielte am Montag für die «Aargauer Zeitung» Detektiv und nahm das Spielfeld im Stadio Riva IV unter die Lupe. Der Ex-Aarauer meldet nach einer kurzen Platzbegehung: «Der Schnee wurde vom Regen weggespült, der Rasen ist grün, dem Spiel steht nichts im Weg.» Mal schauen, was Andrists hellseherische Fähigkeiten taugen ...

Glücks-Referee Schärli pfeift auch in Chiasso

Nach zwei Niederlagen in den ersten zwei Ligaspielen gelang dem FC Aarau am 3. Spieltag gegen Chiasso (2:1) der Befreiungsschlag. Seither hat das Team von Trainer Stephan Keller in neun Spielen 17 Punkte geholt. Mit einem weiteren Sieg gegen das Tabellenschlusslicht heute Abend wäre der FCA definitiv fester Bestandteil der Verfolgergruppe hinter Leader GC. Das 4:2 am vergangenen Freitag auswärts gegen Xamax hat den Rückenwind der Aarauer verstärkt. Schiedsrichter damals war David Schärli – und dem FCA gut gesinnt: Gleich zwei Penaltys verweigerte er den Neuenburgern. Schärli wird, sofern die Partie nicht dem Wetter zum Opfer fällt, auch in Chiasso Schiedsrichter sein. Ein gutes Omen für die Aarauer? Definitiv froh ist Stephan Keller über die Rückkehr von Mittelfeldchef Olivier Jäckle nach verbüsster Rotsperre. Trotzdem bleibt die Personallage angespannt: Die von muskulären Problemen geplagten Thiesson und Verboom werden, so hört man, der Mannschaft in diesem Jahr nicht mehr zur Verfügung stehen. (wen)