Seit Monaten sucht der FC Aarau nach dem Supersechser! Ein Abräumer im defensiven Mittelfeld soll die auseinanderklaffenden Mannschaftsteile Offensive und Defensive kitten: Der gesuchte Mann sollte einerseits tauglich sein, andererseits finanzierbar - eine knifflige Kombination. Doch die ersten vier Saisonspiele haben offenbart, dass im Zentrum dringender Handlungsbedarf besteht, dass ohne neuen Sechser die Perspektiven für die sportliche Trendwende noch geringer als nach dem Fehlstart eh schon sind.

Seit einigen Tagen trainiert im Brügglifeld der Ghanaer Kwasi Sibo mit. Anfang August unterschrieb der 20-Jährige einen langfristigen Vertrag beim Premier-League-Vierten FC Watford. Für die Engländer ist Sibo ein Perspektivspieler, vorerst soll er anderswo Einsatzminuten bekommen. Der FC Aarau, wenn er Sibo denn will, würde ihn ausleihen. Vor dem Transfer auf die Insel spielte er ein Jahr lang für den armenischen Spitzenklub Banants Jerewan. 

So zeigt sich Sibo auf Instagram - bringt er die nötige Aggressivität ins FCA-Team?

So zeigt sich Sibo auf Instagram - bringt er die nötige Aggressivität ins FCA-Team?

Sibo ist 1,82 Meter gross und von imposanter Statur - die physischen Anforderungen an einen Abräumer bringt er also mit. Aber da Sibo weder Schweizer noch EU-Bürger ist, würde er das Ausländerkontingent des FC Aarau belasten. In der Challenge League dürfen pro Mannschaft gleichzeitig maximal drei Ausländer auf dem Platz stehen - mit Mehidic, Misic (Kroatien) und Nikolic (Serbien) hat der FCA bereits drei. Käme ein weiterer Ausländer dazu, könnten diese vier Spieler nie gleichzeitig auf dem Platz stehen. Das ist kein Killerkriterium für eine allfällige Verpflichtung von Sibo, aber eine Konsequenz, die Sportchef Sandro Burki und Trainer Patrick Rahmen genau abwägen müssen.

FCA für Alain Wiss der Notausgang?

Bekannt ist zudem seit Längerem, dass Alain Wiss (27) vom FC St. Gallen ein Kandidat ist. Das ist er gemäss "AZ"-Informationen immer noch. Doch am ehemaligen Schweizer Nationalspieler (2 Länderspiele) sind auch andere Klubs interessiert. Wiss will mit seiner Entscheidung noch zuwarten. Das spricht nicht unbedingt für seinen absoluten Willen, nach Aarau zu kommen und zu helfen. Sondern eher dafür, dass er den Notausgang "FCA" bis zum Schluss offenhalten will.

Alain Wiss (links) hat sich noch nicht für einen neuen Klub entschieden.

Alain Wiss (links) hat sich noch nicht für einen neuen Klub entschieden.

Angeblich haben die FCA-Verantwortlichen einen weiteren, namentlich nicht bekannten Mittelfeld-Kandidaten auf der Liste. Nur noch neun Tage bleiben bis zur Schliessung des Transfermarkts. Kommt erschwerend hinzu: Mit den bisher gezeigten Leistungen hat der FCA seine Attraktivität als Wechselziel für Topspieler nicht gerade gesteigert. Wird Sportchef Burki fündig?