Als Trainer ist Marco Schällibaum Geschichte. Doch dank Vertrag bis 2018 kassiert er auch in der kommenden Saison Monat für Monat Lohn vom FC Aarau. Ausser: Schällibaum findet bis dahin einen neuen Job. Oder es kommt zur vorzeitigen Vertragsauflösung.

Letzteres, so ist aus dem Umfeld des FC Aarau zu hören, steht kurz bevor. Nach der Freistellung am 6. Juni tauchte Schällibaum in die Ferien ab, um die turbulenten letzten Monate in Aarau zu verarbeiten. Nun ist er zurück und bereit für eine neue Anstellung. Und vor Verhandlungen mit potenziellen Arbeitgebern will sich Schällibaum vertraglich vom FC Aarau lösen.

Für diese «Freiheit» müsste der 55-Jährige auf Geld verzichten: Die Abfindung bei einer vorzeitigen Vertragsauflösung wäre kleiner als die Summe, die Schällibaum bei normalem Weiterlaufen des Vertrags bis Mitte 2018 kassieren würde. Derzeit laufen die Verhandlungen zwischen den Parteien.

Dank Vertrag bis 2018 kassiert Schällibaum auch in der kommenden Saison Monat für Monat Lohn vom FC Aarau.

Dank Vertrag bis 2018 kassiert Schällibaum auch in der kommenden Saison Monat für Monat Lohn vom FC Aarau.

Kommt es zu einer Einigung, fällt der finanzielle Schaden der unnötigen Vertragsverlängerung mit Schällibaum im April geringer aus als befürchtet. Denn auch mit dem ehemaligen Assistenztrainer Andy Ladner bahnt sich eine die FCA-Kasse schonende Lösung an: Den Schällibaum-Intimus an der Seite des neuen Cheftrainers Marinko Jurendic zu belassen, war logischerweise kein Thema.

Da die FCA-Verantwortlichen aber in den Bereichen Talentmanagement sowie Spieler- und Gegnerbeobachtung personell aufrüsten wollen, gibt es weiterhin Verwendung für Ladner. Dieser hat ebenfalls einen Vertrag bis 2018, soll für die Lohnzahlungen aber eine Gegenleistung erbringen.

Auf Anfrage der «Schweiz am Wochenende» will FCA-Vizepräsident Roger Geissberger keine Auskunft zu Details geben. Der Verwaltungsrat und Leiter Ressort Sport bestätigt aber, dass mit Schällibaum und Ladner «konstruktive Gespräche über das Wie-Weiter» stattfinden.
Derweil basteln die Verantwortlichen am Spielerkader für die nächste Saison: Stand heute ist geplant, noch einen Schlüsseltransfer zu tätigen.

Auf Anfrage der «Schweiz am Wochenende» will FCA-Vizepräsident Roger Geissberger keine Auskunft zu Schällibaum und Ladner geben.

Auf Anfrage der «Schweiz am Wochenende» will FCA-Vizepräsident Roger Geissberger keine Auskunft zu Schällibaum und Ladner geben.

Also einen Spieler mit Erfahrung in der Super League oder auf hohem Auslandniveau zu holen, der die Mannschaft auf Anhieb verstärkt. Position: zentrales Mittelfeld mit Defensivgewissen und Offensivdrang. Nach Informationen der «Schweiz am Wochenende» ein ernsthafter Kandidat: Dejan Janjatovic, 25 Jahre alt, ehemaliger Junior von Bayern München, der in St. Gallen seine Karriere lancierte, im Februar 2016 zu Vaduz wechselte und dort nun keinen Vertrag mehr erhielt.

Trauriger Schicksalsschlag

Der gebürtige Serbe war in dieser Woche wegen eines traurigen Schicksalsschlags in den Medien: Seine drei Monate alte Tochter ist wegen eines Herzfehlers verstorben. Am Freitag fand in St. Gallen die Beerdigung statt.

Die Verantwortlichen des FCA basteln am Spielerkader für die nächste Saison. Heisser Kandidat für einen Transfer: Dejan Janjatovic (r.).

Die Verantwortlichen des FCA basteln am Spielerkader für die nächste Saison. Heisser Kandidat für einen Transfer: Dejan Janjatovic (r.).

Dass ein zentraler Mittelfeldspieler mit Stammplatz-Status zum FC Aarau kommen soll, verwundert auf den ersten Blick: Denn mit Burki, Siegfried, Perrier, Jäckle und Hammerich sind bereits fünf zentrale Mittelfeldspieler vorhanden.

Steht etwa einer dieses Quintetts vor dem Absprung? Nur zwei Spieler kommen infrage: Hammerich könnte eine weitere Saison ausgeliehen werden. Und Jäckle hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, den FCA bei einem passenden Angebot aus einer höheren Liga zu verlassen. Nur: Im Frühling steckte Jäckle wie fast alle Spieler tief im Formloch und konnte keine Eigenwerbung betreiben.

Jäckle hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, den FCA bei einem passenden Angebot aus einer höheren Liga zu verlassen.

Jäckle hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, den FCA bei einem passenden Angebot aus einer höheren Liga zu verlassen.

Anders als angenommen, will der FCA derzeit auf die Verpflichtung eines Linksverteidigers verzichten. Geplant ist, die Vakanz intern zu regeln: Damir Mehidic soll taktisch und im Zweikampfverhalten geschult werden. Mit Thrier und Perrier könnten zudem Spieler von anderen Positionen nach hinten links rücken.

Wohl bald kein Aarau-Spieler mehr ist Sébastien Wüthrich: Servette soll bereit sein, die geforderte Ablösesumme zu bezahlen. Gut möglich, dass Wüthrich bereits heute im Testspiel gegen die «AFV-Allstars» fehlt.