Fussball
Der FC Aarau muss bis April 2015 in Gränichen trainieren – wegen der Kunsteisbahn

Der FC Aarau muss sich auf einen Alltag in der Fremde einstellen. Das Aargauer Aushängeschild in der Super League wird bis April 2015 im Exil trainieren müssen. Grund ist die Sanierung der Kunsteisbahn.

Patrick Haller
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Temporärer Abschied vom Trainingsplatz im Brügglifeld.

Temporärer Abschied vom Trainingsplatz im Brügglifeld.

KEYSTONE

Einmal pro Woche stehen Fussballprofis im Rampenlicht, wenn sie sich vor einem grossen Publikum über 90 Minuten duellieren. Der Grundstein für eine erfolgreiche Saison wird aber abseits laufender Fernsehkameras und begeisterter Zuschauermassen gelegt, nämlich in der täglichen Arbeit auf dem Trainingsplatz. Aus dieser Routine werden die Spieler des FC Aarau nun unsanft gerissen, denn das Aargauer Aushängeschild in der Super League wird bis April 2015 im Exil trainieren müssen.

Bei der Sanierung der Kunsteisbahn Aarau (Keba) ist ein neues Ausseneisfeld geplant, welches einen Teil des westlichen Rasenplatzes (B-Platz) beansprucht. Letzterer muss folglich um 90 Grad gedreht werden und wird schliesslich – wie auch der in östlicher Richtung verschobene C-Platz – parallel zum Weiherweg zu liegen kommen.

Neuverpflichtung Luca Radice in Aktion
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Neuverpflichtung Luca Radice in Aktion
Neuverpflichtung Luca Radice in Aktion
Olivier Jäckle ist vor Alain Schultz am Ball
Artur Ionita wird von Olivier Jäckle verfolgt
Der FC Aarau trainiert auf der Zehnder-Matte
Der FC Aarau beim Training in Gränichen
Artur Ionita (links) und Sandro Burki

Neuverpflichtung Luca Radice in Aktion

Sarah Rölli

Die Arbeiten an den beiden Rasenfeldern werden im Frühjahr 2015 abgeschlossen sein. Vom verzögerten Baubeginn der Kunsteisbahn – infolge Kostenüberschreitung – wird der Zeitplan für die erneuerten Trainingsfelder des FC Aarau nicht tangiert werden.

Einige Optionen evaluiert

Nichtsdestotrotz muss sich der FC Aarau auf einen Alltag in der Fremde einstellen. «Wir haben einige Optionen evaluiert», erklärt Sportchef Urs Bachmann. Ein regelmässiger Trainingsbetrieb im Stadion Brügglifeld sei aufgrund der enormen Belastung des Terrains undenkbar. Die Sportanlage Schachen stand wiederum wegen Kapazitätsengpässen nicht zur Diskussion; zumal es einer kostenintensiven Sanierung eines Naturrasenfeldes bedurft hätte, um professionelle Bedingungen zu schaffen.

In der näheren Umgebung wurde der FCA schliesslich fündig: Auf der modernen ZehnderMatte in Gränichen stehen ein Kunstrasen- und ein Naturrasenplatz für die Schützlinge von Aarau-Cheftrainer René Weiler zur Verfügung. „Uns werden in Gränichen optimale Bedingungen geboten", zeigt sich Urs Bachmann begeistert von der grosszügigen Sportanlage, die den Namen des ortsansässigen FCA-Hauptsponsors trägt. „Wir sind stolz auf unsere Infrastruktur und freuen uns auf den FC Aarau", sagt Dino Di Fronzo, Präsident des FC Gränichen. Deshalb habe der Verein auch grosse Anstrengungen unternommen, um dem FCA ideale Voraussetzungen auf der ZehnderMatte bieten zu können.

In finanzieller Hinsicht fällt das ausgedehnte Gastspiel im unteren Wynental nur unwesentlich ins Gewicht, denn „die Benutzungsgebühr wird teilweise von der Stadt Aarau bezahlt", so Bachmann zur Entschädigung für die temporäre „Enteignung" auf dem angestammten Brügglifeld-Areal.

Offene Fragen bleiben

Logistisch werden die Verantwortlichen des Aargauer Super-League-Achten hingegen vor grössere Herausforderungen gestellt. So ist noch nicht restlos geklärt, ob der FC Aarau nur die Rasenfelder in Gränichen beanspruchen wird oder sich mit seiner eigenen Infrastruktur für die gesundheitliche und sportliche Betreuung der Fussballer während knapp eineinhalb Jahren fix auf der ZehnderMatte installieren wird. „Die Praxis wird zeigen, welche Lösung sich als optimal erweist", sagte Bachmann nach der heutigen Trainingspremiere auf der ZehnderMatte.