Challenge League
Der FC Aarau ist trotz der Tabellenführung ein sehr teurer Spass

Der FC Aarau ist mit sieben Punkten Vorsprung Tabbellenführer. Doch es zählen nicht nur die sportlichen, sondern auch die wirtschaftlichen Aspekte. Der Kampf um einen ausgeglichenen Finanzhaushalt ist Jahr für Jahr ein zähes Ringen.

Ruedi Kuhn
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Der FCA macht derzeit beste Werbung in eigener Sache

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Otto Lüscher

Sportlich schwebt der FC Aarau nach sechs Siegen in Folge gegen Wil (3:0), Winterthur (3:1), Lugano (3:1), Bellinzona (2:1), Biel (4:1) und Locarno (1:0) auf Wolke sieben. Der Tabellenführer der Challenge League hat auf den ersten Verfolger Winterthur bereits sieben Punkte Vorsprung.Im heutigen Spitzenspiel in Lugano kann die Mannschaft von Trainer René Weiler einen neuen Rekord aufstellen. Seit dem Aufstieg in die Nationalliga A im Jahr 1981 ist es den Aarauern noch nie gelungen, sieben Meisterschaftsspiele in Serie zu gewinnen.

Der sportliche Aspekt ist die eine, der wirtschaftliche Aspekt die andere Seite: Der Kampf um einen ausgeglichenen Finanzhaushalt ist für die Klubverantwortlichen Jahr für Jahr ein zähes Ringen. Die Ausgaben für 2012 beziffern sich auf 4,5 Millionen Franken. Die Gesamtkosten für die erste Mannschaft sind 3,1 Millionen Franken. Die Sicherheitskosten für Polizei, Securitas und Unterhalt sind in der Vergangenheit extrem gestiegen und betragen aktuell 400 000 Franken. Die restlichen Ausgaben verteilen sich auf die Infrastruktur im Brügglifeld, den Spielbetrieb, den Juniorenbereich sowie die Lohnkosten für das Sekretariat und die Wäscherei.

Mehr Ertrag, weniger Aufwand

Das Geschäftsjahr 2012 muss man mit einem budgetierten strukturellen Defizit von 400 000 Franken abschliessen. Was die Zukunft betrifft, gibt es einen Silberstreifen am Horizont. Für die Saison 2012/13 rechnet man mit ausgeglichenen Zahlen. Möglich ist dies aus zwei Gründen: Einerseits wurden die Lohnkosten nochmals um 250 000 Franken reduziert, anderseits konnte man im Marketing und Sponsoring Mehrerträge von 220 000 Franken erzielen.

Diese zwei Bereiche werden von FCA-Vizepräsident Roger Geissberger geführt. Ihm zur Seite steht Geschäftsführer Robert Kamer. Hier betragen die Einnahmen 2,7 Millionen Franken. Dank der Unterstützung von Hauptsponsor Zehnder, dem Co-Hauptsponsor NAB und den Premiumsponsoren AZ-Medien, Knecht-Reisen, Emil Frey, Märki, ISS, Sport XX, Swisscom und neu Axpo fliessen jährlich 1,1 Millionen in die Kasse. Weitere wichtige Einnahmequellen sind Sponsorengruppen wie «White socks» und, «Club 100». Das Team Aargau wird von der IBA, der Verein 1902 von der Rohr AG unterstützt.

Geissberger ist froh, dass die Verträge aller Sponsoren bis 2015 dauern. «Nur so können wir die Zeit bis zum Bezug der neuen Sportstätte im Torfeld Süd überbrücken», sagt er. Spielt der FC Aarau ab der Saison 2015/16 tatsächlich im neuen Stadion, kann man die Einnahmen aller Voraussicht nach um 1,5 bis 2 Millionen Franken steigern. Mit dieser Ausgangslage ist der mit einem zusätzlichen finanziellen Kraftakt verknüpfte Aufstieg in die Super League eher zu bewerkstelligen als jetzt.