FC Aarau
Der FC Aarau gewinnt gegen den FC Wil dank Doppeltorschütze Patrick Rossini mit 2:1

Die Erfolgswelle des FC Aarau hält an. Nach dem 2:1-Sieg gegen den Tabellenzweiten FC Wil sind die Aarauer nun seit neun Spielen ungeschlagen.

François Schmid-Bechtel (Text) und Patrick Haller (Liveticker)
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Aarau - Wil
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Der überragende Mann auf dem Platz: Doppeltorschütze Patrick Rossini.
Die Fans mit einer klaren Botschaft

Aarau - Wil

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Der FC Aarau ist derzeit die erfolgreichste Mannschaft der Challenge League. Seit neun Spielen hat er nicht mehr verloren, zuletzt viermal in Serie gewonnen. Und in den sieben Partien der Rückrunde 17 von 21 möglichen Punkten geholt.

Und nun das 2:1 gegen den FC Wil, den Klub der unbegrenzten finanziellen Möglichkeiten. «Sensationell, diese Dominanz, die wir ausgestrahlt haben», lobt Aaraus Trainer Marco Schällibaum. «Dieser Sieg ist eine Bestätigung für unseren unglaublichen Weg.» Ein Weg, der am Tabellenende begann.

Der FCA ist gefangen im Mittelfeld

Doch die Geschichte hat einen Haken. Der FC Aarau surft zwar auf einer Erfolgswelle, legt derzeit gnadenlos gute Auftritte hin, gewinnt wie ein Aufsteiger, ist aber gefangen im Mittelfeld. Was wäre wenn? Spätestens nach dem 2:1 gegen Wil ist diese hypothetische Frage mehr denn je berechtigt. Was wäre, wenn Aarau mit Marco Schällibaum statt Livio Bordoli in die Saison gestartet wäre? Was wäre, wenn Sportchef Raimondo Ponte schon im Sommer die Mannschaft hätte zusammenstellen können, statt erst im Winter? Was wäre, wenn Abwehrchef Stéphane Besle und Stürmer Patrick Rossini schon zu Saisonbeginn verpflichtet worden wären? «Dann wären wir wahrscheinlich ganz oben», so die lakonische Antwort von Präsident Alfred Schmid.

Selbst wenn die Aarauer (ohne den gesperrten Sandro Burki) heute in zwei Wochen bei Leader Lausanne gewinnen, beträgt der Rückstand auf den Aufstiegsplatz neun Punkte. Was wäre wenn? Oder ist nach vorne gar noch der grosse Coup drin? Trainer Schällibaum lässt weder Wehmut noch Träume zu. Er sagt nur: «Wir nehmen Schritt für Schritt.»

Der letzte Schritt war ein beeindruckender. Technisch war das 2:1 gegen Wil kein Spiel auf höchstem Niveau. Aber punkto Dynamik, Intensität und Härte war es ein grosses Spiel. Und der FC Aarau, der noch im Herbst zerbrechlich war wie eine billige Uhr, beeindruckte mit seiner Widerstandsfähigkeit. Er dominierte nicht nur die abgezockteste Mannschaft der Liga, sondern brachte sie mit seiner Zähigkeit an den Rand des Nervenzusammenbruchs.

Rossini statt Lieder

Und Aarau war gnadenlos effizient, ging mit dem ersten Abschluss in Führung, als Rossini (24.) mit einem herrlichen Volley einen Chip von Burki veredelte. Aarau brauchte aber auch seinen Torhüter. In der 6. Minute reagierte Steven Deana hervorragend gegen Johan Vonlanthen. Und in der 69. Minute entschärfte er einen Kopfball von Jocelyn Roux. Abgesehen von diesen zwei Szenen liess die Aarauer Defensive bis in die Nachspielzeit, in welcher der frühere brasilianische Nationalspieler Santos den Anschlusstreffer erzielte, nichts zu.

Der FC Aarau ist so gefestigt, dass selbst Irritationen vor dem Penalty – Dylan Stadelmann hatte Mart Lieder gefoult – sich nicht negativ auswirken. Die Abmachung zwischen Mart Lieder und seinem Sturmpartner Rossini sieht vor, dass sie sich abwechseln. Rossini war zuletzt dran, beim 3:1 in Schaffhausen. Doch Schällibaum intervenierte, als Lieder den Ball setzte. Warum eigentlich? Schällibaum sagt: «Lieder war in diesem Moment emotional zu aufgewühlt.» Alles richtig gemacht. Denn Rossini traf zum 2:0.

FC Aarau - FC Wil 2:1

Brügglifeld. – 4156 Zuschauer. – SR: Pache. – Tore: 24. Rossini 1:0. 61. Rossini (Foulpenalty) 2:0. 94. Santos 2:1.

Aarau: Deana; Nganga, Besle, Garat, Jaggy; Peralta, Jäggy, Burki, Radice (90. Mobulu); Rossini (74. Carlinhos), Lieder (87. Josipovic).

Wil: Drewes; Stadelmann, Ramos, Korkmaz, Schäppi; Stillhart, Taipi; Vonlanthen (68. Koller), Yilmaz (62. Santos), Spielmann (68. Roux); Nobre.

Bemerkungen: Aarau ohne Russo, Thaler (beide verletzt) und Martignoni (gesperrt). Wil ohne Fazli, Maroufi (beide verletzt), Söylemezgiller, Audino alle Cökmüs (alle gesperrt). Verwarnungen: 52. Ramos, 54. Nobre (beide wegen Foul), 56. Yilmaz (Reklamieren), 59. Stadelmann (Foul), 60. Burki, 68. Korkmaz (beide wegen Reklamieren), 74. Lieder (Unsportlichkeit).

Lesen Sie hier den Liveticker vom Spiel nach: