Erinnern Sie sich an den 13. Februar 2016? Der FC Aarau reiste als Tabellenletzter der Challenge League nach Chiasso. Der Druck auf Marco Schällibaum war gross. Eine weitere Niederlage konnte sich der damalige Trainer nicht leisten. Ihm drohte die Entlassung. Das Motto vor dem Anpfiff in der trostlosen Ambiance im Stadion «Riva IV»: Siegen oder fliegen!

Doch siehe da: Die Aarauer gewannen dank zwei Toren von Igor Nganga 2:1. Damit war die Trainerdiskussion vom Tisch. Umso mehr, als dass Schällibaum und seine Mannschaft nach dem Erfolgserlebnis im Tessin so richtig durchstarteten. In den folgenden elf Spielen gab es acht Siege und drei Unentschieden. Als bestes Team der Rückrunde verbesserte sich Aarau mit letztlich 50 Punkten noch auf den vierten Rang.

Schällibaum selbst blieb noch bis Anfang Juni 2017 im Amt. Zwar wurde sein Vertrag auf die Saison 2017/18 wegen Erfolglosigkeit und Dysbalance zwischen ihm und der Mannschaft nicht verlängert. Dennoch kann sich seine Gesamtbilanz als FCA-Trainer sehen lassen: In 64 Spielen gab es 27 Siege, 14 Unentschieden und 23 Niederlagen.

Marco Thaler zurück im Kader

Knapp drei Jahre später reist der FC Aarau an diesem Wochenende wieder einmal nach Chiasso. So wie einst Schällibaum hat auch dessen Nach-Nachfolger Patrick Rahmen das Messer am Hals. Mit zwei Siegen, einem Unentschieden und neun Niederlagen ist die Startbilanz rekordverdächtig schlecht. An die «Chiassesi» hat Rahmen besonders schlechte Erinnerungen: Das 1:2 gegen die Südtessiner in der fünften Meisterschaftsrunde am 25. August war der Tiefpunkt einer bislang verkorksten Saison.

Und so haben die Aarauer im Rückspiel im Tessin einiges gutzumachen. Mehr noch: Für den unter Druck geratenen Rahmen ist das Spiel von kapitaler Bedeutung. «Wir können Chiasso packen», sagt der Basler selbstbewusst. «Die Aufgabe ist allerdings alles andere als ein Selbstläufer. Wir müssen den solidarisch auftretenden und kämpferisch starken Gegner ernst nehmen. Aber das machen wir in der schwierigen Situation ja sowieso.»

Die eine oder andere Änderung

Bezüglich Aufstellung lässt sich Rahmen nicht in die Karten schauen. Im Vergleich zur Startelf gegen Wil (2:0) dürfte es die eine oder andere Änderung geben. Der schnelle und trickreiche Flügelstürmer Varol Tasar dürfte von Beginn an für den blassen Martin Liechti spielen.

Bleibt die Frage, ob Rahmen auf einen oder zwei Stürmer setzen wird. Stefan Maierhofer zählt zweifellos zur Startformation. Stürmt der 36-jährige Österreicher zusammen mit Rückkehrer Marco Schneuwly? Klar ist, dass Innenverteidiger Marco Thaler nach einer siebenmonatigen Verletzungspause erstmals wieder auf der Ersatzbank sitzen wird.