FC Aarau
Der FC Aarau feiert in Biel einen Sieg mit Schönheitsfehlern

Die Mannschaft von Trainer Marco Schällibaum schlägt den FC Biel auswärts mit 3:1 - und das trotz zwei verschossenen Elfmetern von Lieder und Rossini. Für den FCA trafen Carlinhos und zweimal Josipovic. Spiel verpasst? Der Spielverlauf zum Nachlesen in unserem Liveticker.

Ruedi Kuhn (Text) und Patrick Haller (Liveticker)
Drucken
Teilen
FC Biel - FC Aarau
8 Bilder
Carlinhos (Aarau) links und Zoran Josipovic (Aarau) jubeln nach dem Tor zum 1:3.
Zoran Josipovic (Aarau) jubelt nach dem Tor zum 3:1.
Patrick Rossini (Aarau) links gegen Jeremy Frick (Biel).
Fabian Stoller (Biel) links gegen Patrick Rossini (Aarau).
Mart Lieder (Aarau) rechts verschiesst ein Penalty gegen Jeremy Frick (Biel).
Lucas (Biel) links foult Mart Lieder (Aarau) im Strafraum.
Patrick Rossini (Aarau) links verschiesst ein Penalty gegen Jeremy Frick (Biel).

FC Biel - FC Aarau

FC Aarau, Facebook-Seite

Erster Elfmeter für den FC Aarau nach 27 Minuten: Mart Lieder scheitert am gut reagierenden Biel-Torhüter Jérémy Frick, der den Ball mit einem Reflex an die Unterkante der Latte lenkt. Von dort springt das Leder vor die Linie.

Zweiter Elfmeter für den FC Aarau nach 44 Minuten: Diesmal versucht Patrick Rossini sein Glück. Frick behält auch diesmal die Nerven und kann den Ball nach dem schwachen Schuss Rossinis sogar festhalten.
Zwei Elfmeter für den FC Aarau vor der Pause also – zwei Fehlschüsse! Nun gibt es im Fussball ein ungeschriebenes Gesetz, dass ein gefoulter Spieler einen Penalty nie selbst schiessen soll. Im Fall des FC Aarau scheint man von diesem Gesetz nicht viel zu halten. Was soll’s? Genug der Kritik am FC Aarau!

Einem FC Aarau, der seit dem 21. November 2015 und zwölf Spielen ungeschlagen ist. 28 Punkte hat die Mannschaft von Trainer Marco Schällibaum in diesen Einsätzen geholt. Und dank den acht Siegen und vier Unentschieden hat sich das Team in der Tabelle der Challenge League von Rang 10 auf Rang 3 verbessert.
«Das ist ein Wahnsinn», sagt Schällibaum. «Die Spieler haben sich im Verlauf der Rückrunde hervorragend entwickelt. Sie lassen sich auch durch Rückschläge nicht mehr so schnell aus dem Konzept bringen.» Ein Wahnsinn ist es tatsächlich. Wer nach zwei vergebenen Penaltychancen trotzdem noch auf souveräne Art und Weise 3:1 gewinnt, dem gebührt ein Kompliment.

Natürlich kam dem FC Aarau in der zweiten Halbzeit entgegen, dass er in Überzahl agieren konnte. Biels Fabian Stoller – im Brügglifeld kein Unbekannter – wurde nach seinem rüden Einsteigen gegen Rossini vor dem zweiten Penalty zu recht vom Platz gestellt.
Und so kam es in der zweiten Hälfte, wie es kommen musste. Zu zehnt konnten die über weite Strecken harmlosen Seeländer den Aarauern nicht mehr Paroli bieten. Nach einer Stunde liess Joker Nummer eins Carlinhos Frick mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze keine Chance. Es war bereits das siebte Saisontor des Brasilianers. Und in der Schlussphase profitierte Joker Nummer zwei Zoran Josipovic von den ihm gewährten Freiheiten und schoss die Treffer Nummer zwei und drei.

Den Angstgegner bezwungen

Dass nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstor von Astor Kilezi zum 1:2 nach 83 Minuten noch etwas Spannung und Hektik aufkamen, war aus Aarauer Sicht völlig unnötig. Kurze Zeit später aber war der Mist geführt. Alles andere als ein Sieg hätte den Spielverlauf auf den Kopf gestellt.

Der FC Aarau eilt also weiterhin von Erfolg zu Erfolg. Davon konnte man gerade gegen die Bieler nicht ausgehen. Schliesslich waren sie in dieser Saison so etwas wie der Angstgegner der Aarauer. Die Resultate vor dem vierten und letzten Aufeinandertreffen sprachen Bände: 2:3, 1:3 und 1:1 lauten die Ergebnisse. Diesmal aber kam alles anders.
Bleibt der Zusatz, dass die Partie vor 1156 Zuschauern in der Tissot Arena vom Aargauer Fifa-Schiedsrichter Sascha Amhof geleitet wurde. Amhof geriet zuletzt in die Schlagzeilen, weil er sich in den Spielen FC Basel - GC (2:3) in der Vorrunde und YB – Sion (3:2) in der Rückrunde eine Vielzahl an krassen Fehlentscheiden geleistet hatte.

Das war wohl auch der Grund, warum der 36-Jährige vom FC Sarmenstorf gemeldete Schiri zuletzt keine Einsätze in der Super League mehr hatte. Nun ist er also wieder zurück. Und es ist durchaus erfreulich, dass Amhof während der 93 Minuten fast keine Fehler beging.

Trotzdem kann man sich über die Wahl des Spielleiters streiten. Es stellt sich nämlich durchaus die Frage, ob es sinnvoll ist, wenn ein Aargauer ein Spiel des FC Aarau pfeift – oder etwa nicht?

FC Biel – FC Aarau 1:3 (0:0)

Tissot Arena. – 1’156 Zuschauer. – SR: Amhof. – Tore: 61. Carlinhos 0:1. 76. Josipovic 0:2. 83. Kilezi 1:2. 89. Josipovic 1:3.

Biel: Frick; Popara, Lucas (46. Corbaz), Kryeziu, Schulz; Stoller, Ljubicic; Brunner, Marchesano, Hayoz (46. Kilezi); Karlen (71. Sliskovic).

Aarau: Deana; Martignoni, Nganga, Garat (55. Carlinhos), Jaggy; Mobulu (77. Lüscher), Jäckle, Perrier, Romano; Rossini (65. Josipovic), Lieder.

Bemerkungen: Biel ohne Hebib, Kamber, Ukoh und Zangger (alle verletzt). Aarau ohne Besle, Peralta (beide gesperrt), Burki, Russo und Thaler (alle verletzt). – 28. Goalie Frick lenkt Foulpenalty von Lieder an die Querlatte. 45. Rossini scheitert mit Foulpenalty an Frick. 55. Garat verletzt ausgeschieden. 78. Pfostenschuss Kilezi. – Verwarnungen: 27. Lucas, 49. Jäckle (beide Foulspiel), 63. Rossini (Unsportlichkeit). – Platzverweis: 44. Stoller (Notbremse).

Lesen Sie hier den Liveticker vom Spiel nach:

Aktuelle Nachrichten