Challenge League

Varol Tasar meldet sich mit Doppelpack zurück: Der FC Aarau besiegt Vaduz mit 3:0

Nach 64 Minuten riss der Knoten, als Tasar den FCA 1:0 in Führung schoss. Zuvor war es ein Geduldsspiel, in dem es das Heimteam an Genauigkeit vermissen liess. Wie schon unter der Woche in Kriens brachten die Umstellungen des Trainers in der Pause die nötige Verbesserung.

Vor einer Woche lag der FC Aarau sieben Punkte hinter dem zweitplatzierten Lausanne. Die Zielvorgabe in den Spielen seither gegen Schaffhausen, Kriens und Vaduz lautete: Den Abstand auf den Barrage-Platz verringern. Das ist gelungen – und wie: Nach dem 3:0-Heimsieg gegen die Liechtensteiner liegt Aarau noch drei Punkte hinter Lausanne. Und die Waadtländer müssen noch im Brügglifeld antreten (4. Mai).

Doch zurück zur Gegenwart, zurück zum Heimspiel gegen Vaduz: Zum ersten Aufreger kommts in der 9. Minute. Eine Obexer-Flanke fliegt in den Vaduzer Strafraum, gefolgt von einem Schrei und einem Pfiff: Penalty für Aarau. Maierhofer, schon wieder er, liegt nach einem Leibchen-Zupfer von Puljic am Boden. Penalty oder nicht? Die Meinungen gehen auseinander.

Maierhofer ist‘s egal: Er schnappt sich den Ball, obwohl Markus Neumayr schiessen will. Kommt das gut? Oder tritt das ungeschriebene Gesetz in Kraft, wonach der Gefoulte nicht zum Penalty antreten soll? Die Antwort auf letztere Frage ist Sache der Verschwörungstheoretiker. Fakt ist: Maierhofer schiesst am Tor vorbei und ist nach zuvor neun verwandelten Penaltys der erste Aarauer, der in dieser Saison vom Punkt vergibt.

Der verpasste Traumstart bremst das Heimteam aus. Die von Trainer Patrick Rahmen im neuen System aufs Feld geschickte Mannschaft (Schneuwly im Sturm neben Maierhofer, Neumayr am rechten Flügel) agiert gegen aufsässige Liechtensteiner im Angriff zu ungenau. Die Partie wird zum Geduldsspiel. Sicher auch eine Folge der Spiele gegen Schaffhausen und Kriens, in denen der FCA vor lauter Offensivdrang phasenweise das Verteidigen vergass. Es spricht für Rahmens Mannschaft, daraus gelernt zu haben.

Vor der Pause aber hat Aarau Glück, als Vaduz in seiner einzigen Drangphase zwei Grosschancen vergibt. Vor allem beim Abschluss von Noah Frick atmen die Aarauer tief durch, aus drei Metern schiesst der Sohn von Vaduz-Coach Mario Frick drüber.

Dann ist Pause. In der Kabine hadern die FCA-Profis, so erzählt es später der Trainer, mit ihrer Leistung. Doch Rahmen macht seiner Mannschaft Mut, sagt, die Chancen würden kommen. Er selber trägt das seinige zur Verbesserung bei: Rahmen schickt Maierhofer, an dem das Spiel vorbei lief, unter die Dusche und bringt Petar Misic.

Die Umstellung fruchtet. Mit dem Wiederanpfiff startet Aarau eine in dieser Saison selten gesehen Druckphase auf das gegnerische Tor. Natürlich, der ultra strenge Platzverweis gegen den besten Vaduzer, Milan Gajic, spielt dem FCA in die Karten. Als Rahmen den unglücklichen Schneuwly vom Platz nimmt und Goran Karanovic bringt, wird seine Mannschaft noch überlegener.

Die Erlösung – nach zuvor drei vergebenen Topchancen – kommt in der 64. Minute: Der in der zweiten Halbzeit überragende Markus Neumayr lanciert Varol Tasar und dieser trifft abgeklärt zum 1:0. Das erste Tor des 22-Jährigen seit der Bekanntgabe seines Sommer-Wechsels zu Servette, anders gesagt: Sein erstes Tor seit dem 9. Februar (20. Spieltag, 2:1 in Rapperswil-Jona).

Dann braucht es eine starke  Parade von FCA-Goalie Djordje Nikolic, ehe es für Tasar noch besser kommt. 81. Minute: Lanciert von Karanovic trifft er wunderschön ins nahe Eck zum 2:0. Die Entscheidung. Tasar krönt in der Nachspielzeit seine bärenstarke zweite Halbzeit mit der Vorlage für Karanovic, der zum 3:0-Endstand einschiebt.

3123 Zuschauer verlassen, abgesehen von der Handvoll Vaduz-Fans, zufrieden das Brügglifeld. Acht Spieltage noch – und der Formstand des FC Aarau lässt seine Fans von der Barrage träumen. Mehr denn je.

Die Stimmen zum Spiel:

Doppeltorschütze Varol Tasar: „Endlich wieder ein Match, in dem es für mich lief. Ich habe in den letzten Wochen natürlich gespürt, dass die Fans und Medien mehr von mir erwarten. Aber ich habe mich nie blockiert gefühlt. Jeder Stürmer hat Phasen, in denen er länger nicht trifft. Das Vertrauen von Trainer und Mannschaft war immer da. Und ich bin froh, dass ich nach meiner schwachen Leistung in Kriens wieder von Anfang an spielen durfte und das Vertrauen zurückzahlen konnte. Wir haben einen super Lauf, haben Selbstvertrauen. Spiel für Spiel – wenn wir jedes Mal gewinnen, dann kommt‘s gut.“

Challenge League, 28. Runde, FC Aarau - FC Vaduz: Stimmen zum Spiel (06.04.2019)

FCA-Trainer Patrick Rahmen: „Die erste Halbzeit hat mir nicht gefallen. Wir waren zu ungenau im Aufbauspiel. Aber es war auch eine Reaktion der Mannschaft auf die letzten zwei Spiele, in denen wir zu viel Risiko nahmen und dadurch zu viele Gegentore erhielten. Die Personalwechsel und die kleine Systemanpassung haben gut getan: Nach der Pause waren wir dominant und am Ende der verdiente Sieger. Für Varol freut es mich besonders, er hat sich das verdient. Nach dem Kriens-Spiel haben wir in einem Vier-Augen-Gespräch die Situation besprochen, er geniesst mein Vertrauen und hat das heute zurückbezahlt.“

Haben Sie das Spiel verpasst? Lesen Sie es hier im Ticker nach:

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