Fussball
Der FC Aarau bastelt an seiner unmittelbaren Zukunft

Das Trainingslager in der Südtürkei markiert für den Super-League-Aufsteiger den Auftakt für die Mission Ligaerhalt. Derzeit prägen die Diskussionen um Zuzug Luca Radice und die Zukunft von Spielern mit auslaufenden Verträgen das FCA-Umfeld.

Ruedi Kuhn, Side
Drucken
Teilen
Aaraus Neuverpflichtung Luca Radice im Testspiel gegen Metalurg Donetsk während des Trainingslagers in der Türkei. A. Meier/freshfocus

Aaraus Neuverpflichtung Luca Radice im Testspiel gegen Metalurg Donetsk während des Trainingslagers in der Türkei. A. Meier/freshfocus

Andreas Meier/freshfocus

Der Zufall will es, dass der Super-League-Klub FC Aarau und der Challenge-League-Klub Vaduz ihre Trainingslager in der Südtürkei zur gleichen Zeit und im gleichen Hotel durchführten. Der kleine Unterschied: Vaduz hat 24 Kaderspieler, Aarau 17. Als sich Kim Jaggy und Joël Mall verletzten, waren es noch 15 Spieler. Mit dem Ausfall von Mall spitzte sich die Sache zu: Plötzlich war Swen König der einzige Keeper.

Was tun? Junggoalie Andreas Hirzel einfliegen lassen? Das kostet Geld. Das Risiko, mit König als einzigem Torhüter ins Testspiel gegen Metalurg Donetsk (0:1) zu gehen, war den Verantwortlichen dann doch zu gross. Also wurde Hirzel doch eingeflogen.

Der FCA zwischen Genie und Wahnsinn

Der FC Aarau ist ein Phänomen. Er wird nach eigenen, speziellen Gesetzen regiert und bewegt sich irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn. Genie deshalb, weil es der FCA schafft, mit geringen Mitteln ein Optimum zu erreichen. Wahnsinn deshalb, weil sich der FCA mit der dünnen Personaldecke stets am Rand des Abgrunds bewegt. Das Sagen haben Präsident Alfred Schmid, Vizepräsident Roger Geissberger, Sportchef Urs Bachmann, Sportausschuss-Mitglied Fredy Strasser und Trainer René Weiler. Alle andern Mitstreiter haben den Status von Mainzelmännchen.

Luca Radice wichtig für die Moral

Dass Urs Bachmann in Side den Transfer von Luca Radice nach zähen Verhandlungen einfädeln konnte, ist wichtig. Alleine schon für die Moral innerhalb des Teams. Zwei Wochen vor dem Rückrundenauftakt mit dem Heimspiel gegen St. Gallen ist der FC Aarau bezüglich Fitness im Fahrplan.

Die Stimmung innerhalb der Mannschaft könnte kaum besser sein. Routinier Alain Schultz sagt: «Ich habe in meiner Karriere noch nie einen solch guten Teamgeist erlebt wie jetzt. Alle ziehen am gleichen Strick.»

Die Planungen für die nächste Saison laufen auch Hochtouren. Die 2014 auslaufenden Verträge von Juan Pablo Garat (bis 2015) und Igor Nganga (bis 2016 mit Option) wurden verlängert. Alain Schultz, Dante Senger und Sandro Foschini erhalten wohl je einen Jahresvertrag.

Ionitas Abgang: eine bittere Pille

Bei den Leihspielern Kim Jaggy und Alexander Gonzalez ist die Zukunft offen. Gleiches gilt für den Schweden Linus Hallenius, der zwar gute Ansätze zeigt, es aber an der nötigen Torgefahr vermissen lässt. Eine bittere Pille muss der FC Aarau mit dem Abgang von Artur Ionita schlucken. Nach Silvan Widmer Ende letzter Meisterschaft verlässt erneut das Aushängeschild den Klub. Das tut weh. Sehr weh.

Aktuelle Nachrichten