Am Mittwoch, 21. März, hat der FC Aarau Marinko Jurendic entlassen. Das genaue Datum mag unerheblich erscheinen, ist es aber nicht: Spätestens 20 Tage nach dem Entlassungsdatum, also am 10. April, muss der FCA bekannt geben, wer in der neuen Saison Cheftrainer ist. Oder der FCA muss bis dann einen Übergangstrainer installieren, der im Besitz der höchsten Ausbildungsstufe «Uefa-Pro-Lizenz» ist. So steht es im Trainerreglement des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV), die Liga bestätigt dies.

Derzeit leitet Jurendics Assistent Stephan Keller das Training. Er hat aber «nur» das A-Diplom. Keller darf nur dann bis zum Saisonende Interimstrainer bleiben, wenn bis am 10. April der Cheftrainer für die neue Saison bekannt gegeben wird und der FCA beim SFV eine Kaution in der Höhe von 20'000 Franken hinterlegt. Diese wird zurückerstattet, wenn Keller irgendwann die Uefa-Pro-Lizenz hat.

Kompliziert? Einfach gesagt: Bis am 10. April wird Bewegung in die Trainerfrage kommen.

Sforza oder Rahmen?

Seit der Jurendic-Entlassung waren Urs Fischer, Uli Forte (beide ohne Klub) und Urs Meier (Rapperswil-Jona) drei der meistgenannten Nachfolge-Kandidaten. Die «Schweiz am Wochenende» hat bei diesen direkt oder in ihrem Umfeld nachgefragt. Resultat: Keiner des Trios wird FCA-Trainer.

Wunschkandidat Fischer wurde gemäss Recherchen von Aarau-Sportchef Sandro Burki kontaktiert, hat jedoch kein Interesse, sondern höhere Ambitionen. Das Gleiche gilt für Forte, er sagt gegenüber der «Schweiz am Wochenende»: «Der FC Aarau ist ein Traditionsverein in einer schwierigen Situation. Ohne despektierlich zu sein: Das ist kein Thema, mein Weg geht in eine andere Richtung.» Urs Meier sagt: «Ich habe in Rapperswil einen Vertrag bis 2020, ein Wechsel zum FC Aarau kommt zum jetzigen Zeitpunkt nicht infrage.»

Kein Fischer, kein Forte, kein Meier – wer dann? Die «SaW» hat auch bei den weiteren Kandidaten Patrick Rahmen und Ciriaco Sforza angefragt. Beide halten sich bedeckt und schliessen ein Engagement nicht aus. Wird bald einer der beiden als neuer FCA-Trainer vorgestellt?

Zum jetzigen unwahrscheinlich erscheint der ehemalige GC- und Luzern-Coach Carlos Bernegger, der einem Engagement beim FCA nicht abgeneigt wäre.

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