Unihockey
Der Fall von Lok Reinach in die sportliche Provinz

Lok Reinach kämpfte gegen den Erstligisten Sarnen um den Verbleib in der NLB. Doch es reichte nicht: Die Reinacher verloren auch das zweite Spiel der Best-of-3-Serie. Nach dem Abstieg in die NLB vor einem Jahr, muss Lok Reinach nun in die 1. Liga

Patrizia Obrist
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Wie weiter? Nach dem erneuten Abstieg müssen sich die Reinacher neu orientieren. Otto Lüscher

Wie weiter? Nach dem erneuten Abstieg müssen sich die Reinacher neu orientieren. Otto Lüscher

Lok brauchte noch ein Tor, um die Verlängerung im zweiten Spiel der Best-of-3-Serie zu erzwingen – doch es bleibt beim 4:5-Endstand. 380 Zuschauer verfolgten am Samstagabend in der Pfrundmatt das Spiel mit. Gleich nach der Schlusssirene zieht sich der führende Aargauer Unihockeyclub in die Kabine zurück und hadert dort über den Abstieg in die 1. Liga.

Was sich bei Lok Reinach in den vergangenen Monaten abgespielt hat, ist keine Freude mehr. Noch in der vorletzten Saison gehörte der Verein aus dem Wynental der obersten nationalen Spielklasse an. Nach einer verkorksten Saison war der Weg in die NLB die logische Folge. Daraufhin verliessen zwölf Spieler den Verein; einigen erschien die NLB als zu schlecht.

«Wir mussten das Team neu formen», erzählt Reinachs Trainer Patrick Jehli. «Das war nicht einfach.» Tatsächlich konnte sich das verjüngte Team in dieser Saison trotz gezeigtem Einsatz nicht durchsetzen und musste am Ende in die Barrage.

Dramatik pur im letzten Drittel

Dort hagelte es im ersten Spiel der Best-of-3-Serie eine 1:10-Klatsche. Lok war im zweiten Spiel also gefordert. Doch schon nach vier Minuten knallte Sarnen den Ball unhaltbar ins Reinacher Tor und verwaltete den Vorsprung bis zur Pause. Als zwei Minuten nach dem Seitenwechsel ein weiterer Sarner Treffer fiel, erhöhte Lok den Druck und wurde dafür belohnt: Behar Spahija in der 32 Minuten und Michael Gürber sechs Minuten später sorgten für den Ausgleich. Kaum gefreut, war es bald wieder vorbei, denn 16 Sekunden vor der Pause gelang Sarnen das 3:2.

Die eigentliche Dramatik spielte sich im letzten Drittel ab. Lok kämpfte weiter und Alain Wyder glich in der 48. Minute aus. Reinach wollte mehr, aber wenn man keine Tore schiesst, kriegt man sie. Drei Minuten vor Schluss erhöhte Sarnen auf 4:3 und als Lok den Torhüter herausnahm, trafen die Gäste prompt noch ins leere Tor. Reinachs Daniel Dätwyler traf 24 Sekunden vor Schluss noch zum 4:5, was dem Team aber nicht mehr half.

Einen Grund für den erneuten Reinacher Abstieg sieht Jehli darin: «Einige ehemalige NLA-Spieler, die unserem Team treu blieben, mussten Leaderrollen übernehmen und kamen damit nicht immer zurecht.» In den nächsten Wochen nun finden Teamsitzungen statt, wo die neue Saison geplant wird. Eines weiss Jehli: «Die jetzigen Stammspieler werden auch in der 1. Liga für Lok kämpfen.»

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