Challenge League
Der doppelte Abstiegskampf des FC Wohlen geht in die zweite Runde

Die gute Nachricht: Der FC Wohlen wird die Saison 2017/18 mit den verbleibenden 19 Partien zu Ende spielen. Die fehlenden 200 000 Franken kann der Freiämter Challenge Ligist bis zu Beginn der Rückrunde Anfang Februar mit einem neuerlichen Kraftakt auftreiben.

Ruedi Kuhn
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Müssen Trainer, Spieler und Angestellte des FC Wohlen bald auf Jobsuche gehen?

Müssen Trainer, Spieler und Angestellte des FC Wohlen bald auf Jobsuche gehen?

foto-net / Alexander Wagner

Spannend ist die Frage, ob der FC Wohlen in der Saison 2018/19 noch mit von der Partie ist oder nicht. Ist 16 Jahre nach dem Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse wirklich Schluss mit Profifussball?

Gut möglich! Klar ist, dass der FC Wohlen vor einer schwerwiegenden Entscheidung steht. «Momentan ist alles offen», sagt Ehrenpräsident und Sportchef René Meier. «Wir werden uns mit einer Entscheidung nicht allzu lange Zeit lassen.

Ob der FC Wohlen bei der Swiss Football League einen Lizenzantrag für die Challenge-League-Saison 2018/19 einreichen wird oder nicht, wird schon Ende Januar entschieden. Zu diesem Zeitpunkt werden wir die Öffentlichkeit über die Zukunft orientieren.»

Klare Worte! Gegen einen freiwilligen Abstieg spricht vor allem der Ehrgeiz der Führungskräfte des FC Wohlen im Allgemeinen und von Meier im Speziellen. Der 63-jährige Meier war, ist und bleibt ein Kämpfer. Er bemüht sich seit Jahrzehnten um das Wohl des Klubs und opferte dafür einen grossen Teil seiner Freizeit.

Unterstützt wird er bei seiner Arbeit in erster Linie von Verwaltungsratspräsident Lucien Tschachtli sowie der Sekretärin und Teammanagerin Serena Forgione. Weil der FC Wohlen im Laufe der vergangenen Jahre zu einem kleinen Unternehmen geworden ist, geht es im Endeffekt auch um mehr als 30 Arbeitsplätze.

Kosten: Zwei Millionen Franken

Bleibt also die Frage, ob die Trainer, Spieler und Angestellten des FC Wohlen bald auf Jobsuche gehen müssen. Für eine Einstellung des Profibetriebs spricht der Faktor Geld. Der FC Wohlen kämpft seit Jahren um einen ausgeglichenen Finanzhaushalt.

FC Wohlen - FC Aarau, 27.11.2017
10 Bilder
Gilles Yapi und Pascal Thrier bedanken sich bei den Fans.
Igor Tadic (Wohlen) schiesst gegen Torhüter Steven Deana, Marco Thaler und Michael Perrier (Aarau) das Tor zum 1:1
Beide Teams kämpfen – Patrick Rossini gegen Alain Schultz.
Jubel bei Varol Tasar, Gilles Yapi, Paulinho, Patrick Rossini Ivan Audino und dem Torschuetzen zum 0:1 Gianluca Frontino.
Varol Tasar im Kampf um den Ball gegen Wohlens Sandro Foschini.
Aaraus Gianluca Frontino gegen Sandro Foschini.
Aaraus Igor Nganga gegen Aleksandar Cvetkovic und Torhüter Flamur Tahiraj.
Aaraus Gianluca Frontino schiesst gegen Wohlens Sead Hajrovic und Torhüter Flamur Tahiraj das Tor zum 0:1.

FC Wohlen - FC Aarau, 27.11.2017

Marc Schumacher/freshfocus

Es ist ein zähes Ringen: Um schuldenfrei zu bleiben, darf die erste Mannschaft samt Trainerstab nicht mehr als zwei Millionen Franken kosten. Der finanzielle Kollaps konnte in den vergangenen Jahren nur dank treuer Sponsoren und mehrerer Sammelaktionen vermieden werden.

Kommt erschwerend hinzu, dass die Auflagen der Swiss Football League (SFL) immer strenger und vor allem kostenintensiver werden. Da ist beispielsweise die Beleuchtungsanlage: Um die Lichtstärke der von der SFL und vom Bezahlsender Teleclub geforderten 500 Lux zu gewährleisten, muss der FC Wohlen in den nächsten Monaten im Stadion Niedermatten eine Flutlichtanlage mit neuem Konzept und neuen Masten installieren.

Kostenpunkt: Rund 460 000 Franken! Zu denken gibt auch die Tatsache, dass das Zuschauerinteresse für die Heimspiele des FC Wohlen von Jahr zu Jahr geringer wird. So waren im Derby gegen den FC Aarau Ende November gerade mal etwas mehr als 1100 Fans mit dabei.

Wie zu erwarten

Bleibt ein Blick auf den sportlichen Bereich: Die Vorrunde ist mit 13 Punkten aus 17 Spielen so verlaufen, wie man das erwarten konnte, ja erwarten musste. Gegen Winterthur, einen Konkurrenten im Abstiegskampf, gewann die Mannschaft von Trainer Ranko Jakovljevic gleich zweimal. Die Zürcher sind so etwas wie der Lieblingsgegner der Wohler.

Vier Punkte sicherte sich das Team überraschenderweise gegen den Super-League-Absteiger FC Vaduz. Und je einen Zähler resultierte aus den Partien gegen Wil, Chiasso und Wohlen. Eines steht fest: Der FC Wohlen wird im Frühjahr 2018 wie so oft seit dem Aufstieg 2002 gegen den Abstieg kämpfen. Eines ist aber im Vergleich zur Vergangenheit anders: Diesmal ist es ein Kampf auf und neben dem Spielfeld!

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