Dass die Argovia Stars an einer Art «Meisterblues für Minderbemittelte» leiden, glaubt Coach Daniel Meier nicht. Die Aargauer haben in der letzten Saison die Playoff-Halbfinals erreicht, und damit ihr Bestresultat in der 1. Liga egalisiert. In der laufenden Saison hingegen kommen sie nicht auf Touren. «Man hat vielleicht auch ein bisschen über seinen Verhältnissen gespielt in der letzten Saison», räumt Meier ein. Aber, «dass nun Spieler die Beine hochlagern und darauf hoffen, dass es dann irgendwann schon läuft, das glaube ich nun wirklich nicht.»

Adelboden als nächster Gradmesser

Der Saisonstart ist den Sternen missglückt. Vor dem heutigen Spiel in Adelboden stehen fünf Niederlagen aus sechs Partien zu Buche. «Wenn die Spiele nach zwei Dritteln zu Ende wären, stünden wir wesentlich besser da», sagt Meier. Der 900-fache Nationalliga-Akteur in Reihen von Zug, Fribourg, Bern, Servette, den Lakers und Langenthal ortet in der Inkonstanz seines sehr jungen Teams die grösste Schwäche. «Das Hauptproblem liegt nebst dem Powerplay in der eigenen Zone. Wir kassieren zu viele Gegentreffer. Da hilft es auch nicht, dass wir vorne ganz gut bei den Leuten sind.» Das klar beste Drittel der Stars ist bis dato das zweite. «Wir sind ein Dieselmotor, der langsam in die Gänge kommt», vergleicht Meier. Ein Schluckspecht von Dieselmotor freilich, mit extrem hohem Verbrauch. Im Schlussabschnitt nämlich haben die Stars heuer schon sehr viele Punkte verloren. Cleverness, Routine und Konzentration seien die Faktoren, an denen es seiner Equipe noch mangle, respektive an denen gearbeitet werden müsse.

Coach im Lernprozess

Wenn der Coach dem Fehlstart etwas Positives abgewinnen will, dann dies: «Mir ist es lieber, wenn wir jetzt in einem Tief stecken, als wenn das gegen Ende der Saison der Fall wäre.» Das Ziel ist und bleibt das Erreichen der Playoffs. Er und seine Spieler könnten jetzt beweisen, dass sie fähig seien, sich aus dem Loch raus zu kämpfen. Ein Wissen, das sich im Verlauf einer Saison als sehr wertvoll herausstellen könne. Die Argovia Stars sind für Daniel Meier, den zweifachen Schweizer Meister mit Zug und Bern, nach 20 Jahren in der Nationalliga die erste Trainerstation im Amateurbereich. Bis 2010 stand Meier selbst noch auf dem Eis.

Entsprechend gibt der 42-jährige Appenzeller zu, dass er sich durchaus auch in einem Lernprozess befinde. «Ich habe erkennen müssen, dass ich gewisse Dinge nicht so fordern kann, wie ich das vielleicht im ersten Moment vorgestellt habe.» Schliesslich stünden ihm da alles berufstätige Amateure gegenüber. Nachdem er im ersten Jahr nach seiner Aktiv-Karriere pausiert hatte, stand Meier zuletzt beim SC Bern als Nachwuchsverantwortlicher unter Vertrag. Dazu kamen Assistenzcoach-Aufgaben, unter anderem im SC Langenthal.

Ein Comeback als Spieler?

Nebst den Abstimmungsproblemen kämpfen die Aargauer Stars auch mit Verletzungen. Eine Rückkehr von Coach Meier als Stürmer im Argovia-Dress indessen hat dieser so nicht geplant. «Nein», lacht er, «nicht das sich wüsste.» Obwohl der Routinier festhält, «dass das mit etwas regelmässigem Training wohl möglich wäre. «Aber coachen und gleichzeitig spielen wäre nicht ideal.» Abgesehen davon, wolle er nicht das Risiko eingehen, die gleichen Fehler auf dem Eis zu machen, die er seinen Spielern auszutreiben versuche. Falls allerdings einmal wirklich höchste Not am Mann wäre, könnte man sich dieses Mini-Comeback Meiers noch überlegen.

Gegen den heutigen Gegner Adelboden (20.15 Uhr, FZ und Sportarena) haben die Aargauer heuer schon einmal gespielt und gewonnen. Im Cup war es, als man einen 3:1-Vorsprung verspielte, am Ende aber im Penaltyschiessen aber doch noch die Oberhand behielt. Am kommenden Dienstag gastiert Schlusslicht Belp mit Meiers Vorgänger Patric With in der Aarauer Kunsteisbahn (20.15 Uhr). Dann soll nach drei Niederlagen auch der erste Heimsieg der Saison endlich Tatsache werden.