Handball-Cup

Der Cupfinal unter dem Weihnachtsbaum: Der HSC Suhr Aarau steht nach einem klaren 24:19-Sieg bei GC Amicitia im Cupfinal

Der HSC Suhr Aarau besiegt GC Amicitia auswärts souverän und zieht in den Cupfinal ein. Den Unterschied im Halbfinal machten die Aargauer in erster Linie dank eines starken Auftritts in der zweiten Halbzeit. Zur Pause war es noch 10:10 Unentschieden gestanden.

Die zahlreichen und lautstarken Fans des HSC Suhr Aarau hielten es in der Saalsporthalle längst nicht mehr auf den Sitzen, als die letzten Sekunden auf der Matchuhr herunterliefen. Wenige Augenblicke später war es geschafft. Die Spieler lagen sich in den Armen und jubelten ausgelassen.

Der HSC hatte sich das schönste Weihnachtsgeschenk gleich selber unter den Baum gelegt und mit einem klaren 24:19-Sieg den Einzug in den Cupfinal geschafft. Dort wird er am 15. März in Gümligen bei Bern auf die Kadetten aus Schaffhausen treffen.

Dieses absolute Highlight der jüngeren Vereinsgeschichte verdienten sich die Suhrer vor allem mit einer konzentrierten Leistung in der zweiten Halbzeit. Während sich in den ersten 30 Minuten noch etwas Sand im Getriebe der HSC-Maschinerie befand, machte die Mannschaft von Trainer Mischa Kaufmann nach der Pause die Differenz gegen die limitierten Zürcher vorab mit einer Steigerung in allen Bereichen. Zwischen der 39. und der 50. Minute zogen die Suhrer entscheidend von 14:13 auf 21:14 davon – und liessen sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen.

Die Klasse machte letztlich den Unterschied

Letztlich verfügte der HSC über mehr Klasse in seinem Team. Vor allem auch deshalb, weil man mit Tim Aufdenblatten und dem Portugiesen João Ferraz wieder auf zwei zusätzliche Leistungsträger zurückgreifen konnte, deren Einsätze vor diesem Halbfinal alles andere als sicher waren. Ferraz sorgte vorab im ersten Umgang, als die Aargauer nicht so recht ins Spiel kommen wollten, mit seinen fünf Treffern dafür, dass man nicht plötzlich in Verlegenheit geriet.

Schliesslich war es aber eine geschlossene Teamleistung, welche für den Cupfinal-Einzug sorgte. In der zweiten Halbzeit übernahmen auch die Schweizer Spieler in der Offensive mehr Verantwortung. Und David Poloz, der im ersten Durchgang am rechten Flügel schier zu vereinsamen drohte, wurde öfter in die Suhrer Angriffsbemühungen mit einbezogen, was die Offensive wesentlich variabler und somit schwieriger ausrechenbar machte. Und im Tor lieferte Dragan Marjanac mit einer überragenden Abwehrquote von 47 Prozent eine herausragende Leistung ab.

«Am Schluss war es ein erknorzter Sieg. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir es geschafft, etwas besser zu decken. Da haben sie eine längere Phase kaum einen Treffer erzielen können», zog Trainer Misha Kaufmann Bilanz. Im Wissen, dass diese Leistung gegen einen qualitativ besseren Gegner möglicherweise nicht zum Sieg gereicht hätte: «Wir haben 13 hundertprozentige Chancen vergeben. Das ist eigentlich viel zu viel. Da bin ich froh, dass uns das nicht den Kopf gekostet hat.»

Misha Kaufmann machte seinen Spielern jedenfalls ein grosses Kompliment: «Wir haben uns ein unglaublich grosses Weihnachtsgeschenk gemacht. So, wie diese Mannschaft in den vergangenen Wochen aufgetreten ist, mit all diesen Verletzten, das ist alles andere als selbstverständlich.»

Man soll die Feste bekanntlich feiern, wie sie fallen. Trotzdem mussten sich die Suhrer bei ihren Festivitäten etwas bremsen. Bereits morgen Samstag steht noch das letzte Heimspiel im alten Jahr gegen Kriens-Luzern auf dem Programm. Es gilt, die Ungeschlagenheit in der Schachenhalle zu bewahren. Auch wenn die Cup-Partie wiederum viel Kraft gekostet hat.

Kaufmann: «Ich habe dem Team explizit ein Bier erlaubt, schliesslich war heute kein normales Spiel. Jetzt darf man ruhig mal ein Bier trinken, aber dabei soll es dann auch bleiben.» Na dann Prost!

Sie haben die Partie verpasst? Schauen Sie sie sich in der Aufzeichnung des Livestreams an oder lesen Sie den Spielverlauf im Liveticker nach:

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