Challenge League
Der Büezer vom Brügglifeld – Linus Obexer begeistert beim 2:0-Sieg gegen Wil mit seinem Kampfgeist

Der unermüdliche Linksverteidiger Linux Obexer begeistert die Fans des FC Aarau beim 2:0-Sieg gegen Challenge-League-Leader Wil mit Kampfgeist und Leidenschaft.

Ruedi Kuhn
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YB-Leihgabe Linus Obexer überzeugt trotz seines jungen Alters (21) als Aussenverteidiger beim FC Aarau.

YB-Leihgabe Linus Obexer überzeugt trotz seines jungen Alters (21) als Aussenverteidiger beim FC Aarau.

Freshfocus

Nach einer Stunde springt der Funke von den Spielern ins Publikum. Linus Obexer serviert Stefan Maierhofer den Führungstreffer auf dem silbernen Tablett. Das Zuspiel des 21-jährigen Abwehrspielers in den Lauf des 36-jährigen Mittelstürmers ist ideal getimt.

Die Fans des Tabellenletzten FC Aarau bejubeln das 1:0 gegen Leader Wil. Und als Varol Tasar in der Nachspielzeit den Treffer zum 2:0-Endstand erzielt, sind die Ostschweizer geschlagen.
Obexer wird nach dem Schlusspfiff zum Mann des Spiels gewählt. «Die Auszeichnung ist schön und gut, aber nur eine Randerscheinung», sagt der Verteidiger.

«Werbung für den FCA machen»

«Viel wichtiger ist der Sieg für den FC Aarau. Schliesslich geht es in dieser Saison um die Zukunft des Vereins und um die Zukunft des Profifussballs im Kanton Aargau. Wir wissen alle, dass die Abstimmung für das neue Stadion im nächsten Frühling nur positiv ausgehen kann, wenn wir guten Fussball zeigen und Werbung für den FCA machen.»

Der Torschütze zum 2:0 Varol Tasar (Aarau) jubelt nach dem Tor.
24 Bilder
FC Aarau - FC Wil (26.10.18)
Der Torschütze zum 2:0 Varol Tasar und Olivier Jaeckle (Aarau) jubeln nach dem Tor.
Varol Tasar (Aarau) schiesst gegen Torhüter Zivko Kostadinovic (Wil) das Tor zum 2:0.
Marco Schneuwly (Aarau) gegen Cedric Gasser (Wil)
Marco Schneuwly (Aarau) gegen Ze Eduardo (Wil)
Der Torschütze zum 1:0 Stefan Maierhofer (Aarau) und das Team jubeln nach dem Tor.
Mats Hammerich, Giuseppe Leo und der Torschütze zum 1:0 Stefan Maierhofer (Aarau) jubeln nach dem Tor.
Der Torschütze zum 1:0 Stefan Maierhofer und Giuseppe Leo (Aarau) jubeln nach dem Tor.
Petar Misic (Aarau) gegen Ze Eduardo (Wil)
Carlos Silvio (Wil) gegen Nicolas Bürgy (Aarau)
Stefan Maierhofer (Aarau)
Martin Liechti (Aarau) gegen Cedric Gasser (Wil)
Fuad Rahimi (Wil) gegen Michael Perrier (Aarau)
Fuad Rahimi (Wil) gegen Petar Misic (Aarau)
Nick von Niederhäusern (Wil) blutet im Gesicht
Stefan Maierhofer (Aarau) entschuldigt sich bei Nick von Niederhäusern (Wil)
Martin Liechti und Miguel Peralta (Aarau) gegen Cedric Gasser (Wil)
Fuad Rahimi (Wil) gegen Stefan Maierhofer (Aarau)
Elsad Zverotic (Aarau) gegen Ivan Audino und Carlos Silvio (Wil)
Silvano Schäppi (Wil) gegen Petar Misic (Aarau)
Silvano Schäppi (Wil) gegen Miguel Peralta (Aarau)
Nikki Havenaar (Wil) gegen Petar Misic (Aarau)
Das Brügglifeld zählt eine Viertelstunde vor Anpfiff noch einige freie Plätze.

Der Torschütze zum 2:0 Varol Tasar (Aarau) jubelt nach dem Tor.

Marc Schumacher/freshfocus

Bleibt aus Aarauer Sicht die Frage, ob die Spieler wussten, dass sich gegen Wil nach neun Niederlagen in elf Spielen die Trainerfrage stellt. «Es ist nicht Sache der Spieler, sich in solche Diskussionen einzulassen», sagt Obexer. «Das liegt nicht in unserer Kompetenz. Wir haben die Aufgabe, in jedem Spiel alles zu geben. Laufen und kämpfen kann schliesslich jeder Profi. Wir müssen bereit sein, für den Erfolg des FC Aarau an die Grenzen zu gehen. Alles andere kommt von selbst.»

Alles für den Erfolg

Obexer ist bereit, dem Erfolg alles unterzuordnen. Der gebürtige Berner spielte als Bub für den FC Länggasse. Danach wechselte er in die Juniorenabteilung von YB. Sein Debüt in der ersten Mannschaft gab er Mitte Mai 2016. Auf die Saison 2017/18 wurde er von den Bernern an Xamax ausgeliehen. Nach dem Aufstieg mit den Neuenburgern entschied er sich für einen Wechsel zum FC Aarau.

Obexer nennt den Grund gleich selbst: «Xamax hatte mit Kamber und mir schon zwei Linksverteidiger im Kader. Und auf diese Saison hin verpflichteten die Neuenburger mit Le Pogam noch einen dritten Spieler für die linke Abwehrseite. Deshalb wäre ich in dieser Saison bei Xamax wohl kaum zu vielen Einsätzen gekommen.»

«Er geht für den FCA durchs Feuer»

Nachdem Obexer seinen Vertrag bei YB bis 2020 verlängert hatte, wurde er auf diese Saison hin an Aarau ausgeliehen. Ein guter Deal! Patrick Rahmen lobt den Abwehrspieler in den höchsten Tönen. «Linus ist zwar erst 21 Jahre alt, aber trotzdem bereits durch und durch Profi», sagt der Trainer des FC Aarau. «Er hat eine optimale Einstellung und ist bereit, in den Trainings und in den Einsätzen an die Grenzen zu gehen. Er ist lernfähig und hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten kontinuierlich gesteigert. Sein Einsatzwille ist vorbildlich. Gegen Wil ist es Linus dank seines unermüdlichen Zweikampfverhaltens gelungen, die Zuschauer zu begeistern.

Spieler wie Obexer wollen die Fans des FC Aarau sehen.» Nicht nur Rahmen, auch Sandro Burki ist von den Qualitäten des kleinen Mannes mit dem grossen Kämpferherzen überzeugt: «Er ist ein richtiger Typ und ein klassisches Beispiel für einen mustergültigen Profi», sagt der Sportchef des FC Aarau. «Linus zeigt trotz seines jugendlichen Alters totalen Einsatz und geht für FC Aarau durchs Feuer.»

Eigene Junge nicht auf dem Platz

Interessant: Obexer ist einer von sieben Leihspielern im Kader des FC Aarau. Im Vergleich mit den neun Konkurrenten in der Challenge League ist das viel. Obexer und Nicolas Bürgy gehören den Berner Young Boys, Martin Liechti, Gezim Pepsi und Djordje Nikolic dem FC Basel, Edmond Ramadani den Zürcher Grasshoppers und Mickael Almeida dem FC Sion. Vom genannten Septett zählten mit Obexer, Bürgy, Liechti und Nikolic gleich vier Spieler zur Startformation gegen Wil.

Von den jungen Aarauern war gerade mal Miguel Peralta in der Startelf. Der zuletzt leicht angeschlagene Varol Tasar und Mats Hammerich kamen nur zu Teileinsätzen. Hoffnungsträger Raoul Giger sass 90 Minuten auf der Ersatzbank.