Kuhns Fussballwelt

Der Bruch mit Rolf Fringer

Der frühere Trainer des FC Aarau Rolf Fringer ist heute TV-Experte.

Seit 35 Jahren schreibt Ruedi Kuhn über den FC Aarau. In der Kolumne «Kuhns Fussballwelt» erzählt er von unvergesslichen Begegnungen mit Menschen, die ihn geprägt haben.

Mit dem Meistertitel 1993 machte Rolf Fringer aus dem FC Aarau den FC Wunder. Wir pflegten ein freundschaftliches Verhältnis. Doch im Herbst 2017 kam es zum Bruch. Auslöser war die körperliche Attacke von Sion-Boss Christian Constantin gegen TV-Experte Fringer.

Die Story war ein gefundenes Fressen für die Medien. Constantin war der Bösewicht, Fringer das Opfer. Dass Fringer in diesem Fall auch eine schlechte Rolle spielte, wurde kaum erwähnt. Dabei feuerte er jahrelang Giftpfeile auf Constantin ab und machte diesen lächerlich.

Nach der Attacke bat ich Fringer um ein Interview. Er wollte nicht, sagte aber hinter vorgehaltener Hand: «Ich könnte dir Geschichten über Constantin erzählen, die ihn in ein ganz schlechtes Licht rücken.» Ich schrieb eine Kolumne, verurteilte die Tat von Constantin und wies darauf hin, dass Fringer kein Unschuldslamm sei.

Kurz darauf erhielt ich von Fringer eine SMS: «Noch nie wurde ich von einem Kollegen so versecklet! Notabene von einem jahrelangen Weggefährten, dem ich immer offen begegnet bin. Noch nie! Du darfst machen, was Du willst. Aber bitte lass mich von heute an in Ruhe!» Seither haben wir kein Wort mehr gewechselt.

Schwamm drüber! Für mich lieferte Fringer die Peinlichkeit des Jahres: Zwei Monate, nachdem er im Boulevard sein Leid über die CC-Schläge geklagt hatte, kam es bei einem Fondue und Weisswein zur Versöhnung. Inszeniert vom «Blick»-Sportchef, einem der besten Freunde Fringers. Sorry Rolf – aber weniger Rückgrat geht nicht!

Autor

Ruedi Kuhn

Ruedi Kuhn

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