Manchmal läuft im Leben eines Berufsfussballers alles schief. Und zwar auf und neben dem Spielfeld. Luca Radice kann davon ein Liedchen singen. Ein Liedchen in zwei Strophen. Da kommt der 29-jährige Mittelfeldspieler beim 3:3 im Auswärtsspiel gegen den FC Wil endlich wieder einmal zu einem Kurzeinsatz. Und was passiert? Radice stürzt während des letzten Angriffs des FC Aarau auf dem Kunstrasen der IPG Arena und prallt mit dem Kopf direkt auf die Stollen eines gegnerischen Verteidigers.

Im ersten Augenblick scheint Radice mit dem Schrecken, sprich einem Brummschädel, davonzukommen. Weit gefehlt! Kurze Zeit später stellt sich heraus: Der Pechvogel zieht sich einen Bruch der Stirnhöhle zu. Die Saison ist vorbei.

Luca Radice (vorne) hat im Moment nicht mehr viele Gründe zum Jubeln.

Luca Radice (vorne) hat im Moment nicht mehr viele Gründe zum Jubeln.

Mehr noch: Radice droht lange Zeit eine äusserst komplizierte Operation. Diesbezüglich gibt es nun Entwarnung: Nach mehreren Untersuchungen und Abklärungen in der Aarauer Hirslanden Klinik steht fest: Radice wird sich keinem medizinischen Eingriff unterziehen müssen. Allerdings ist er während der nächsten eineinhalb Monate zum Nichtstun verurteilt.

Glück im Unglück

«Ich hatte wohl tatsächlich Glück im Unglück», sagt Radice. «In der Stirnhöhle ist nichts verschoben. Der Heilungsprozess wird allerdings vier bis fünf Wochen dauern. Und danach werde ich wahrscheinlich vorsichtshalber mit einer Maske trainieren müssen.» Die Saison 2015/16 ist für Radice also gelaufen.

Rückblickend war es für den Techniker eine Meisterschaft voller Pleiten, Pech und Pannen. Er machte unter der Führung der beiden Trainer Livio Bordoli und Marco Schällibaum keine glückliche Figur und war in den vergangenen Monaten nicht mehr erste Wahl. Seine Torausbeute seit Juli letzten Jahres spricht Bände: null!

«Es ist noch nichts entschieden. Aber die Zeichen stehen auf Abschied. Die Zeit für eine Luftveränderung scheint gekommen. Aller Voraussicht nach werde ich bei einem andern Klub einen neuen Anlauf nehmen müssen.»

Luca Radice:

«Es ist noch nichts entschieden. Aber die Zeichen stehen auf Abschied. Die Zeit für eine Luftveränderung scheint gekommen. Aller Voraussicht nach werde ich bei einem andern Klub einen neuen Anlauf nehmen müssen.»

Es sind momentan wahrlich keine einfachen Tage für Luca Radice. Glücklicherweise ist der Italiener ein positiv denkender Mensch. Das muss er auch sein. Nach zweieinhalb Jahren wird er den FC Aarau zu 99 Prozent verlassen. Vizepräsident Roger Geissberger und Sportchef Raimondo Ponte haben Radice einen neuen Vertrag angeboten. Im Vergleich zum abgelaufenen ist dieser in finanzieller Hinsicht allerdings deutlich schlechter. Das ist auch der Grund, warum es zwischen den beiden Parteien keine Einigung gegeben hat.

Radice selbst übt sich in Zurückhaltung. «Es stimmt, dass ich mit den Verantwortlichen Gespräche geführt habe», erklärt er. «Es ist noch nichts entschieden. Aber die Zeichen stehen auf Abschied. Die Zeit für eine Luftveränderung scheint gekommen. Aller Voraussicht nach werde ich bei einem andern Klub einen neuen Anlauf nehmen müssen.»

Gewichtige Absenzen im Derby

Radice wird dem FC Aarau in den zwei verbleibenden Spielen gegen den FC Wohlen und Schaffhausen also fehlen. Im Derby nicht mit dabei ist auch Miguel Peralta. Das Verletzungspech lässt den 20-jährigen Mittelfeldspieler nicht los: Peralta zog sich gegen Chiasso einen Riss an den Adduktoren zu. Pausieren muss auch Sandro Burki. Eine starke Prellung unterhalb des rechten Knies lässt einen Einsatz beim Kantonsrivalen nicht zu. Bleibt die Torhüterfrage: Steven Deana erlitt gegen Chiasso eine Hirnerschütterung und wird geschont. Zwischen den Pfosten stehen wird entweder Ilija Kovacic oder Lars Hunn. Das FCA-Talent feiert am 25. Mai seinen 17. Geburtstag.