Eigentlich wollten sie beim FC Wohlen den «Bieler Fluch» besiegen und nach drei Pleiten gegen die Seeländer wieder einmal jubeln. Als Erste die Hände zum Himmel reckten allerdings die Gastgeber. Nach 50 Sekunden (!) nickte der aufgerückte FCB-Verteidiger Sejmenovic einen Eckball von Corbaz ungestört zum 1:0 ein. Die neu formierte Verteidigung der Freiämter (Innenverteidiger Pnishi schaute mit verletzter Schulter zu, Aussenverteidiger Urtic war gesperrt) mit Captain Winsauer als Fels in der Brandung geriet ein erstes Mal gehörig ins Schwimmen.

Zu ungenau und langweilig

Kaum zu glauben, aber wahr: Von diesem Nackenschlag erholte sich das Team von Trainer Ciriaco Sforza bis zum Pausenpfiff nicht mehr. An Einsatz mangelte es den Wohlern zwar nicht. Aber an Genauigkeit im Passspiel, an Spielwitz, an Überzeugung. Alles im Spiel der Gäste schien auf Zufall zu basieren. Und doch wäre nach 42 Minuten beinahe der Ausgleich gefallen. Doch Biel-Keeper Grasseler blieb bei Paivas Break-Chance untadelig.

Kurz vor dem Seitenwechsel kam beim FCW Kreativkopf Kakoko. Würde er die dringend nötigen Ideen im Mittelfeld liefern? Mit dem Deutsch-Kongolesen kamen die Wohler mit jeder Minute besser in die Gänge und auch das eine oder andere Mal gefährlich vor den Bieler Kasten. Und nach 68 Minuten durch Ramizi zum Ausgleich. Schier unglaublich: 30 Sekunden (!) nach dem folgenden Anspiel jubelten tatsächlich wieder die Bieler: Joker Miani traf zum 2:1.

Die letzten 20 Minuten sahen die Zuschauer eine wilde Partie. Beide Teams legten ihre taktischen Fesseln ab und kam zu ihren Chancen, Tore fielen jedoch keine mehr.

Zaugg würde Sforza gerne assistieren

Sie umarmten sich, strahlten einander an, wie es alte Kumpels tun, wenn sie sich lange Zeit nicht mehr gesehen haben. Biel-Trainer Bidu Zaugg (61) begrüsste vor dem Anpfiff seinen Wohler Kontrahenten Ciriaco Sforza (43) äusserst freundlich. Kein Wunder, schliesslich spielte Sforza damals in der Nationalmannschaft, als Zaugg dort Assistenztrainer war. «Wir haben über die Jahre immer einen guten Kontakt gehabt», so Zaugg. Und dann verriet er ein Geheimnis. «Ich hoffe immer noch, dass Ciri und ich einmal zusammen bei einem Klub arbeiten können. Er als Chef, ich als sein Assistent», so der Bieler Trainer mit einem Augenzwinkern.