Tischfussball
Der beste Töggeler der Schweiz zeigt, worauf es ankommt

Daniel Morgenthaler ist von der Weltmeisterschaft im Tischfussball zurückgekehrt, wo er den Halbfinal erreichte: Das beste Schweizer Resultat überhaupt. Im Video zeigt er die Pässe und Schüsse der Profis.

Benjamin Rosch
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Daniel Morgenthaler in einem privaten Übungskeller. im Raum Aeschenplatz.

Daniel Morgenthaler in einem privaten Übungskeller. im Raum Aeschenplatz.

Benjamin Rosch

Angefangen hat alles mit einem Whisky. Den musste Daniel Morgenthaler seinen Gegnern nach dem ersten Duell am Töggelikasten als Siegesprämie zahlen. Gleich mit sieben zu null verlor er damals.

«Ich wollte besser werden und habe angefangen, zu trainieren.» Gemeinsam mit einem Freund hat er sich die verschiedenen Offensiv-Techniken und Defensiv-Taktiken anhand von Youtube-Filmchen selbst beigebracht. Davon beherrscht er inzwischen eine ganze Palette.

Übersteiger, Stops, sogar Heber, oder «Aerials», wie es im Fachjargon heisst – Morgenthalers Künste lassen vergessen, dass sich die Fussballer hauptsächlich seitlich bewegen können.

Im Mittelfeld schiebt er den Ball zwischen den Plastikmännchen hin und her, bis der Gegner verwirrt ist und er die Lücke findet. Für einen Snake Shot lässt er dann den eingebundenen Griff der Stange blitzschnell in die Finger rollen.

Feinmotorik, Reflexe und Technik sind die Eigenschaften, die es braucht, um die kleine Kugel ins Blech-Tor zu donnern.

Turniere in ganz Europa

Bald nahm der heute 29-Jährige auch an Turnieren teil, zuerst in der Schweiz, dann in halb Europa. Gerade ist er von der Weltmeisterschaft in Turin zurückgekehrt. Tischfussballer aus über 70 Ländern standen sich dort gegenüber.

Zusammen mit Marco Macchia ist er im Doppel gegen das Team aus Luxemburg erst im Halbfinal ausgeschieden. «Die Gegner waren sehr gut auf uns eingestellt. Gleichwohl ist es das beste Resultat, das die Schweiz an einer WM je erzielt hat», sagt Morgenthaler. Inzwischen ist er amtierender Schweizer Meister, sowohl im Doppel als auch im Einzel.

Mit dem Zeitvertrieb zwischen zwei Bieren in Kleinbasler Beizen hat sein Hobby nicht mehr viel zu tun. Nicht nur sind die Regeln auf internationaler Ebene komplizierter, auch der Aufwand ist beträchtlich: Bisweilen trainierte der Verkaufsleiter für Bürobedarf bis zu fünfmal wöchentlich zwei bis drei Stunden.

Durchschnittlich 20 Turniere bestritt er jährlich, in der Schweiz, aber auch Österreich, Slowenien, Tschechien. Was ihn an diesem Spiel fasziniert, ist die Psychologie: «In kaum einer Sportart steht man sich durchgehend so nahe gegenüber und hat dennoch nie Körperkontakt.»

Offizielle Anerkennung fehlt

Denn für Morgenthaler ist Töggelen ein Sport – auch wenn dafür die offizielle Anerkennung fehlt. Dies ist es auch, was sich die rund 400 aktiven Töggeler der Schweiz sehnlich wünschen.

«Damit wäre es auch einfacher, Sponsoren zu finden», sagt Morgenthaler. Bislang berappen er und seine Teamkollegen alles selbst. Reich wird man auch dann nicht, wenn man ein internationales Turnier gewinnt: «Die Gewinne bewegen sich dann in der Höhe von rund 200 Franken pro Person, wovon aber noch die Startgebühr von rund 25 Franken abgezogen werden muss.»

Das reicht kaum, um den Aufwand zu decken. Aber eine gute Flasche Whisky lässt sich damit locker kaufen.