Snowboard

Der Anti-Podladtchikov will mit grossem Kampfgeist an die Weltspitze

Der 21-jährige ehemalige Gymnasiast Dominic Beer hat noch Grosses vor. Sein Ziel ist es, sich bis zur Spitze des internationalen Snowboardzirkus vorzuarbeiten.

Der 21-jährige ehemalige Gymnasiast Dominic Beer hat noch Grosses vor. Sein Ziel ist es, sich bis zur Spitze des internationalen Snowboardzirkus vorzuarbeiten.

Der Wettinger Dominic Beer fährt momentan gegen die besten Boardercrosser Europas. Sein nächstes Ziel heisst: In den nächsten Jahren Weltcuprennen bestreiten und sich dann an der Spitze des Snowboardzirkus etablieren.

Wer sich ein junges Snowboardtalent vorstellt, wird wahrscheinlich an einen hageren, obercoolen Typen denken, dessen Haarpracht kaum unter den Helm passt und der sich alle paar Minuten die Hosen hochzieht. Dominic Beer passt nicht in dieses Klischee. Der 21-jährige Aargauer ist ein bodenständiger junger Sportler mit hohen Zielen. In spätestens zwei Jahren möchte der leidenschaftliche Snowboarder Weltcup-Rennen bestreiten, und wenn sein Plan aufgeht, an der Spitze mitfahren. Um das zu erreichen, setzt der frischgebackene Maturand vorerst einmal voll auf die Karte Profisport.

Liebe auf der ersten Fahrt

Begonnen hat alles ausgerechnet im mondänen St. Moritz. «Meine Eltern haben mich seit meiner Kindheit immer dorthin mitgenommen. Schon mit vier Jahren bin ich im Engadin über den Schnee gebrettert und liebte diesen Sport vom ersten Moment an», erklärt Beer seinen Werdegang. «Beim Snowboarden fühle ich mich so frei und unbeschwert wie ein kleiner Junge.» Als 14-Jähriger hat er sich auf ein Inserat des Snowboardkaders, welches neue Talente suchte, gemeldet. Dort angenommen nahm die Karriere seinen Anfang. Während seiner Zeit am Davoser Sportgymnasium wurde ihm genügend Trainingszeit zu Verfügung gestellt, um sich so steigern zu können, dass er nun schon seit zwei Jahren bei Europacup-Rennen mitfährt. Dabei konnte er sich schon mehrmals unter den ersten 20 platzieren.

Boardercross ist für den Wettinger die ideale Disziplin im Snowboardzirkus, da das Rennen eine Kombination aus Geschwindigkeit und Sprüngen darstellt und somit für ihn, der beides gern macht, einen besonderen Reiz darstellt. Beers Siegeswille wird zudem noch durch den direkten Konkurrenzkampf gesteigert, dem man im Boardercross begegnet: «Wenn ich meinen Gegner neben mir sehe, will ich einfach jedes Element schneller machen als er.»

Boardercross versus Ski alpin

Da in der Schweiz der Hauptfokus im Wintersport immer noch auf dem Alpinen Skiweltcup liegt, haben es Snowboarder vergleichsweise schwer, genügend Unterstützung zu erhalten. «Als Skitalent wird man stärker gefördert als wir. Man könnte beim Schweizer Snowboard-Nachwuchs noch einiges herausholen», erzählt Dominic Beer aus eigener Erfahrung. «Neulich mussten wir sogar ein Trainingslager in Finnland absagen, weil wir es uns schlicht nicht leisten konnten.» Dennoch ist Beer zuversichtlich, dass sich das bald ändern könnte: «An den Olympischen Spielen dieses Jahr waren die Einschaltquoten für Snowboard-Disziplinen sogar höher als die der Skirennen.»

Die Schweizer sind momentan auch mindestens so erfolgreich im Snowboard wie an Skirennen, oder nicht? «Jein», meint Dominic Beer. «Wenn die Schweizer an Snowboard denken, denken sie an Freestyle und an Iouri Podladtchikov, der Goldmedaillengewinner von Sotschi. Beim Boardercross aber haben wir momentan ein kleines Loch, doch wir setzen alles daran, um dies zu ändern.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1