Basketball
Der Alten Kanti ging die Luft aus

Die Aarauer Basketballer verlieren das Prestigeduell gegen Swiss Central Basket, die die letzten neun Partien allesamt gewonnen haben, in der eigenen Halle mit 73:90.

Fabio Baranzini
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Zoran Zivanovic (Alte Kanti) spielte eine starke Partie.

Zoran Zivanovic (Alte Kanti) spielte eine starke Partie.

Fabio Baranzini

Gestern Abend kam es in der Tellihalle zum Gipfeltreffen des Deutschschweizer NLB-Basketballs: Alte Kanti Aarau gegen Swiss Central. Ein Duell, das in Kreisen der Aarauer gar als «wichtigstes Meisterschaftsspiel des Jahres» bezeichnet wurde. Eine kurze Erklärung weshalb: 2012 und 2013 konnten sich die Aarauer als Schweizer Meister in der NLB feiern lassen.

Die Alte Kanti war in dieser Zeit die dominierende Mannschaft, lediglich einige Westschweizer Teams vermochten sie zu ärgern. Auch in der letzten Saison sicherte sich das Team von Milenko Tomic den Sieg in der Qualifikation – doch Swiss Central begann, am Thron der Alten Kanti zu rütteln.

Die Wachablösung kam angekündigt

Im März schafften die Zentralschweizer das Kunststück, die Aarauer nach 29 Heimsiegen in Serie in der eigenen Halle zu schlagen. Und nur einen Monat später warfen sie die Alte Kanti im Playoff-Halbfinal aus dem Wettbewerb und verhinderten so die dritte Finalteilnahme der Aarauer in Serie.

Eine Wachablösung zeichnete sich ab. Plötzlich war Swiss Central das stärkste Deutschschweizer Team der Liga. Und diesem Ruf wurde die Equipe in der laufenden Saison gerecht: Die Luzerner sind gestern Abend als Leader in die Telli gereist. Doch die Tabellenfünften aus Aarau setzten alles daran, in diesem Prestigeduell die alte Hierarchie wieder herzustellen. Keine leichte Aufgabe, denn die Zentralschweizer haben die letzten neun Meisterschaftsspiele gewonnen.

Zivanovic mit starker Partie

Und die Aufgabe verkomplizierte sich bereits vor Spielbeginn noch einmal beträchtlich, denn mit Philippe Sager und Regisseur Dejan Hohler fehlten gleich zwei Stammspieler wegen Verletzungen. Das Team von Milenko Tomic musste sich daher unter dem Korb und im Aufbau neu organisieren. „Wir hatten nicht viel Zeit, um auf die Ausfälle zu reagieren. Dafür war es gar nicht schlecht, auch wenn man einen Dejan im Aufbau nicht einfach ersetzen kann“, fand Zoran Zivanovic.

So führten die Gäste nach zehn Minuten mit 21:13. Doch die Aarauer drehten auf, allen voran Nikola Stevanovic und Zoran Zivanovic. Der 22-jährige Innenspieler zeigte sein bisher klar bestes Spiel im Aarauer Dress und erzielte 17 Punkte – darunter gar ein erfolgreicher Dreipunktewurf – und acht Rebounds. Unter seiner Führung gingen die Platzherren nach 15 Minuten erstmals mit 29:27 in Führung.

Die Kräfte schwanden

In der Folge entwickelte sich ein intensives Duell auf Augenhöhe, in dem sich die beiden Teams nichts schenkten. Absetzen konnte sich jedoch niemand und so ging Swiss Central mit einer hauchdünnen 61:60-Führung ins letzte Viertel. Und in diesem mussten die Aarauer dem Kräfteverschleiss – verursacht durch den Personalmangel und das intensive Spiel – Tribut zollen. Dies zeigte sich vor allem in der Defensive, wo die Gäste zunehmend zu einfachen Punkten kamen.

Schnell gerieten die Aarauer mit 61:69 ins Hintertreffen. Eine zu grosse Hypothek, denn obwohl die Jungs von Milenko Tomic alles versuchten, war gegen die abgebrühten Luzerner nichts mehr zu holen. Im Gegenteil: Am Ende gab es eine gesalzene Rechnung. 73:90, so das Resultat, welches die über weite Strecken umkämpfte Partie nicht widerspiegelt. «Es war ein knappes Spiel, auch wenn das Resultat anders aussieht. Uns fehlte am Schluss einfach die Kraft», so Zivanovic, der sich wegen der Niederlage nicht so recht über seine starke Leistung freuen mochte.