Automobil
Der Aargauer Fabio Leimer lässt nicht locker: Er will in die Formel 1

Der Ehrgeiz von Fabio Leimer kennt keine Grenzen. Den Sprung in die Formel hat er bisher aber nicht geschafft. Gründe und Erklärungen für die Nichterfüllung eines Bubentraums.

Ruedi Kuhn
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Fabio Leimer will in die Formel 1
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Das Traum der Träume: Fabio Leimr im Formel 1-Boliden (hier Sauber).
Mag ihm den Erfolg von Herzen gönnen: Peter Sauber gratuliert Fabio Leimer zum GP2-Sieg in Abu Dhabi.
Fabio Leimer lässt sich 2011 nach dem GP-2-Sieg in Abu Dhabi von Peter Sauber gratulieren.

Fabio Leimer will in die Formel 1

Bubenträume kommen, Bubenträume gehen. Nicht so bei Fabio Leimer. Ein Ziel hat er sich als Knirps in den Kopf gesetzt und nie aus den Augen verloren: Rennfahrer werden. Aber in welcher Kategorie? Kart? Na ja. Deutsche Formel BMW? Nicht schlecht. Internationale Formel Master? Schon besser. Die GP2? Als Zwischenstation ganz schön. Aber irgendwann soll, irgendwann muss es die Formel 1 sein.

Der Testtag mit dem Sauber-Team in Abu Dhabi vor gut einem Jahr hat Leimer auf den Geschmack gebracht. Er blickt zurück und sagt: «Ich brachte es auf ansprechende Zeiten. Die Leute von Sauber waren zufrieden mit mir.» Sich mit Stars wie Weltmeister Sebastian Vettel, Lewis Hamilton und Fernando Alonso zu messen wäre für ihn das Höchste der Gefühle.

Den Besten das Fürchten gelehrt

Leimers Ehrgeiz kennt also keine Grenzen. Als Neunjähriger setzte er sich erstmals in einen Kart, drehte Runde um Runde und spürte, dass er mit den Besten mithalten kann. Mehr noch. Er lernte den Besten das Fürchten. Leimer ist schnell. Sehr schnell. Ist er jedoch schnell genug für sein grosses Ziel, die Formel 1? Mal schauen. Die Vorstufe hat er erreicht: Leimer fährt seit drei Jahren in der GP2-Serie im Vorderfeld mit. Mehr noch. In den Qualifyings erreicht er regelmässig Topresultate. 2012 wurde er von Racing Engineering unter Vertrag genommen und zählte im Kreis der 24 Fahrer zu den Favoriten.

Ein Sieg gelang ihm allerdings nicht. Beim Sprintrennen in as-Sachir in Bahrain lag er über weite Strecken in Führung. Nachdem er gelbe Flaggen ignoriert hatte kassierte er eine Durchfahrtsstrafe und wurde nur Zwölfter. Während der abgelaufenen Saison machte er ein Wechselbad der Gefühle durch. In der Schlussphase schaffte er sechs Platzierungen auf dem Podium und verbesserte sich in der Fahrerwertung auf Rang sieben.

Mäzen im Hintergrund

Und was passiert 2013? Hängt er eine vierte Saison in der GP2-Serie an? Geht’s in die Deutsche Tourenwagen Masters (DTM)? BMW soll Interesse an einer Verpflichtung Leimers haben. Noch ist alles offen. Eines steht fest: Der grosse Coup mit dem Sprung in die Formel 1 liegt momentan in weiter Ferne. Vielleicht muss sich Leimer damit zufrieden geben, dass der Weg in die Königsklasse das Ziel ist. Was die Finanzierung seiner Karriere betrifft braucht er sich keine Sorgen zu machen.

Der Aargauer wird seit zehn Jahren von Rainer Gantenbein unterstützt. Der Berner Unternehmer hat sein Geld mit einer Bautrocknungsfirma gemacht und investiert Millionenbeträge in seinen Schützling. Gantenbein möchte sein Engagement auf Anfrage nicht begründen und legt keinen Wert auf Publicity. Für Leimer ist der Mäzen Gold wert. Wie sagte der 23-Jährige so schön: «Ohne Rainer Gantenbein wäre meine Laufbahn nicht zu finanzieren. Er ist für mich wie ein Sechser im Lotto.»

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