Kunstturnen
Der Aargauer Christian Baumann zeigt sich bei den "Grossen"

Am Länderkampf in Obersiggenthal präsentierten sich die Schweizer Kunstturner ein letztes Mal vor der WM - und mittendrin ein junger Aargauer.

Calvin Stettler
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Christian Baumann vom STV Lenzburg zeigte in einen guten Wettkampf.

Christian Baumann vom STV Lenzburg zeigte in einen guten Wettkampf.

chefli fotografie, a.knecht

Mickrige 0,251 Punkte trennte die Schweizer Kunstturn-Delegation vergangenen Mai vom Einzug in den Europameisterschafts-Final. Den achten und letzten Platz für die Teamfinal-Qualifikation belegte damals Rumänien, das sich knapp hinter den siebtplatzierten Deutschen einreihte. Unglaubliche 0,824 Punkte lagen zwischen den drei Nationen.

Die Schweiz ging leer aus, doch bereits gestern wollte sich das Schweizer Nationalkader um Trainer Beni Fluck am Länderkampf in Obersiggenthal dafür revanchieren. Eben diese drei Länder nutzten die aargauische Bühne, um sich ein letztes Mal vor der anstehenden Weltmeisterschaft im chinesischen Nanning zu messen.

Während unser nördliches Nachbarland mit klingenden Namen wie Fabian Hambüchen oder Marcel Nguyen auftrumpfte, war das einheimische Gros kräftig transformiert worden. Der frischgebackene Schweizermeister Eddy Yusof war der einzige Turner, der auch an der EM in Sofia mit von der Partie war. Der Turnkanton Aargau stellte mit Nachwuchstalent Christian Baumann für einmal nur einen Meister der Körperbeherrschung.

Und dieser erreichte eine Woche nach den Schweizermeisterschaften auch am Länderkampf den ansprechenden vierten Schlussrang. «Im Grossen und Ganzen bin ich zufrieden», so der 19-Jährige kurz nach der Siegerehrung. Mit den aktuellen Leistungen rechtfertigt das Mitglied des TV Lenzburg seine diesjährige Erstnomination fürs Nationalkader. Er habe sich gut im Team eingelebt, bestätigt auch sein Trainer Beni Fluck.

Baumann gilt als konstanter und ehrgeiziger Turner. Vor allem strahlt er aber eine vorteilhafte Ruhe aus. Auf die Frage, ob er sich Chancen auf eine WM-Selektion ausmale, verweist er gelassen auf die Kadernominierung vom kommenden Montag. Eines steht fest: Der Konkurrenzkampf in der Kunstturn-Schweiz ist enorm. «Dieser Wettkampf hat einen Einfluss auf die WM-Selektion», lässt sich Coach Fluck in die Karten blicken.

Mit Eddy Yusof kann wohl nur ein Turner fest mit einem der begehrten WM-Tickets rechnen. Er beendet den Länderkampf auf dem 2. Rang. Auch für Fluck war das «ein guter Auftritt». Die resultattechnische Wiedergutmachung wollte dem Schweizer Team indes nicht gelingen. Wieder reihten sich die Rumänen vor ihnen ein.

Hambüchen führte Deutschland zum Tagessieg. Normalerweise kriegt man im Leben nur eine zweite Chance, doch die eigentliche Revanche ergibt sich für das Schweizer Nationalkader erst im chinesischen Nanning. Dann will man vor diesen zwei Nationen stehen. Mit oder ohne Christian Baumann.