NLA-Handball
Der Aarauer Handballer Nicolas Suter verlässt die Schweiz und wechselt zum norwegischen Klub Haslum HK

Nicolas Suter verlässt Wacker Thun nach der laufenden Saison und wechselt nach Norwegen. Vor rund viereinhalb Jahren hatte der mittlerweile 25-Jährige den HSC Suhr Aarau in Richtung GC Amicitia und später Wacker Thun verlassen. Eine Rückkehr zu seinem Stammklub zum Abschluss der Karriere schliesst Suter nicht aus.

Dean Fuss
Drucken
Teilen
Der Aarauer Nicolas Suter verlässt Wacker Thun nach der laufenden Saison und wechselt nach Norwegen.

Der Aarauer Nicolas Suter verlässt Wacker Thun nach der laufenden Saison und wechselt nach Norwegen.

Freshfocus

Nicolas Suter läuft auf seinen ehemaligen Teamkollegen Viktor Glatthard zu. Der 25-jährige Aarauer und der 26-jährige Brienzer vollziehen einen einstudierten Handschlag. Suter flüstert Glatthard etwas ins Ohr. Beide grinsen und posieren mit einer Schachtel Schokoladekugeln für das gemeinsame Foto.

Die Szene spielt sich nach dem 40:31-Sieg von Wacker Thun gegen den TV Endingen vor etwas mehr als einer Woche ab. Suter wird als bester Spieler der Berner Oberländer ausgezeichnet. Der beim norwegischen Klub Haslum HK engagierte Glatthard, der an besagtem Wochenende gerade auf Heimatbesuch ist, übergibt das kleine, süsse Präsent.

Etwas mehr als eine Woche später löst Suter gegenüber der AZ auf, was er Glatthard bei der Ehrung ins Ohr geflüstert hat: «Hast du gleich den Vertrag mitgebracht?» Denn was zu diesem Zeitpunkt ausser den beiden noch kaum jemand weiss: Suter verlässt Wacker Thun nach der laufenden Saison und ist ab Sommer Teamkollege von Glatthard bei Haslum HK.

Der Reiz eines Ausland-Engagements

«Es reizt mich seit längerer Zeit, mein Können im Ausland unter Beweis zu stellen. Ich will handballerisch unbedingt weiterkommen und meine Spuren in der norwegischen Liga hinterlassen», sagt Suter und ergänzt: «Mit diesem Wechsel verlasse ich die Komfortzone, um mich auch als Person weiterzuentwickeln.»

Mit diesem Wechsel verlasse ich die Komfortzone, um mich auch als Person weiterzuentwickeln.

(Quelle: Nicolas Suter, Aarauer Handballer in Thuner Diensten)

Kommt hinzu, dass ihm das Gesamtpaket bei Haslum HK sehr gut passt. Beim im Osloer Vorort Bekkestua beheimateten Klub kann Suter auch sein Studium vorantreiben. Aktuell studiert er an der Universität Zürich im zweiten Semester des Masters, das dritte Semester kann er an einer renommierten Wirtschaftshochschule in Oslo als Auslandsemester absolvieren. Und als «Tüpfelchen auf dem i» bezeichnet Suter den Umstand, dass er bei seinem Ausland-Abenteuer ausserdem auf den ehemaligen Teamkollegen und – wenn alles nach Plan läuft – baldigen WG-Mitbewohner Glatthard trifft.

Suter will sich in Norwegen international beweisen

Suter hat sich Anfang Jahr im Probetraining bei Haslum HK für einen Vertrag empfohlen und vor wenigen Tagen für zwei Jahre unterschrieben. «Mit der Unterschrift ist es ein ganzes Stück realer geworden. Ich freue mich unglaublich», sagt der vielseitige Rückraumspieler.

Mit der Unterschrift ist es ein ganzes Stück realer geworden. Ich freue mich unglaublich

(Quelle: Nicolas Suter, Aarauer Handballer in Thuner Diensten)

Suter hofft, sich mit guten Leistungen in Norwegen allenfalls für weitere Ausland-Abenteuer empfehlen zu können. Was nach Ablauf seines Vertrages bei Haslum HK ist, steht noch in den Sternen: «Läuft alles gut, gibt es hoffentlich verschiedene Optionen. Vielleicht ergäbe sich dann auch ein Engagement in Schweden oder der Topliga in Dänemark.»

Karriereausklang beim HSC Suhr Aarau? Warum nicht

Suter schliesst ausserdem nicht aus, dass er seine Karriere dereinst bei seinem Stammklub HSC Suhr Aarau, den er vor gut viereinhalb Jahren verlassen hatte, ausklingen lassen könnte. «Wenn es die Situation erlauben würde, könnte ich mir eine Rückkehr zum Abschluss meiner Karriere schon vorstellen», sagt er.

Nicolas Suter durchlief beim HSC Suhr Aarau alle Juniorenstufen und debütierte 2011 im Fanionteam, das er nach der Saison 2014/15 in Richtung GC Amicitia verliess.

Nicolas Suter durchlief beim HSC Suhr Aarau alle Juniorenstufen und debütierte 2011 im Fanionteam, das er nach der Saison 2014/15 in Richtung GC Amicitia verliess.

Alexander Wagner

Aber schön der Reihe nach: Jetzt stehen erst einmal der Saisonschlussspurt und die Playoffs in Thun auf dem Programm. «Mein Fokus liegt voll und ganz bei Wacker. Ich will mich hier möglichst erfolgreich verabschieden», sagt Suter. Und in ein paar Monaten geht dann das Abenteuer Norwegen los.