Schweizer Cup
Denis Markaj und der FC Aarau: eine Liaison, die mit 16 Monaten Verspätung immer besser in Fahrt kommt

Nach Verletzungen steht Denis Markaj dem FCA endlich wieder zur Verfügung, am Samstag gab er gegen Chiasso sein Pflichtspieldebüt im Aarauer Dress. Am Mittwochabend um 19.30 Uhr trifft er zuhause im Cup-Achtelfinal auf seinen ehemaligen Verein Lugano, bei dem er im letzten Jahr unbegründet aussortiert wurde.

Dean Fuss
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Denis Markaj (r.) während seines Pflichtspieldebüts für Aarau gegen Chiasso am vergangenen Wochenende.

Denis Markaj (r.) während seines Pflichtspieldebüts für Aarau gegen Chiasso am vergangenen Wochenende.

KEYSTONE/TI-PRESS/FRANCESCA AGOSTA

Denis Markaj und der FC Aarau – eine Liaison, die nicht auf Anhieb so richtig passen wollte. Den 25-jährigen Badener und den Challenge-League-Klub verbindet eine Geschichte mit nicht vorhersehbaren Entwicklungen und überraschenden Wendungen. Zu seinem Pflichtspiel-Debüt im Dress des FCA kam Markaj mit fast 16 Monaten Verspätung erst am vergangenen Samstag bei der 1:3-Niederlage in Chiasso.

Im Februar 2015 geben die Aarauer die Verpflichtung Markajs auf die Saison 2015/16 hin bekannt. Der Aussenverteidiger vom FC Lugano ist als Verstärkung für die FCA-Defensive fest eingeplant. Doch es kam alles anders: Die Aarauer steigen in die Challenge League ab, die Luganesi – mit Markaj als Stammkraft – in die Super League auf.

Keine Entscheidung gegen Aarau

Es ist der Super-GAU für Markaj. Wer hätte im Winter schon gedacht, dass er mit seiner Vertragsunterschrift den Wechsel vom Aufsteiger zum Absteiger besiegeln würde. Der gebürtige Kosovare sieht nur einen Ausweg: «Ich fragte in Aarau an, ob es irgendeine Möglichkeit für meinen Verbleib in Lugano gebe», sagt Markaj heute. Er muss etwas schmunzeln, wenn er daran zurückdenkt.

Angenehm sei ihm die Situation nicht gewesen. Kein Wunder. Nicht überall im Umfeld des Klubs kam sein Wunsch gut an. «Ich habe so lange auf das Ziel Super League hingearbeitet. Da konnte ich diese Chance nicht einfach an mir vorbeiziehen lassen», begründet er seine Motive und betont: «Ich habe mich damals nicht gegen den FCA, sondern für die Super League entschieden.»

Nach einigen Verhandlungsrunden kommen die Verantwortlichen des FCA Markajs Bitte nach. Er wird für ein Jahr an den FC Lugano ausgeliehen, darf im Tessin bleiben. «Ich bin den beiden Klubs noch heute sehr dankbar, dass sie mir diese Chance ermöglicht haben», sagt Markaj.

Denis Markaj noch im Dress von Lugano.

Denis Markaj noch im Dress von Lugano.

Andy Mueller/freshfocus

Damals weiss er noch nicht, dass er bei den Tessinern bereits in der Winterpause zwischen Stuhl und Bank fallen wird. In fünf der sechs ersten Partien in der Super League spielt er durch. Dann ist plötzlich Schluss. Ohne eine Angabe von Gründen wird Markaj zum Ergänzungsspieler.

Im Winter wird er schliesslich nach drei Jahren und 93 Partien im Dress der Bianconeri aussortiert. Er teilt das Schicksal von Patrick Rossini und Francesco Russo: unbegründeter Ausschluss aus dem Mannschaftstraining. Stürmer Rossini und Torhüter Russo wechseln nach Aarau, Markaj weiss nicht wohin.

Denn eine vorzeitige Rückkehr zum FCA ist schnell vom Tisch – im Kader gibt es keinen Platz für einen fünften Aussenverteidiger. Markaj findet kurz vor Beginn der Rückrunde Unterschlupf beim FC Le Mont, wo er sich schnell einen Stammplatz ergattert. «Dass ich einmal dort landen würde, hätte ich nicht gedacht. Aber es war sehr wichtig für mich, im Meisterschaftsrhytmus zu bleiben», sagt er.

Verzögerter Start in Aarau

Als Markaj nach der insgesamt einjährigen Ausleihe endlich im Aarauer Brügglifeld ins Training kommt, kann er das nicht mit seinen neuen Teamkollegen machen. Er hat sich in der Schlussphase in Le Mont eine Meniskusverletzung zugezogen und muss zuerst einsames Aufbautraining mit den Physiotherapeuten bestreiten.

Markaj musste bisher einige Tiefschläge wegstecken.

Markaj musste bisher einige Tiefschläge wegstecken.

Claudia Minder/freshfocus

Dann, als er endlich bereit ist für die Rückkehr in den Meisterschaftsbetrieb, zieht er sich im Training eine Schultereckgelenksprengung zu. Er fällt gleich noch einmal ein paar Wochen aus, muss weiter zusehen. «Bis zum vergangenen Frühling bin ich von Verletzungen verschont geblieben. Dass es mich dann gleich zweimal innert kürzester Zeit erwischt hat, machte mich schon nachdenklich. Aber ich habe schnell wieder nach vorne blicken können», sagt Markaj.

Und das hat sich gelohnt. Bei seinem Debüt im Dress des FCA machte Markaj nach seiner fünfmonatigen Verletzungspause trotz der Niederlage insgesamt eine gute Figur. Heute will er gegen seinen Ex-Klub daran anknüpfen und dazu beitragen, dass der FCA im Cup überwintern kann. «Wir glauben an unsere Chance», sagt er. Die Liaison mit dem FCA ist endlich so richtig entflammt.