Handball

Den Traum von der Handball-Nati noch nicht aufgegeben - Torhüter Dario Ferrante hat hohe Ziele

HSC-Torhüter und Co-Captain Dario Ferrante.

HSC-Torhüter und Co-Captain Dario Ferrante.

Für den Yellow Cup wurde Leo Grazioli vom HSC Suhr Aarau aufgeboten. Dies sorgte auch für Erstaunen, weil er beim Verein die nominelle Nummer 3 im Tor ist. Vor ihm steht Dario Ferrante, der in Zukunft auch mit einem Aufgebot für die Nationalmannschaft liebäugelt. Er erklärt, warum.

Zurzeit büffelt er gerade für Prüfungen, sagt Dario Ferrante gestern am Telefon. Und am Abend steht für den Medizinstudenten das erste Training im neuen Jahr mit dem HSC Suhr Aarau an. Dort ist der 26-Jährige im Tor die nominelle Nummer 2 hinter Dragan Marjanac, aber vor Leo Grazioli.

Letzterer sorgte in den letzten Tagen für positive Schlagzeilen, weil er zum einen zum ersten Mal für die Schweizer Nationalmannschaft aufgeboten wurde und dabei auch noch einen fulminanten Einstand hingelegt hat.

Wie steht Ferrante zur Nomination seines Konkurrenten? Naheliegend wäre gewesen, wenn er, Ferrante, als etatmässige Nummer 2 des HSC vom Nationaltrainer Michael Suter nominiert worden wäre. «Leo hat sich dieses Aufgebot wirklich verdient. Wenn ich sehe, wie fleissig er trainiert, wie professionell er sich verhält und welche Voraussetzungen er mitbringt, dann finde ich das völlig gerechtfertigt», sagt Ferrante.

Aarau, 08.09.2019. Sport, Handball. Saison 2019 / 2020. HSC Suhr Aarau - Kadetten Schaffhausen. Die Goalies Leonard Grazioli (links) und Dario Ferrante rennen als erste aufs Feld. Copyright by: Alexander Wagner Aarau, 08.09.2019. Handball, NLA: HSC Suhr Aarau - Kadetten Schaffhausen

Leo Grazioli (Nr. 16) habe sein Nati-Aufgebot redlich verdient, findet Dario Ferrante (rechts neben Grazioli)

Aarau, 08.09.2019. Sport, Handball. Saison 2019 / 2020. HSC Suhr Aarau - Kadetten Schaffhausen. Die Goalies Leonard Grazioli (links) und Dario Ferrante rennen als erste aufs Feld. Copyright by: Alexander Wagner Aarau, 08.09.2019. Handball, NLA: HSC Suhr Aarau - Kadetten Schaffhausen

Nach dem Studium auf den Handballsport setzen

Er habe sich über die guten Leistungen seines Klubkollegen gefreut, sagt Ferrante. Er selbst wäre allerdings auch eine Option gewesen für ein allfälliges Nati-Aufgebot. Wurmt es ihn da etwa nicht, dass ihm sein Konkurrent vorgezogen wurde? «Als Sportler will man immer das Maximum erreichen, das ist klar», sagt er dazu. Das angesprochene Maximum ist in seinem Fall ein Aufgebot für die Nationalmannschaft. Wie schätzt Ferrante die Chancen ein, eines Tages auch für die Nati auflaufen zu können? «Wenn ich nach meinem Medizinstudium mehr auf die Karte Handball setze, einige Schwachpunkte in meinem Torhüterspiel verbessere und dann meine Leistungen bringe, könnte ich eventuell auch einmal eine Chance in der Nati erhalten», sagt er.

Es gab indes schon Gerüchte, dass der Torhüter nach Beendingung seines Studiums und nach Ablauf des Vertrages beim HSC Ende Saison 2020/2021 seine Handballschuhe an den Nagel hängen würde und sich voll auf den Beruf konzentrieren werde. Das verneint Ferrante klar: «Ich kann mir nicht vorstellen, mit dem Handball aufzuhören. Viel eher will ich nach dem Studium mehr auf den Sport setzen.» Er könne sich zum heutigen Zeitpunkt auch ein Leben als Profi vorstellen. Er sagt: «Wenn ich mich in den Semesterferien jeweils mehr auf das Handballspielen konzentrieren konnte, habe ich realisiert, welches Trainings-Pensum man eigentlich abspulen kann. Das möchte ich unbedingt über längere Zeit erleben.»

Wagt er gar den Sprung ins Ausland?

Aufhören kommt für Ferrante also nicht infrage. Für ein allfälliges Aufgebot im Nationalteam muss natürlich viel zusammenpassen. Die Leistungen im Klub müssen stimmen und der Nationaltrainer muss den Spieler dann auch noch aufbieten. Leo Grazioli steht derzeit bei Nationaltrainer Suter hoch im Kurs, hat sich in der nationalen Hierarchie schon weit nach oben gearbeitet. Da spielt es auch keine Rolle, wenn er im Verein die nominelle Nummer drei ist, sofern er Einsatzzeit erhält und diese mit guten Leistungen rechtfertigt. Das hat Grazioli in den vergangenen Wochen und Monaten beim HSC und am Wochenende beim Yellow Cup ohne Zweifel getan.

Dario Ferrante

Wird dem Handballsport noch einige Jahre erhalten bleiben

Dario Ferrante

Dario Ferrante seinerseits will eines Tages auch mit der Schweizer Nationalmannschaft Spiele bestreiten. Diesen Traum hat er nicht aufgegeben. Bisher hat er jedoch immer Abstriche machen müssen – im Studium und im Sport. Er war auf beiden Ebenen stets stark eingespannt. Das könnte sich nach dem Studium ändern. Vielleicht wagt der 26-Jährige – im besten «Torhüter-Alter» – sogar den Sprung in eine ausländische Liga und wird so unweigerlich zu einem Thema beim Nationaltrainer.

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