Eishockey NLA
Den Leader zu Fall gebracht: Der SC Reinach hegt nach seinem Sieg gegen Meister Lugano grosse Ambitionen

Das NLA-Frauenteam des SC Reinach beendet die «Regular Season» mit einem furiosen 3:2-Sieg gegen den Meister und Leader Lugano. Nicht nur deswegen haben die Reinacherinnen in der laufenden Spielzeit Grosses vor.

Larissa Gassmann
Merken
Drucken
Teilen
Nach dem 3:2-Sieg herrscht bei den Spielerinnen des SC Reinach gute Laune: Als einziges Team der Liga konnten sie Leader Lugano fordern.
27 Bilder
Von der Reputation des amtierenden Meisters liessen sich die Reinacherinnen wenig beeindrucken.
Trotzdem erwischten sie keinen guten Start in die letzte Partie der Regular Season.
Bereits im ersten Drittel gingen die Gäste aus dem Tessin mit 2:0 in Führung.
Erst im Mitteldrittel war die Zeit der Heimmannschaft gekommen, die endlich richtig ins Spiel fand.
Lena Lutz und Andrea Fischer sorgten für den alles verändernden Ausgleich zum 2:2.
Die Krone setzte diesem das freche Tor der Nationalspielerin Noemie Ryhner auf.
SC Reinach - Hockey Club Ladies Lugano (18.11.2019)
Über den Sieg freut sich nicht nur der Trainer des SC Reinach, Peter Küng.
«Sicherlich habe ich gehofft, dass wir diesen Schritt einmal machen. Aber damit gerechnet habe ich nicht», sagt er.
Trotz dieser beherzten Leistungen schreibt Küng den Sieg nicht einzelnen Spielerinnen zu.
Einmal mehr konnte der SC Reinach mit einer starken Mannschaftsleistung einen Sieg einfahren.
Anders als in der Vergangenheit ist das Team kaum mehr abhängig von Individualleistungen und überzeugt über alle drei Linien.
Vor allem die Leistungsbereitschaft der Mannschaft, die sich auch am Samstag nie ganz abgeschrieben hatte, sticht heraus.
Einmal mehr konnte der SC Reinach mit einer starken Mannschaftsleistung einen Sieg einfahren.
Noch fehlt den Reinacherinnen die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Kasten.
In der sechs Teams umfassenden NLA stellt Reinach die Mannschaft mit den zweitwenigsten erzielten Treffern.
«Was wir sicherlich noch verbessern müssen, ist die Effizienz vor dem gegnerischen Tor. Wir brauchen zu viele Chancen», sagt Küng.
Durch intensives Training soll der Makel ausgemerzt werden und das Team so volle Kraft voraus gehen.
Nicht nur in der am Wochenende startenden «Masterround» soll die zurzeit drittplatzierte Mannschaft begeistern.
Auch in den Playoffs soll die Mannschaft im Gegensatz zu vergangenen Spielzeiten endlich einmal überzeugen.
Die gesammelten Erfahrungen sollen dabei helfen, mit dem vorherrschenden Druck umgehen zu können.
Ebenso hofft der Verein, dass er in diesem Jahr nicht mit Verletzungspech konfrontiert werden wird.
Nach dem Halbfinalausscheiden der letzten beiden Spielzeiten will Küng nun hoch hinaus.
Die Mannschaft weiss zu gefallen und soll dies auch weiterhin so handhaben.
Am Besten soll sie in dieser Saison endlich wieder einmal ein grosses Highlight setzen.
«Mit dieser Mannschaft darf man als Trainer sicher auch die Ambitionen haben, den Final zu erreichen», sagt Küng.

Nach dem 3:2-Sieg herrscht bei den Spielerinnen des SC Reinach gute Laune: Als einziges Team der Liga konnten sie Leader Lugano fordern.

Alexander Wagner

Amtierender Meister, ungeschlagener Leader, Angstgegner: Die Reputation des Hockey Club Ladies Lugano hätte bis zum vergangenen Wochenende besser nicht sein können. Auf die Frauen des SC Reinach wartete ein Gegner, der keine Vergleiche scheuen muss. Trotzdem liessen sich diese davon wenig beeindrucken.

Mit 3:2 n.V. schickten die furchtlosen Eishockeyspielerinnen den übermächtigen Gegner zurück in Richtung Tessin. Ein Resultat mit dem Anfang der Saison zu rechnen war? Mitnichten! «Sicherlich habe ich gehofft, dass wir diesen Schritt irgendwann einmal machen können. Aber damit gerechnet habe ich nicht», sagt Trainer Peter Küng. Wie stark der Gegner war und wie schwer es sein musste, diesen endlich zu bezwingen, zeigte sich von Beginn an.

Gleich im ersten Drittel gingen die Gäste mit 2:0 in Führung. Erst im Mitteldrittel war die Zeit der Heimmannschaft gekommen. Lena Lutz und Andrea Fischer sorgten für den alles verändernden Ausgleich, die Krone setzte diesem das Tor der Nationalspielerin Noemie Ryhner auf, die in der Verlängerung gerade einmal zwölf Sekunden brauchte, um ihr Team zum Sieg zu führen.

Einmal mehr eine Teamleistung

Trotz dieser beherzten Leistungen schreibt Küng den Sieg nicht einzelnen Spielerinnen zu. Sein Saisonhighlight war wie immer eine Mannschaftsleistung. «Wir sind ein sehr ausgeglichenes Team. Bei uns können alle drei Linien mitspielen und auch offensiv etwas kreieren», sagt Küng. Anders als in der Vergangenheit ist das Team kaum mehr abhängig von Individualleistungen: «Wir haben sicherlich einzelne Spielerinnen, die mithelfen, uns zu tragen. Aber wir sind insgesamt ausgeglichen.»

So ist der Trainer, der selbst lange für den SC Reinach spielte, auch voll und ganz des Lobes. Am meisten beeindruckt hat ihn die Leistungsbereitschaft der Mannschaft, die sich auch am Samstag nie ganz abgeschrieben hatte. Am Ende der «Regular Season» findet er trotz der bisher erfüllten Ziele allerdings doch noch kritische Worte.

«Bis anhin sind wir zufrieden, es gab aber sicherlich auch das eine oder andere Spiel, nach dem wir nicht begeistert waren oder bei dem mehr Punkte drin gelegen wären», sagt Küng. Verbesserungspotenzial besteht vor allem im Bereich der Effizienz. Noch fehlt die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Kasten.

Dem Druck dank Erfahrung trotzen

In der sechs Teams umfassenden NLA stellt Reinach die Mannschaft mit den zweitwenigsten erzielten Treffern. «Was wir sicherlich noch verbessern müssen, ist die Effizienz vor dem gegnerischen Tor. Wir brauchen zu viele Chancen für unsere Treffer», sagt Küng. Nichtsdestotrotz glaubt er an die Spielerinnen. Durch intensives Training soll der Makel ausgemerzt werden.

Nicht nur in der am Wochenende startenden «Masterround» soll die zurzeit drittplatzierte Mannschaft begeistern. Auch in den Playoffs wird sie gefordert sein. Anders als im letzten Jahr soll es dort keine Leistungseinbussen geben.

«Wir hoffen, dass wir von den im letzten Jahr gesammelten Erfahrungen lernen und besser damit umgehen können, als Favorit und nicht als krasser Aussenseiter in die Playoffs ziehen», sagt Küng. «Wir wollen das Ganze besser wegstecken, mit dem Druck klarkommen.»

Finaleinzug als realistisches Ziel

Während der Verein in der letzten Saison vor den Playoffs mit dem Ausfall mehrerer Leistungsträgerinnen zu kämpfen hatte, soll Ähnliches heuer nicht mehr dem Glück im Weg stehen. Nach dem Halbfinalausscheiden der letzten beiden Spielzeiten will Küng nun hoch hinaus.

«Mit dieser Mannschaft darf man als Trainer sicher auch die Ambitionen haben, den Final zu erreichen. So wie es im Moment läuft, könnte das realistisch sein», sagt er. Doch ob einmal mehr magische Nächte in der Kunsteisbahn Oberwynental gefeiert werden können und Lugano erneut fällt, wird sich zeigen.