Volleyball
Den Fokus auf die Stärken richten und die Schwächen links liegen lassen

Die 23-Jährige Nadine Jenny aus Seon ist bereit für die Heim-EM in Zürich. «An einer EM ist alles offen. Wenn es für uns rund läuft, dann ist alles möglich», sagt sie.

Luca Muntwyler
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Nadine Jenny traut den Schweizerinnen an der EM auch gegen die Grossen Grosses zu. Muntwyler

Nadine Jenny traut den Schweizerinnen an der EM auch gegen die Grossen Grosses zu. Muntwyler

«Wir wollen eine Runde weiter kommen», erklärt Nadine Jenny. Die 23-Jährige aus Seon steht mit der Schweizer Volleyball-Nationalmannschaft vor dem grössten Event in ihrer noch jungen Karriere – der Heim-Europa-Meisterschaft im Zürcher Hallenstadion. Um das erwähnte Ziel zu erreichen, muss das Team um Trainerin Svetlana Ilic mindestens einen Gegner in der Gruppenphase schlagen. Ein Unterfangen, das durchaus realistisch ist. «An einer EM ist alles offen. Wenn es für uns rund läuft, dann ist alles möglich. Daraufhin haben wir vier Jahre lang hingearbeitet», sagt Jenny, die neben der Nati für Volero Zürich spielt. Zudem können die Schweizerinnen auch auf zahlreiche Unterstützung des Heimpublikums zählen.

Den Start ins Turnier wird den Schweizerinnen aber alles andere als leicht gemacht. Mit Italien wartet gleich im Eröffnungsspiel am Freitag ein harter Brocken. Die zweifachen Europameisterinnen von 2007 und 2009 belegen zurzeit Platz drei in der Weltrangliste. Im Vergleich: Die Schweiz liegt auf dem 111. Rang und war letztmals vor 42 Jahren an einer EM-Endrunde. Dennoch bleibt Jenny auch vor diesem Gegner optimistisch: «Wir werden alles geben und müssen an uns glauben, dass wir es schaffen können.» Angst vor einem herben Rückschlag, der dann auch die Moral drücken wird, hat die 23-Jährige keine. «Wir müssen die Sache positiv sehen. Wir sind nicht die Favoritinnen, das ist gut für uns. Gegen so einen Gegner kannst du eigentlich nur gewinnen. Zudem können wir uns besser auf sie vorbereiten», fährt sie fort.

Die weiteren beiden Partien gegen Belgien und Frankreich seien dann doch fast die wichtigeren – mindestens ein Sieg muss her. «Wir müssen einfach unsere Stärken einsetzen, um unsere Schwächen zu unterdrücken», erläutert Jenny. Konkret heisst das, dass die eher kleinen Schweizerinnen beim Service Druck ausüben, um die Abnahme der Gegnerinnen zu erschweren. «So erhalten wir bessere Chancen in der Defensive», sagt die 23-Jährige weiter. «Das Team steht bei uns im Vordergrund. Wir können uns anpassen, aber auch unser Spiel und unseren Rhythmus durchziehen», meint sie.

Nach einer langen und intensiven Vorbereitung ist die 1.74-Meter grosse Libera bereit. «Ich habe grosse Freude an dem, was wir in den letzten vier Jahren geleistet haben und wie viel wir dafür investiert haben», so Jenny, die für die EM sogar ihr Studium unterbrochen hat. «Nun wollen wir zeigen, zu was wir fähig sind», fährt sie fort. Persönlich ist die Nationalspielerin sehr zufrieden mit ihrer Vorbereitung. «Die letzten Spiele sind für mich gut gelaufen. Ich habe ein gutes Gefühl und bin bereit für diesen Grossevent.» Für sie ist klar: «Es kann losgehen.»

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