«Uns geht es finanziell schlecht» – die Worte von FC-Baden-Präsident Thomi Bräm sind klar. Sie fallen bei der traditionellen Mannschaftspräsentation vor den Sponsoren des Vereins am Dienstag vor einer Woche. Seit dreizehn Jahren findet diese schon statt. Und beinahe immer konnte Baden den Aufstieg als Saisonziel bekannt geben. Geklappt hat es indes nie, besonders schmerzhaft bleibt der Versuch letztes Jahr in Erinnerung, als die Badener erst im letzten Spiel gegen den Kantonsrivalen Muri ihren Platz in der Aufstiegsrunde an Münsingen hergaben.

Jetzt wird klar: Das Spiel gegen Muri war so etwas wie das Spiel der letzten Chance. Die vielen Aufstiegsversuche fordern ihren Tribut: Der Verein schrieb letztes Jahr 75 000 Franken Verlust. Bei einem Budget von einer Million Franken ist das ein erheblicher Betrag. «Wir schreiben schon jahrelang Verluste», sagt Bräm. Doch letztes Jahr seien wegen vieler Verletzungen der Vergangenheit die Unfallversicherungsbeiträge in die Höhe geschossen. Deswegen ist der Verlust um etwa 20 000 Franken höher gewesen als sonst. «Das macht uns kaputt.»

Wettbewerbsverfälschung?

Für Bräm wird der FC Baden aber ungerecht behandelt. Er geht davon aus, dass ein beachtlicher Teil der 1.-Liga-Vereine keine Unfallversicherung abgeschlossen hat: «Das ist Wettbewerbsverfälschung. Wir zahlen brav die Versicherungsprämien und die anderen können sich von diesem Geld zwei gute Spieler leisten.»

Bisher hat der Vorstand die Verluste gedeckt, indem er Sponsorengelder des neuen Geschäftsjahres bereits im alten verwendet hat. «Jetzt hat die Sanierung des Vereins absolute Priorität. Es bringt auch nichts, aufzusteigen und dann die Bilanz deponieren zu müssen», sagt Bräm. Geld einsparen will der Verein in der ersten Mannschaft. «Wir haben den Frauen und dem Nachwuchs in den letzten Jahren bereits alles zusammengekürzt, was wir konnten. Also müssen wir jetzt beim Fanionteam sparen.»

Nenad Bijelic hat den FC Baden verlassen.

Nenad Bijelic hat den FC Baden verlassen.

Das hat Konsequenzen für das Kader: Bereits letzte Saison hatte der FC Baden das jüngste Kader der 1. Liga, jetzt beträgt der Altersdurchschnitt gerade mal 20,7 Jahre. Der gewichtigste Abgang ist Nenad Bijelic, der letzte Saison 22 Tore erzielt hatte. Ersetzen sollen ihn die Neuzugänge Christopher Teichmann und Basil Gmür. Beide sind allerdings erst 21 Jahre alt. Trainer Thomas Jent sagt: «Es wird sehr schwierig, wir haben eine sehr junge Mannschaft.»

Trainer optimistischer als Vorstand

So gibt der Vorstand die Saisonziele bewusst tief vor: Es fallen Ausdrücke wie «in jedem Match aktiv mitspielen» und «versuchen immer Punkte zu holen». Trainer Jent ist allerdings optimistischer, schliesslich war auch zu Beginn der letzten Saison nicht der Aufstieg, sondern die vorderen Tabellenplätze das Ziel: «Als Mannschaft haben wir sicher das Ziel, besser zu sein als letzte Saison.» Ist also der Aufstieg zumindest für die Mannschaft plötzlich doch ein Thema? Jent sagt: «Die Spieler wollen natürlich aufsteigen. Doch wir haben es gerade hier in Baden gesehen, der Aufstieg ist häufig Glückssache.» Das erste Spiel bestreiten die Badener morgen um 15.00 Uhr auswärts gegen den FC Black Stars auf dem Buschweilerhof in Allschwil BL. Das grosse Saisonhighlight folgt dann am 13. August, wenn der grosse FC St. Gallen im Cup im Stadion Esp zu Gast ist.